Italienisch-Kurs oder: Io sono pigra di natura

November 13, 2009

Manchmal muss ich an die Fielmann-Werbung denken, wo die beiden älteren Männer sich gegenseitig fragen, ob sie in ihrem Leben alles noch einmal genauso machen würden. Würde ich alles wieder so machen? Tja, vielleicht würde ich bei der Berufswahl besser aufpassen. Da ja Journalisten die „Bergleute des 21. Jahrhunderts sind“ (hab jetzt keine Lust zu recherchieren, wer das gesagt hat, aber der Ausdruck gefällt mir), hätte ich nach dem Studium vielleicht besser einen Job mit Zukunftsperspektiven gewählt wie Drogenbaron in Kolumbien, Bandidos-Chef in Berlin oder Maroni-Verkäufer in der Münchner Innenstadt (9 Maronen für 2,50 Euro ist pervers!).

Da ich das alles nicht getan habe, ist mein Job mittlerweile wirklich Routine geworden. Würde ich behaupten, dass ich jeden Tag große Geistesgaben vollbringen muss, wäre das glatt gelogen. Und weil mich deshalb neulich die Angst gepackt hat, dass ich bis zur Rente vielleicht vollkommen verblödet sein könnte, dachte ich mir: Train your brain.

Leichter gesagt als getan, denn nach dem üblichen 10-Stunden-Tag bin ich oft einfach nur müde. Trotzdem habe ich mir gedacht, dass das Lernen einer neuen Sprache bestimmt nicht falsch sein könnte. Und da Italien so nah ist, fiel meine Wahl auf Italienisch.

Nach 6 Unterrichtseinheiten in der Volkshochschule kann ich folgendes feststellen: Wer in einer Volkshochschule einen Sprachkurs besucht, muss nicht unbedingt Interesse daran haben, eine Sprache zu lernen. Die Leute aus meinem Kurs sind zwar alle soweit ganz nett, aber…mit der Sprache will das einfach nicht so klappen. Hier mal ein kleines Beispiel einer typischen Kurssituation:

Georg, der immer dann, wenn er drankommt, wie ein gehetztes Reh wirkt, soll folgende Frage der Lehrerin beantworten: „Come stai?“ Was soviel heißt wie: „Wie geht es dir?“

Georg: Äh…was?

Lehrerin: „Come stai?“

Nachbarin zur Linken flüstert: „Wie geht’s Dir?“

Georg: „Heute nicht so gut, wir hatten bei der Arbeit viel zu tun.“

Lehrerin: „In italiano?“

Georg: „Io sono Georg.“

Ihr seht, es ist immer sehr lustig und das ist ja auch was wert. Dass man bei dem Kurs wirklich was lernt, bezweifle ich noch ein bisschen, aber immerhin bin ich schon so weit, dass ich folgendes sagen kann: „Io sono Jantar di Monaco. Non studio vocabulario, perché io sono pigra die natura.“


Mauerfall am Zonenrand

November 10, 2009

Manchmal freu ich mich ja auf mein Leben im Jahr 2080. Dann bin ich weit über hundert Jahre und die Welt hat sich so langsam dran gewöhnt, dass Deutschland wieder ein einig Vaterland ist.

Denn seit Wochen werde ich von früh bis spät mit Informationen über die Wiedervereinigung voll gestopft. Da ich noch nicht an Alzheimer leide, kann ich mich noch ganz gut an die Zeit vor zwanzig Jahren erinnern. Da ist man dann manchmal fast versucht zu sagen: Ist ja gut jetzt..

Es ist ja auch nicht so, dass ich die deutsche Einheit nicht begrüße. Am sogenannten Zonenrand (West!) aufgewachsen, kann ich mich noch gut erinnern, wie seltsam ich es als Kind fand, dass es Deutschland zweimal gab. Einmal in Form des für mich als Kind uneingeschränkt vorbildlichen Westdeutschlands mit dem immer gleichen Kanzler (als jemand, der Mit der 70er Jahre geborne wurde, gab es  in meiner Kindheitserinnerung nur Kohl als Kanzler), einmal in Form einer tyrannischen Diktatur mit Honecker an der Spitze. Da war ich als Kind doch wahrlich froh, dass die Grenze nicht ein paar Kilometer weiter westlich verlaufen war.

Meine Carrera-Bahn, mein Lego-und Playmobil-Spielzeug hätte ich sonst wohl gegen unlackierte Holzklötze eintauschen müssen. Auch Coca-Cola wäre für mich etwas gewesen, was ich nur im Westfernsehen hätte anschauen können (na gut, als Kind durfte ich sowieso keine Cola trinken – vielleicht bin ich deshalb auch noch ADS-frei aufgewachsen).

Die DDR ist für mich also etwas, an das ich mich noch gut erinnern kann. Auch an den 9.11. Meine tiefste Empfindung damals war Verwunderung.

Alles hätte ich den verbohrten Betonköpfen mit den hässlichen Anzügen zugetraut, aber nicht, dass sie so einfach vor der menschlichen Übermacht kapitulieren würden. Insgeheim wartete man ja eher darauf, dass Panzer auffahren und die Montags-Demonstranten einfach niederschießen würden. Stattdessen war das Ende der DDR völlig unspektakulär, so als hätten die Ost-Bonzen einfach keinen Bock mehr auf ihren maroden Staat.

Und wenn ich mich an den November 1989 zurückerinnere, ist das für mich auch immer mit dem sagenhaften Gestank von 2-Takt-Motoren verbunden, die wie eine Dunstglocke über meinem Geburtstort lagen – so war das eben, wenn man in der ersten größeren Stadt hinter der Grenze wohnte. Bananen, die ich zum Glück nicht besonders mochte, waren irgendwann ausverkauft. Davor war der Preis auf sensationelle 10 Mark und mehr pro Kilo gestiegen. Auch gebrauchte Autos waren plötzlich Mangelware. Viele nicht ganz so nette Wessis nutzen die Zeit, ihre schrottreifen Karren den  manchmal doch zu gutgläubigen Ossis zu verkaufen.

Aber wie habe ich am Anfang so schön gesagt: Es ist ja auch irgendwann gut mit den verklärten Erinnerungen…Apropos: Was habt Ihr eigentlich am 9.11.1989 gemacht? ;-)


Telefon-Terroristen

November 5, 2009

Der Job des Journalisten/Redakteurs setzt den häufigen Umgang mit anderen Menschen voraus. Das muss nicht immer etwas Gutes sein, lässt sich aber nun einmal nicht ändern. Manche Menschen sind ja auch ganz nett.

Zumindest am Telefon, denn dann kann man mit einem „Ich muss leider ins Meeting“ auch den hartnäckigsten Menschen abwimmeln.

Aus gegebenem Anlass möchte ich aber unbedingt noch einmal auf Folgendes hinweisen: Beim Telefonieren gibt es bei mir nur vier Möglichkeiten:

1) Ich bin am Platz, niemand ist in meinem Büro: Ich nehme spätestens beim dritten Klingeln ab (dann habe ich es auch bei vollem Mund geschafft, alles runterzuschlucken).

2) Ich bin am Platz, habe jedoch eine Besprechung mit anderen Menschen und vergessen, das Telefon umzustellen: Ich nehme nicht ab. Dann hilft es auch nichts, das Telefon 20x klingeln zu lassen.

3) Ich bin am Platz, hatte aber an diesem Tag schon so viel menschliche Zuwendung, dass ich ein weiteres Gespräch nicht ertrage: Ich nehme nicht ab, werde aber durch das nicht enden wollende Telefongebimmel zusehends gereizt und möchte beim 25x klingeln vielleicht doch abnehmen und in den Hörer schreien, welche Dumpfbacke da eigentlich anruft.

4) Ich bin nicht am Platz: Ist es dann nicht schade, wenn jemand seine Zeit damit verschwendet, das Telefon 20x klingeln zu lassen?

Hier noch einmal die Zusammenfassung für diejenigen Menschen, die mich mir ihren Telefonanrufen manchmal in den Wahnsinn treiben wollen: Wenn ich beim dritten Klingeln nicht abgenommen habe, könnt Ihr auflegen. Dann bin ich nicht da oder will nicht da sein.

Ausgenommen von dieser Regelung sind natürlich reiche – mir bis dato unbekannte -  Erbtanten und Headhunter mit Traumjobs (wenig Arbeit, viel Geld) :-)


Korrektur: Urlaub ist doch nicht wie Arbeit

November 4, 2009

Nachdem ich den Montag auch noch Urlaub hatte, muss ich meine letzte Aussage korrigieren. Urlaub ist doch nicht wie Arbeit, denn Urlaub nervt einfach nicht.

Auf jeden Fall habe ich noch niemals jemanden sagen hören, dass Urlaub nervt, unterfordert, überfordert etc.

Im Urlaub muss man seine Lebenszeit auch nicht mit extrem langweiligen Meetings verbringen, in denen austauschbare Männer (manchmal auch Frauen) mit Seiten- oder Mittelscheitel und bügelleichten Eterna-/Seidensticker-Hemden in grauen mittelpreisigen Anzügen so lange reden, bis man „Bingo“ schreien möchte, weil man genug Wörter auf bullishitisch vernommen hat. Oder Kollegen im ewig gleichen Pulli für eine Aussage, für die man gut 10 Sekunden brauchen würde,  sagenhafte 30 Minuten benötigen.

Und es gibt noch etwas, was man nur im Urlaub oder am Wochenende tun kann: Ski fahren!

Am letzten Sonntag stand ich bei strahlend blauem Himmel und angenehmen Temperaturen um die 0 Grad auf Deutschland höchstem Berg, der Zugspitze. Auch wenn die Zugspitze nur wenig Pistenkilometer (dafür aber teure Skipässe!) bietet, lohnt sich gerade in der Vor- oder Nachsaison ein Abstecher dorthin. Während die Landschaft unten noch strahlenden Herbstfarben leuchtet, gibt es oben Schnee satt. Da störte es mich dann auch kaum, dass die Pisten entweder eisig oder sulzig waren. Ein weiterer Pluspunkt: Die Pisten sind relativ leer, weil die meisten Skifahrer noch keine Lust (oder keine Lust mehr) auf Ski fahren haben.

Tipp für alle, die in /um München herumwohnen: Hinfahren, fürs gute Gewissen ein bisschen die Pisten runterrutschen und dann für 2,50 Euro einen Liegestuhl mieten und die Sonne genießen :-)

 


Urlaub ist wie Arbeit

Oktober 30, 2009

Nach einem Tag Urlaub muss ich abends leider feststellen: Urlaub ist wie Arbeit, nur körperlich anstrengender. Weil man im Urlaub all das machen muss, was man in der Woche aufgrund der Arbeit kaum schafft. Zum Beispiel Wäsche waschen, (gefühlt) 20 Körbe Wäsche bügeln (gerade beschlossen, nur noch Klamotten mit Knitteroptik zu kaufen!), Keller aufräumen, Zeugs sortieren und weitere absolut spaßbefreite Arbeiten.

Und jetzt bin ich an einem Freitagabend zu müde für irgendwas. Sogar zu müde, um mir den doofen TV-Trash anzutun. Freue mich ja fast wieder auf die Arbeit. Bis auf die anwesenden Menschen ist dort alles prima. Man kann bewegungslos auf den Monitor starren, stundenlang sinnlose Telefongespräche führen, sich über seltsame Software wundern, die IT-Abteilung innerlich verfluchen, schlechten Kaffee trinken (und sich immer wieder dabei anhören, dass man sich doch glücklich schätzen darf, dass es überhaupt kostenlosen Kaffee gibt) und und und…

So, genug gegriesgrämt für heute. Der Rest der Abends gehört dem Buch „Bis ich dich finde“ vom „Garp“-Autoren John Irving. Wie bei Irving nicht anders gewohnt, ist auch dieses Buch voller Skurrilitäten, dabei herrlich kurzweilig und einfach nur gut zu lesen. Aber das sollte es bei über 1100 Seiten wohl auch sein. Bin mal gespannt, wie lange ich daran noch lese, aber auf jeden Fall liegen noch 400 Seiten vor mir.


Discuss your disaster

Oktober 22, 2009

Hier ein ganz superwertvoller Tipp, der aber sofort umgesetzt werden muss:

Wer in der Nähe von München wohnt und sich ganz, ganz furchtbar langweilen oder ein Gefühl dafür bekommen will, was das Wort Wirtschaftskrise in der Realität bedeutet, der sollte unbedingt noch zur Messe Riem rausfahren und auf die discuss & discover gehen.

Die Nachfolgerin der Systems, der wahrscheinlich langweiligsten IT-Messe der Welt (ja, ich weiß, dass ich mich wiederhole), ist heute den dritten und letzten Tag live zu erleben. Irgendwie passt discuss & discover als Messename gar nicht. Den Blicken der anwesenden Aussteller und wenigen Besucher nach zu urteilen, würde „discuss your disaster“ besser passen.

Zum Glück war wenigstens die Microsoft-Pressekonferenz zum Start von Windows 7 nur eine Stunde lang und die Redner rhetorisch gut geschult. Neuigkeiten gab es natürlich nicht (war ja auch die gefühlt 100. Presseveranstaltung zu dem Thema), aber besonders der Deutschlandchef von Microsoft, Achim Berg, hat einen ganz angenehmen Erzählstil.

Wenn man die Stunde brav durchgehalten hatte, durfte man eine Final-Version von Windows 7 Ultimate und eine 180-Tage-Version von Windows-Server R2 mitnehmen. Okay, dass die Server-Version zeitlich begrenzt ist, finde ich dann doch etwas geizig – aber wahrscheinlich muss auch Microsoft sparen…

Ein weiteres Messe-Highlight ist das kostenlose Essen in der oberen Etage. Wer kaltes Fischcurry mag, sollte da unbedingt noch hingehen…


Oliver Pott: Geld verdienen im Internet – oder so…

Oktober 20, 2009

Habe ich eigentlich schon einmal erwähnt, wie wenig ich es zu schätzen weiß, wenn ich einen Text zweimal schreiben muss?

Aber nachdem ich lange darüber nachgedacht habe, ob ich Euch wirklich von meinem letzten Samstag erzählen soll, kann ich meiner geschwätzigen Seite nicht länger Einhalt gebieten. Und die will das unbedingt loswerden…

Als am Samstag um kurz nach 6h mein Wecker klingelte, war meine erste Reaktion: Draufhauen! Danach probierte ich es mit Ignoranz und redete mir selbst gut zu, dass es doch Schwachsinn sei, so früh aufzustehen. Ich hielt genau bis 6.24h durch. Dann hatte ich es geschafft, mich durch meine erfundenen Ausreden, warum ich nicht aufstehen konnte, endgültig wachzumachen.

Noch wacher wurde ich dann durch eine kalte Dusche und als ich um halb 8h die Wohnung verließ, fühlte ich mich fast wie ein Mensch. Wie ein Mensch allerdings, der bei Eiseskälte durch menschenleere Straßen schlurft. Die S-Bahn war dagegen erstaunlich voll. Ich fühlte mich an die Ikea-Werbung mit dem „Kein schönes Zuhause?“ erinnert…

Dann war da wieder dieses „WARUM??“ in meinem Kopf. Warum saß ich um diese Zeit in der S-Bahn? Weil mir ein ganz netter Mensch (der das Seminar auch besucht hat, aber nicht wie ich extra früh dafür aufgestanden ist!) von einem Seminar von Dr. Oliver Pott erzählt hat. Und in einem Anflug von 0.5-Sekunden-Wahnsinn hatte ich mir gedacht, dass ich mir das gerne mal anschauen würde. Da kannte ich auch die Agenda noch nicht und dachte, das Seminar wäre irgendwann nachmittags. Neugier kann manchmal ein Fluch sein…

Wer ist Oliver Pott? Dr. Oliver Pott hat früher eine Software-Kauf-Seite namens blitzbox.de betrieben. Diese wurde dann vom Distributor Avanquest gekauft, was Dr. Pott sicher nicht ärmer gemacht hat. Oliver Pott nutzte die Zeit danach, seine Erfolge im Web weiterzuvermarkten und startete mit founder.de ein neues Projekt. Als ich mir diese Seite das erste Mal sah, fühlte ich mich sofort an Butterfahrten und Heizdecken erinnert.

Um was es geht? Darum, wie jeder im Internet Geld verdienen kann. Und damit es auch jeder sofort sieht, empfängt einen die Starseite in folgender wenig augenschmeichelnder Formatierung:

Internet-Multimillionär zeigt in Gratis-Report (Wert: €19,95),
wie jeder €100.000 und mehr Geld im Internet verdienen kann -
und wie Sie wirklich JEDE Website zu einem finanziellen Erfolg machen

Ich verlinke hier absichtlich nicht direkt auf die Seite, damit es nicht so aussieht, als wenn ich Euch etwas aufschwatzen will. Das also hatte mich zu nachtschlafender Zeit aus dem Bett getrieben…

Immer noch reichlich müde kam ich dann um kurz nach neun im noblen Hotel Softitel direkt neben dem Münchner Hauptbahnhof an. Und war wirklich erstaunt. Denn da stand eine Riesenschlange an Menschen, die anscheinend an einem Samstagmorgen nichts anderes zu tun hatte, als ein Seminar von Oliver Pott zu besuchen. Zu Ticketpreisen von mehreren hundert Euro. Die ich mir gespart hatte, weil ich netterweise eine Freikarte geschenkt bekommen habe.

Die nächsten Minuten waren seltsam. Mit dem Vorurteil gekommen, alles seltsam und unseriös zu finden, muss ich sogar zugeben: Oliver Potts Vortrag auf der Bühne war eigentlich ganz okay. Ich fasse den 2 Stunden Vortrag mal kurz mit meinen Worten zusammen:

1) Du musst eine Webseite mit einer eindeutigen Message online stellen. Meine Meinung: Ja, hilft bestimmt

2) Du brauchst eine gute Idee für eine Dienstleistung/Produkt. Möglichst was, was jeder will/braucht oder glaubt zu brauchen. Meine Meinung: Klingt nicht unvernünftig

3) Du brauchst eine gute URL und solltest SEO nicht vergessen. Meine Meinung: Klar, denn ohne Google kein Erfolg

4) Du solltest die Google-Analyse-Tools nutzen. Meine Meinung: Sicher! Wozu hat Google das ganze Zeugs wie Analytics und Co. sonst entwickelt…

5) Du musst Adressen sammeln, damit Du später potenzielle Kunden anmailen kannst. Meine Meinung: Erscheint logisch, denn: ohne Adressen keine Kunden

6) Zum Verkaufsstart brauchst Du ein fertiges Produkt/Dienstleitung. Meine Meinung: Och nö…arbeiten muss man da auch?

Vielleicht muss man das so sehen: Da sind ein paar Menschen, die keine Ahnung von SEO & Co. haben. Oliver Pott bereitet das alles so auf, dass es sogar der Dümmste kapiert – und kassiert dafür richtig Geld.

Ach übrigens: Ich würde auch gerne Geld im Internet verdienen. Natürlich, ohne etwas dafür tun zu müssen. Wenn Ihr vielleicht ein paar Euro übrig hättet, wüsste ich da ein interessantes Bankkonto, auf das Ihr gerne Geld überweisen könnt… ;-)


Goodbye, Daten!

Oktober 19, 2009

Ehrlich: Wenn man eine halbe Stunde in die Tasten getippt hat und dann einen falschen Knopf drückt und der nicht gespeicherte Blogeintrag ins virtuelle Datennirvana abhaut (und das nur, weil man noch mal die Rechtschreibprüfung anwerfen wollte, bevor man den Beitrag online stellt), macht einen das schon echt ärgerlich.

Ich könnte schreien, WordPress Tiernamen geben oder einfach morgen weiterschreiben. Vielleicht in der Reihenfolge…? Dabei schreibe ich im Job wahrscheinlich 1x im Monat, wie superwichtig es ist, Daten zu sichern und immer ein Backup anzulegen. Ich mag es, wenn mein Rechner sarkastisch wird…

Dabei hatte ich mich gerade durchgerungen, davon zu berichten, was ich am letzten Samstag so gemacht habe. Obwohl ich wahrscheinlich besser nicht zugeben sollte, was ich getan habe. Aber die geschwätzige Seite in mir möchte das unbedingt erzählen. Mal sehen, wer bis morgen gewinnt….

Ach ja: Dieser Beitrag wurde bewusst nicht auf Rechtschreib- und Grammatikfehler geprüft!


Darth Vader für Arme oder Blutdruck-Muskelkater

Oktober 13, 2009

Ich gehe selten und ungern zum Arzt.  Brauche ich auch nicht, denn: Bis auf Senk/Spreiz/Hastenichtgesehen-Füße (auch Entenfüße genannt) und einen manchmal sehr niedrigen Blutdruck (Originalzitat vom Arzt: „Eigentlich sind sie schon klinisch tot“) bin ich kerngesund. Habe noch nicht mal eine Allergie.

Nur neulich hatte mich irgendetwas erwischt, das dafür gesorgt hat, dass ich mich richtig krank und matschig im Kopf gefühlt habe. Und dazu noch einen Ganzkörperschmerz hatte, den ich noch nicht mal habe, wenn ich untrainiert eine 5-Stunden-Bergtour hinter mich bringe. Also dachte ich mir, es ist mal wieder Zeit für einen Besuch beim Onkel Doc.

Mit Hilfe der verschriebenen Medikamente ging’s mir dann auch bald wieder gut. Nur hatte ich blöderweise das erste Mal in meinem Leben einen zu hohen Blutdruck. Was vielleicht auch daran lag, dass ich mich kaum bewegen konnte und der Gang zum Arzt schon Schwerstarbeit bedeutete. Auf jeden Fall hat der Doc das gleich zum Anlass genommen, mir  einen 24-Stunden-Blutdrucktest zu empfehlen.

Ich habe mich blöderweise nicht gewehrt. Gestern Morgen wurde ich dann mit dem Gerät ausgestattet. Und das bedeutete: Alle 20 Minuten pumpte sich das Blutruck-Messgerät am linken Arm mit einem Darth-Vader-mäßigen Geräusch auf. Pumpte sich auf, bis der Arm schmerzte, blieb dann einige Sekunden so stehen und ließ dann wieder die Luft raus. Wenn ich den Arm nicht sofort ruhig hielt, fing das statt nach 20 Minuten schon 3 Minuten später wieder an.

Hat echt Spaß gemacht. Vor allen Dingen am Nachmittag, als ich ein Meeting hatte. Hatte endlich mal die ungeteilte Aufmerksamkeit für mich…

Beschloss, abends zu Hause auf dem Sofa zu bleiben. Schade, dass ich keine Katze oder einen Hund habe. Wir hätten gestern Abend auch eine Menge Spaß haben können…

Nachts wurde es dann richtig nett. Denn ab 22 Uhr pumpte sich das Teil nur noch stündlich auf. Also immer dann, wenn ich gerade wieder richtig eingeschlafen war.

Und auch die Morgenwäsche war ein ganz neues Erlebnis. Da ich unterschreiben musste, dass ich das Gerät nicht abnehme, begann mein heutiger Morgen mit akrobatischen Verrenkungen. Aber ich hab’s geschafft! Sauber gewaschen und gekämmt stand ich zu nachtschlafender Zeit (kurz vor 8h) beim Arzt und war froh, das Teil endlich wieder loszuwerden. Bin auf die Auswertung gespannt, aber das dauert noch ein paar Tage.

Meine Vermutung: Sehr niedriger Blutdruck, da ich mich gestern kaum bewegt habe. Das Teil hat so genervt dass ich schon beim normalen Tippen auf der Tastatur gehandicapt war.

Das Allerschlimmste ist aber, dass ich heute genau an der Stelle, an der die Manschette saß, einen Muskelkater habe. Irgendwie peinlich oder?


Wiesn schizophren

September 30, 2009

Einmal im Jahr dürfen sich in München alle hemmungslos betrinken. Die einen können das besser – zum Beispiel biererprobte Bayern – die anderen weniger gut – zum Beispiel die Heerscharen an Italienern, die Oktoberfestbier für Dünnbier halten. Oktoberfestbier für Dünnbier zu halten, ist übrigens ein Fehler, den auch Niedersachsen gerne machen (mich eingeschlossen), aber zum Glück habe ich diesen Fehler nur einmal gemacht.

München befindet sich also – alkoholtechnisch gesehen – einmal im Jahr im Ausnahmezustand. Wenn man, wie ich, direkt an der Theresienwiese arbeitet, kann man während der zweiwöchigen Oktoberfestzeit den einen oder anderen Menschen mit Kontrollverlust erleben. Was manchmal sehr lustig ist, meistens aber einfach nur nervt.

In diesem Jahr sind mir morgens und abends zum Glück relativ wenig Alkoholleichen über den Weg gelaufen. Dafür habe ich ab Montag dieser Woche das Gefühl, in einem Hochsicherheitstrakt zu arbeiten. Wenn ich aus der U-Bahn komme, laufe ich direkt schwarzgekleideten Polizisten (wahrscheinlich von der Bundspolizei oder irgendeiner Sondereinsatztruppe) in die Arme. Im Unterschied zu normalen Streifenpolizisten kann man den durchtrainierten Körper trotz Uniform und schutzsicherer Weste erkennen.

Wer im Moment das Pech hat, mit dem Auto in die Nähe der Wiesn zu müssen, wird von der Polizei akribisch unersucht. Und zwar Auto für Auto, ohne Ausnahme. Das führt natürlich zu einem Mega-Verkehrschaos. Und wahrscheinlich auch dazu, dass potenzielle Terroristen jetzt doch keinen Bock mehr auf einen Anschlag haben. Denn Al-Kaida hat mit Sicherheit auch keine Lust, im Stau zu stehen. Außerdem stellt sich ja auch die Frage, ob der Al-Kaida-Mob überhaupt im Besitz eines Autos ist. Obwohl: Nach der Abwrackprämie bestimmt.

Auf jeden Fall nervt der Sicherheitsring rund ums Oktoberfest langsam ganz gewaltig. Den ganzen Tag lang höre ich entweder Sirenen oder das fröhlichen Kreischen der Wiesnbesucher – Wiesn schizophren eben…

Wäre ich der Hauptdarsteller in einem Hollywood-Film, würde wahrscheinlich genau jetzt eine vom Mossad auf dem Oktoberfest platzierte Bombe explodieren. Natürlich würde der Mossad dafür sorgen, dass alle Al-Kaida für den Täter halten würden. Und während sich die Menschheit auf den Dritten Weltkrieg vorbereitet, würde ich schnell mit E.T. telefonieren und darauf warten, dass ich nach Hause telefoniert werde…