Manchmal muss ich an die Fielmann-Werbung denken, wo die beiden älteren Männer sich gegenseitig fragen, ob sie in ihrem Leben alles noch einmal genauso machen würden. Würde ich alles wieder so machen? Tja, vielleicht würde ich bei der Berufswahl besser aufpassen. Da ja Journalisten die „Bergleute des 21. Jahrhunderts sind“ (hab jetzt keine Lust zu recherchieren, wer das gesagt hat, aber der Ausdruck gefällt mir), hätte ich nach dem Studium vielleicht besser einen Job mit Zukunftsperspektiven gewählt wie Drogenbaron in Kolumbien, Bandidos-Chef in Berlin oder Maroni-Verkäufer in der Münchner Innenstadt (9 Maronen für 2,50 Euro ist pervers!).
Da ich das alles nicht getan habe, ist mein Job mittlerweile wirklich Routine geworden. Würde ich behaupten, dass ich jeden Tag große Geistesgaben vollbringen muss, wäre das glatt gelogen. Und weil mich deshalb neulich die Angst gepackt hat, dass ich bis zur Rente vielleicht vollkommen verblödet sein könnte, dachte ich mir: Train your brain.
Leichter gesagt als getan, denn nach dem üblichen 10-Stunden-Tag bin ich oft einfach nur müde. Trotzdem habe ich mir gedacht, dass das Lernen einer neuen Sprache bestimmt nicht falsch sein könnte. Und da Italien so nah ist, fiel meine Wahl auf Italienisch.
Nach 6 Unterrichtseinheiten in der Volkshochschule kann ich folgendes feststellen: Wer in einer Volkshochschule einen Sprachkurs besucht, muss nicht unbedingt Interesse daran haben, eine Sprache zu lernen. Die Leute aus meinem Kurs sind zwar alle soweit ganz nett, aber…mit der Sprache will das einfach nicht so klappen. Hier mal ein kleines Beispiel einer typischen Kurssituation:
Georg, der immer dann, wenn er drankommt, wie ein gehetztes Reh wirkt, soll folgende Frage der Lehrerin beantworten: „Come stai?“ Was soviel heißt wie: „Wie geht es dir?“
Georg: Äh…was?
Lehrerin: „Come stai?“
Nachbarin zur Linken flüstert: „Wie geht’s Dir?“
Georg: „Heute nicht so gut, wir hatten bei der Arbeit viel zu tun.“
Lehrerin: „In italiano?“
Georg: „Io sono Georg.“
Ihr seht, es ist immer sehr lustig und das ist ja auch was wert. Dass man bei dem Kurs wirklich was lernt, bezweifle ich noch ein bisschen, aber immerhin bin ich schon so weit, dass ich folgendes sagen kann: „Io sono Jantar di Monaco. Non studio vocabulario, perché io sono pigra die natura.“
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