Auf Augenhöhe mit Hubert Burda

Februar 9, 2010

Im grauen Alltag merkt man nicht, ob man für einen Großverlag oder einen kleinen Verlag arbeitet. Aber damit das Leben nicht gar zu eintönig ist, gibt es manchmal so Tage, an denen man seinen Verleger auch mal zu Gesicht bekommt. Beispielsweise, weil der Verleger Geburtstag hat. Wie an diesem 9. Februar. Wenn die Geburt dann vor genau 70 Jahren stattfand, feiert so ein Verleger seinen 70. natürlich ganz besonders opulent. Und bevor sich die Granden aus Politik, Wirtschaft und Film am Ende der Woche in die Münchner Residenz zum Feiern einfinden, darf heute die Münchner und Offenburger Belegschaft ihren Chef feiern.

Und so platzte das Fotostudio im Münchner Arabellapark (Sitz von Hubert Burda, München) heute Vormittag aus allen Nähten, als in dem viel zu kleinen Raum viele Mitarbeiter versuchten, einen Blick auf Hubert Burda himself und die “A-Mannschaft” des Verlags  zu werfen. Moderiert von Focus-Chef Helmut Markwort lauschten all die, die einen Platz in den vielleicht 200 Mann fassenden Raum ergattert hatten. Der Rest wurde draußen über Monitore über das Geschehen informiert.

In 1,5 Stunden gab es ein erstaunlich kurzweiliges Programm. Hubert Burda wurde gefeiert, wobei sich auch die eine oder andere Spitze nicht überhören ließ, ein Chor aus 7 Burda-Chefredakteurinnen (u.a. von Bunte und Freundin) ließ durch ihr Ständchen erkennen, warum sie eben doch besser Journalistinnen als Sängerinnen geworden waren (wobei der Auftritt aber wirklich sehr lustig war) und sogar der Burda-Vorstand traute sich mit Frack und Zylinder mit einem Ständchen auf die Bühne. Interessanterweise übernahm den eher ernsthaften Part Thomas Gottschalk, der im Prinzip der einzige wirkliche Festredner war. Ehefrau Maria Furtwängler war natürlich auch anwesend.

Da stand ich nun drei bis fünf Meter neben den ganzen bekanten Menschen und fühlte mich ganz unbedeutend und klein. So wie man sich als un-V.I.P eben neben den ganzen V.I.P.s fühlt. Aber da ich mich gut unterhalten hatte, freute ich mich meines Jantarlebens und drängte mich, froh, dass das frühe Kommen mit einem guten Platz belohnt worden war, mit den anderen zum Ausgang.

Dann sah ich plötzlich, dass ich quasi neben Hubert Burda stand. Der erste Gedanke  war der der Flucht. Aber da hatte er sich auch schon weggedreht und wurde  von der Menge weggespült. Ich natürlich auch. Und plötlzich war er genau vor mir und drehte sich um. Und plötzlich stand ich auf Augenhöhe mit Burda. Im wahrsten Sinne des Wortes. Coolere Menschen als ich hätten wahrscheinlich in dem Moment gesagt: “Hallo, haben wir uns nicht schon mal gesehen?”

Aber so blöd das klingt: Man ist dann doch irgendwie aufgeregt. Und das, obwohl ich schon einige bekannte Persönlichkeiten in meinem Leben gesehen und getroffen habe. Also tat ich, was mir in dem Moment am logischsten erschien: Ihm die Hand schütteln und gratulieren.


Versemmelte Semmel

Februar 5, 2010

Als zwischen Harz und Heide geborener Mensch (für Bayern sind das schon echte Norddeutsche) schlage ich mich in Bayern eigentlich ganz gut durchs Leben. Ich verstehe auch Dialekt sprechend Bayern ziemlich gut und mittlerweile rutschen mir auch schon echt bayrische Redewendungen über die Lippen, wie „I moag ned“ oder „A Packerl Watschn ist glei aufgerissen“ (für alle Nicht-Bayern: Viel Spaß beim Herausfinden, was das heißt…).

Aber anscheinend ist mein Bayerisch noch nicht gut genug für einen Einkauf beim Bäcker. Denn heute morgen habe ich bei einer Bäckereikette, die ich sonst gerne meide und deren Name an den typischen Durchschnittsdeutschen erinnert, ein Brötchen, also eine Semmel gekauft. Nur hieß die nicht Semmel, sondern Knusperweckerl. Wer schon mal bei dem Bäcker eine Semmel gekauft hat, weiß: Die Semmeln sind hier meist alles andere als knusprig.

Und genau deshalb war ich erfreut, dass es neben den Standard-Knopfsemmeln auch Knusperweckerl gab. Das verhieß doch ein leckeres, knuspriges Hereinbeißen. Außerdem gefiel mir die längliche Form auch besser als die runde Form der Knopfsemmel. Und sechs Cent billiger war sie auch noch.

Fröhlich zahlte ich meine 27 Cent und startete damit also 6 Cent reicher als gedacht in den Tag. Als ich dann zwei Stunden später in meine Semmel beißen wollte, musste ich erkennen:  Der Begriff Knusperweckerl hat anscheinend gar nichts mit dem Wort „knusprig“ zu tun. Vielmehr scheint dieser Begriff in Bayern nur ein Synonym für „letschert“ zu sein, also ein weiche, nicht mehr knusprige Semmel.

Alternativ kann es aber auch einfach so sein, dass ich das Marketingsprech von dem Bäcker nicht verstehe…


iPhone mit Wasserschaden

Februar 3, 2010

So, nach dem verbalen Ausrutscher von gestern (ja, nun steht das böse A-Wort in meinem Blog…) muss ich Euch heute doch mal von einem lustigen Ereignis erzählen. Leider habe ich die Geschichte nur erzählt bekommen und war nicht live dabei.

Hauptpersonen: Ein relativ neues iPhone und ein ca. 1 3/4 Jahre altes Mädchen.  Dieses kleine Mädchen ist schlau. Und mag die vielen bunten iPhone Apps, ganz besonders die Balloon App. Bei dieser App pustet der Nutzer in das iPhone, und bläst so Luftballons auf. Dann wird das iPhone geschüttelt und aus dem Ballon entstehen lustige, verknotete Tiere (Für die Jüngeren: Früher standen Kleinkünstler in der Innenstadt und haben das mit wenigen Handgriffen noch völlig manuell gemacht).

Auf jeden Fall ist das eine App, an der auch kleine Kinder Ihre Freude haben. Besagtes kleines Mädchen kann mit der App auch prima umgehen und das Auflasen der Luftballons ist auch kein Problem. Ein Problem ist nur, dass kleine Kinder manchmal ihre Gefühle noch nicht wirklich unter Kontrolle haben. Und so landet in einem Moment der größten Freude neben Luft auch Spucke im iPhone.

Tja und da zeigte sich dann, dass Apple eben doch nicht an alles gedacht hat. Wasserfest scheint es nicht zu sein, denn das iPhone ist hin, da die Spucke einen Wasserschaden ausgelöst hat.

Ich sage nur: Mit einem Blackberry wäre das nicht passiert…und sogar mein Garmin hat die erste Taufe gut überstanden.


Persönliches Arschloch

Februar 2, 2010

Als ich mal wieder einen dieser Tage hatte, an denen mir ein Großteil meiner Mitmenschen tierisch und ein spezieller Mitmensch (= Kollege) unsagbar auf die Nerven gingen, sagte mir jemand, dem ich mit diesem „Mir gehen alle unendlich-astronomisch-nicht-mit-Worten-ausdrückbar auf den Keks“ wohl ein klein wenig lästig fiel, Folgendes:

„Jeder Mensch hat ein Persönliches Arschloch. Ein Arschloch, das nur für ihn auf der Welt zu sein scheint und keine andere Aufgabe hat, als unsagbar nervig zu sein. Wenn Du morgens aufstehst, begrüße in Gedanken schon einmal Dein personal asshole. Denn schließlich kann es nichts für seine Bestimmung und wäre bestimmt auch viel lieber ein ganz netter und umgänglicher Mensch.“

Ach, so einfach war das? Hm, wenn ich so drüber nachdenke, komme ich sicher auf mehr als ein P.A. (falls Kinder mitlesen, nehme ich ab jetzt nur noch die Abkürzung. Kinder: Dieses Wort bitte nicht benutzen!). Aber mein Persönlichstes A. ist ein Kollege, der leider in Hör- und Riechweite von mir sitzt. Das Problem: Er redet ständig, viel, laut. Wenn er nicht redet, isst er. Meistens Süßigkeiten, mittags gerne Fisch. Der Fisch ist erst dann gut, wenn er abartig stinkt. Da die Küche schräg gegenüber von meinem Büro liegt, freue ich mich über jeden Tag, an dem ich eine verschnupfte Nase habe. Dabei mag ich Fisch. Aber nur mein P.A. kommt auf die Idee, damit die die Kollegen einzunebeln.

Oder gibt es noch mehr P.A.s?


Unfreiwillige Spende an Menschen, die ich nicht mag

Februar 2, 2010

Das neue Jahr fing gut an. Denn da war ich noch im warmen Gran Canaria und konnte mich bei 23 bis 25 Grad wie ein typischer Touri in einem spießigen All-Inclusive-Urlaub freuen. Okay, All-Inclusive ist echt ein bisschen peinlich, aber dafür braucht man sich wirklich um gar nichts zu kümmern. Das Essen war gut, Getränke wurden stilvoll im Glas ausgeschenkt und dank eiserner Jantar-Disziplin ;-) war ich noch nicht mal Silvester betrunken.

Doch am 11. Januar konnte ich feststellen, dass es gar nicht so gut ist, braungebrannt in die Arbeit zu gehen, wenn alle anderen seit Tagen schlechtgelaunt mit den eisigen Temperaturen kämpfen. Für de nächsten Winterurlaub also besser Lichtschutzfaktor 50 statt 30 einpacken ;-)

Aber so langsam habe ich die erste Nach-dem-Urlaub-Arbeitswelle hinter mich gebracht und nachdem ich in den letzten Tagen so zwischen 11 und 12 Stunden in der Arbeit zugebracht habe (ja, als Redakteur/Journalist) gibt es leider keine Zeiterfassung, habe ich mir gedacht, dass es das Schicksal doch eigentlich gut mir meinen müsste.

Fand das Schicksal aber nicht.

Als ich letzte Woche aus der U-Bahn ausgestiegen war und mir überlegte, ob ich den Morgen mit einer Breze (bayrisch für Laugenbrezel ;-) ) beginnen sollte, griff ich beim Griff nach dem Portemonnaie ins Leere. Normalerweise steckt das bei mir immer ganz tief in der Tasche, weil ich es potenziellen Taschendieben nicht so leicht machen will, aber an diesem Tag nicht. Was ich eher suboptimal fand. Aber ich brach nicht sofort in Panik aus, sondern hetzte erst mal ins Büro und leerte dann alle Jackentaschen, meine Tasche und fand – nichts.

Den Vormittag verbrachte ich mit Anrufen beim MVV (Münchner Verkehrsverbund), EC-/Visa-Karten sperren lassen (die Notfall-Hotline ist echt schlau: Nach 20 Minuten in der Warteschleife habe ich dann doch lieber direkt die Bank angerufen…), arbeiten und dem Überlegen, was so alles im Portemonnaie gesteckt hatte. War ja gar nicht so viel: EC-Karte, Visa-Karte, Personalausweis, Führerschein, Presseausweis, MVV-Abo,…

Außerdem war ich der Meinung, dass da auch mindestens eine Visitenkarte drinnen stecken müsste. Was dafür sprach, dass ich das Portemonnaie nicht verloren hatte, sondern es geklaut worden war. Denn sonst würde man ja eigentlich anrufen?

An einem Tag, an dem ich wirklich jeden Telefonanruf entgegennahm (!), klingelte gegen Mittag erneut das Telefon. Dieses Mal war wirklich jemand vom MVV am Telefon. Die gute Frau erklärte, dass mein Portemonnaie abgegeben worden sei, dieses auch viele Karten enthalte  (“War auch Geld drin? Geld ist keines mehr drin…”).

Erstaunlicherweise hatte sie meine Telefonnummer aber nicht von der Visitenkarte abgelesen (es steckte wirklich eine drin, wie ich später feststellte), sondern im Internet nach mir gegoogelt. Also Ihr Lieben Zeitschriftenverleger, damit ist doch bewiesen, dass Google auch seine guten Seiten hat. Wenn ich vielleicht auch mal was an der Tatsache ändern sollte, dass meine Telefonnummer so einfach im Internet zu finden ist.

Auf jeden Fall bekam ich alle meine Karten wieder und bin nun eine Woche später auch wieder im Besitz von einer neuen EC-/Visa-Karten. Der Schaden: 80 Euro, die im Portemonnaie waren. Dass ich dem Dieb natürlich noch einen fiesen Magen-Darm-Virus oder ähnliches an den Hals wünsche, brauche ich ja nicht extra zu erwähnen oder…?


Bin wieder da – aber noch weg :-)

Januar 6, 2010

Liebe Mitlesenden,

ich wuensche Euch allen ein schoenes neues Jahr und hoffe, Ihr habt die ersten Tage des neuen Jahres gut ueberstanden. Ich sitze vor einer etwas seltsamen Tastatur in einem Einkaufszentrum im Sueden von Cran Canaria und kann sagen, dass es hier viel besser ist, als ich es mir vorgestellt habe. Teneriffa und La Palma kenne ich schon und irgendwie hatte ich mir Gran Canaria mehr so als die Alte-Leute-Insel vorgestellt. Statt dessen: Viel Sonne, angenehm warm (23 bis 26 Grad), gutes Hotel, leckeres Essen und wirklich tolle Wandertouren. Nur die Fahrten zu den Wanderungen sind etwas gewoehnungsbeduerftig – vielleicht haette ich mir aus dem Flugzeug ein paar Tueten mitnehmen sollen…

Nach einem etwas nervigen Dezember ging es am 27. ab in die Sonne und wenn ich mir wetteronline.de so angucke, war das sicher nicht die schlechteste Idee. Mag gar nicht daran denken, dass wir am Sonntag erst um 22.30h in Muenchen landen und dann so richtig schoen die Kaelte erleben koennen.

Die besten, sonnigsten Gruesse von Gran Canaria sendet Euch Jantar und freut sich auf die restlichen 3,5 Tage :-)


4 Tage Wien

November 26, 2009

Nach überstandener Mini-Schweinegrippe (nun gut, eigentlich war es wohl mehr ein grippaler Infekt, aber Schweinegrippe klingt dramatischer ;-) geht es heute für vier Tage nach Wien.

Es ist 05:36 Uhr (Mitleid an alle, die immer so früh aufstehen müssen!) und in 2,5 Stunden will im Auto sitzen. Ich bin gespannt, wann es wirklich losgeht…

Bis Sonntag!

Jantar


Zu viel Schnee

November 18, 2009

Neulich musste ich mich wieder mit jemandem herumstreiten, der meinte: “2006? Viel Schnee? Ne, das ist doch schon viel länger her.”

Weil ich nun einfach wusste, dass ich Recht habe, grundsätzlich gerne Recht habe und dann auch von anderen hören will, dass ich Recht habe, habe ich gerade meine Festplatte durchsucht und dieses Beweisfoto gefunden:

Ja, so sah (m)ein Balkon in München im März/April 2006 aus. In dem Jahr, in dem ich wirklich keinen Schnee mehr sehen konnte….


Mail-Muffel

November 17, 2009

Ich gebe es ja zu: Ich beantworte auch nicht jede Mail sofort oder binnen 24 Stunden. Aber ich habe zumindest eine ToDo-Liste, die ich mit Namen der Leute fülle, denen ich noch zurückmailen muss.

So bekomme ich wenigstens ein schlechtes Gewissen, wenn die entsprechenden Leute vorher anrufen oder eine zweite Mail schicken, weil sie auf Antwort warten.

Aber wenn man wie ich heute diverse Mails schreibt und auf keine eine Antwort bekommt, macht man sich schon so seine Gedanken. Nämlich:

  • Existiere ich eigentlich noch?
  • Hat es mich in ein Parallel-Universum verschlagen, in dem ich nur Zuseh- aber keine Mitmach-Rechte habe?
  • Verbringen die Leute da draußen noch mehr Zeit in Meetings als ich?
  • Wurde mein Name versehentlich/absichtlich dem Spamfilter hinzugefügt?
  • Ist heute bundesweiter Feiertag und mir hat keiner was gesagt?
  • Hat keiner mehr Lust, was zu arbeiten?
  • Habe ich heute zufällig nur den Leuten eine Mail geschrieben, die ich auch schon habe warten lassen?

Fragen über Fragen…Am Mailserver liegt’s auf jeden Fall nicht, dafür sind schon zu viele Mails reingekommen.  Es wäre also schon schön, wenn ich jetzt mal so langsam die eine oder andere Antwort bekommen würde…


Pizza statt Weltuntergang

November 16, 2009

Ich weiß ja nicht, wo Ihr so wohnt, aber in München gibt es definitiv keine Wirtschaftskrise. Denn egal, was man in München in seiner Freizeit tun will: Ohne Reservierung läuft meist gar nichts. Dabei ist es egal, ob man nur schnell in einem der typischen Weggehviertel wie Glockenbachviertel, Haidhausen oder Schwabing ein Bier trinken gehen will: Hat man nicht reserviert, kann man meist draußen bleiben oder sich wie eine Ölsardine in die Ecke quetschen. Apropos: Nur schnell was trinken gehen, geht meist auch nicht, denn oft bekommt man nur einen Tisch, wenn man Umsatz bringt, d.h. etwas essen will.

Und natürlich kann man in München auch nicht mal einfach so ins Kino gehen. Auch dann nicht, wenn man schon zwei Stunden vor Vorstellungsbeginn am Kinoschalter steht. Dabei war ich am Samstag so richtig schön auf Actionkino und Weltuntergang eingestellt. Und nachdem ich in letzter Zeit fast nur nette, ruhige Filme angeschaut habe (habe jetzt endlich den absolut genialen Film “Willkommen bei den Sch’tis” auf DVD), wollte ich am Samstag unbedingt “2012″ im Kino sehen. Einen einzigen Sitzplatz hätte es noch gegeben.

Die böses Seite in  mir wollte gerade sagen: “Nehme ich”, aber die gute Seite flüsterte mir zu, dass es nicht nett ist, alleine ins Kino zu stürmen, wenn die Begleitung genau neben einem steht und so gab es statt “2012″ Pizza Diabolo in einer Pizzeria, wo man erstaunlicherweise ohne Reservierung einen Platz bekam. 

Aber trotzdem: Nie ist die Wirtschaftskrise da, wo man sie mal brauchen könnte…