Frau Anal Meier

November 6, 2009

Jeden Tag tippe ich so einiges an Text und Mails. Kein Problem für mich, denn ich bin ein echter Schnelltipper, trotz eines komischen „Irgendwie-treff-ich-schon-die-Tasten“ Nichtsystems.

Gerade bei Mails sind meine Gedanken jedoch manchmal schneller als meine Finger tippen können. Das ist auch kein Problem für mich, denn schließlich nutze ich ja immer die in Outlook integrierte Rechtschreibprüfung, bevor ich eine Mail verschicke. Was mir heute fast eine mittelschwere Katastrophe eingebrockt hätte.

Schreiben wollte ich: „Richten Sie Anja xxx (den Nachnamen behalte ich lieber für mich) bitte viele Grüße aus.“ Und weil ich manchmal hektisch tippe wurde aus Anja ein Anaj. Ein ganz harmloser Buchstabendreher. Leider am Ende der Mail. Und weil zeitgleich jemand in mein Büro stürmte, drückte ich bei der Rechtschreibprüfung auf „Ändern“ statt „Einmal Ignorieren“. Zum Glück dann aber doch nicht auf Senden.

Denn ob Frau Anal xxx sich über diese Grüße gefreut hätten, wage ich zu bezweifeln…


Keine Party ist keine Party ist keine Party…

Oktober 21, 2009

Auch nach 1 ½ Dekaden in der Verlagswelt gibt es immer wieder Pressemitteilungen, die mich etwas verwirren.

Beispiel:  Diese hier von Microsoft, mit der „kurzen“ Bertreffzeile: „Einladung zur Markteinführung von Windows 7 und Windows Server 2008 R2 in Hamburg und München“

Aha, dachte ich mir da Anfang Oktober: Endlich gibt es mal ein paar Infos zur Launch-Party von Windows 7. War ja die letzten Male immer ganz nett gewesen.

Beim Öffnen der Mail stockte ich dann jedoch. Party? Ja, das Wort Party gab es in der Mail auch. Aber nicht im heimischen München, sondern in Hamburg. Dass ein Großteil der IT-Presse in München sitzt, scheint Microsoft wenig zu interessieren. Dafür sitzt Computerbild in Hamburg. Und vielleicht findet es Microsoft auch sexier, trendige Journalisten von Spiegel & Co. auf dem Launch-Event zu haben, als die schlechtangezogene Computerpresse aus München.

Damit die Münchner nicht alle weinen müssen, weil bei den gestrichenen Reisebudgets auch Chefredakteure nicht nach Hamburg fahren dürfen, beglückt Microsoft die Münchner Verlagswelt ebenfalls mit einem Launch-Event. Und zwar morgen, um 11 Uhr morgens in Form einer Pressekonferenz auf der Nachfolger-Messe der Systems (die mit Abstand langweiligste Messe der Welt!), der dicuss & discover.

Wie sagt man in Bayern so schön: I glaub, i werd narrisch…


Aus dem Leben eines Blackberry-Besitzers…

Oktober 21, 2009

Wenn eine Firma ihrem Mitarbeiter zeigen will, dass er einige Wertschätzung genießt, spendiert sie ihm einen schicken Firmenwagen mit einer Tankkarte. Da kann Mitarbeiter XY dann kreuz und quer durch Deutschland fahren und muss nicht einen einzigen Cent für Benzin bezahlen.

Wenn eine Firma ihrem Mitarbeiter zeigen will, dass er zwar quasi unentbehrlich ist, aber für einen Firmenwagen kein Geld da ist, weil sich sonst die Vorstände ihren Alpina-getunten 7er BMW nicht mehr leisten können, stattet sie ihn mit einem Smartphone aus, dass er natürlich auch privat nutzen kann.  In den Besitz einen Smartphone können natürlich auch die Mitarbeiter gelangen, die entbehrlich sind, denen die Firma aber zeigen will, dass sie 24/7 zur Verfügung stehen sollen.

Ich hatte bis vor kurzem nur ein Firmenhandy. Was das jetzt für mich bedeutet, will ich gar nicht überlegen…vielleicht nur, dass meine Firma meinen Handyvertrag nicht kündigen wollte, damit ich ein Smartphone bekomme?

Egal, seit letzter Woche bin ich Besitzer eines Blackberrys Bold 9000. Und die Vorteile sind ungeheuer:

1) Ich kann den ganzen Spam, den ich morgens und abends bekomme, schon in der S-Bahn löschen

2) Ich kann auf dem Weg in die S-Bahn kleine Schulkinder neidisch machen, die auf ihren schrottigen Handy-Tastaturen versuchen, eine Mail zu schreiben

3) Ich kann abends noch bequem die Mails von meinem Chef lesen und mich dann die ganze Nacht darüber ärgern

4) Ich kann bis Mitternacht mit anderen Blackberry-Nutzern mailen und so zeigen, dass ich auch einen Blackberry habe und irgendwie wichtig bin

5) Da die Prügelquote in Münchner S-Bahnen ständig zunimmt: Ich kann in der S-Bahn „angry young man“ von mir ablenken und ihnen den Blackberry geben, damit sie nicht mich verprügeln

6) Ich kann stundenlang mit dem Scrollrad spielen und iPhone-Nutzer nur mitleidig angucken

Wenn man eine Woche lang einen Blackberry genutzt hat, kann man sich gar nicht mehr vorstellen, wie das Leben ohne Blackberry war. Was habe ich früher gemacht, als ich noch nicht fünf Mal in der Minute meine Mails gecheckt habe? Okay, man wird ein bisschen zappeliger als früher, aber wer sagt denn, dass ADS nur was für Kinder ist?

Trotzdem würde ich meinen Blackberry gerne eintauschen. Gegen einen schicken Firmenwagen mit Tankkarte…


I don’t talk blablabla

Oktober 7, 2009

München wurde heute von einer höchst eindrucksvollen Persönlichkeit heim- , äh ich meine natürlich be-sucht. Steve Ballmer, CEO von Microsoft schlug gleich auf zwei Veranstaltungen die Werbetrommel für Microsofts neues Betriebssystems Windows 7.  Da man sich ja leider nicht zweiteilen kann, habe ich mich gegen die Tagesveranstaltung Joint Launch Roadshow entschieden und statt dessen eine 1-stündige Veranstaltung namens „Windows 7 im Unternehmen“ besucht, das auf dem BMW-Gelände stattfand.

BMW schickte seinen IT-Leiter (weil ich nett bin, nenne ich keine Namen) auf die Bühne , der dann im Gespräch mit Steve Ballmer vor allem durch sein etwas unbeholfenes Englisch auffiel. Wobei es sicher keinen Spaß macht, vor einer dreistelligen Anzahl an Journalisten auf englisch mit Steve Ballmer zu sprechen.

Ballmer war heute übrigens erstaunlich ruhig, aber seine Lieblingsredewendung scheint eindeutig diese zu sein: „I don’t tak blablabla….“ Meist folgte dann irgendetwas in der Richtung, das Windows 7 „faster, better & with higher performance“ die Anwender beglücken würde. Klang also doch alles eher nach blablabla…

Obwohl: Ganz Unrecht hat er ja nicht, Windows 7 macht eigentlich einen ganz guten Einruck auf mich. Obwohl ich dazu sagen muss, dass ich mich nach  anfänglicher Todesverachtung und abgrundtiefer Apathie mittlerweile sogar mit Vista (abgefunden) angefreundet habe. Mit dem ganzen Apple-Hype kann ich dagegen wenig anfangen, das ist mir alles zu bunt, zu teuer, zu trendy. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur zu alt dafür…???

Das Highlight der heutigen Presserkonferenz war auf jeden Fall der Microsoft-CEO. Steve Ballmer live zu erleben ist schon ganz unterhaltsam. Ansonsten ähnelte der Event eher eine Werbeveranstaltung. Hätte jemand versucht, mir eine Heizdecke oder ein Kochtopf-Set zu verkaufen, wäre ich auch nicht sehr überrascht gewesen…

Habe gerade gesehen, dass ein Kollege schon ein Video von der Pressekonferenz bei YouTube reingestellt hat. Hier könnt Ihr Steve live on stage erleben.


PowerPoint als Kriegsvermeider

Juni 16, 2009

Ich habe wirklich lange nachgedacht. Nun bin mir einfach sicher: Ich hasse nichts mehr als PowerPoint-Präsentationen!

Zum einen ist PowerPoint das wahrscheinlich am schlechtesten zu bedienende Programm von Microsoft, zum anderen ist die Formatvorlage, die ich verwenden muss, eindeutig von einem Grafiker entworfen worden. Und zwar einem Grafiker, der vergessen hat, dass eine Präsentation nicht nur aus bunten Bildern besteht, sondern auch noch etwas Platz für Text vorhanden sein muss.

Aber das ist ja das generelle Problem bei 90% aller Präsentationen: Der Inhalt ist unwichtig, wichtig ist nur, dass es hübsch aussieht.

Hübsch aussehen tut bei mir leider noch nichts. Dabei sitze ich seit heute morgen an dieser xxx (Platz für ein Schimpfwort Deiner Wahl) Präsentation und versuche, meine Gedanken ins vorhandene Design reinzupressen. Form follows function…Wenn ich das alles in ein Word-Dokument geschrieben hätte, wäre ich nach einer halben Stunde fertig gewesen.

Ich stell mir gerade vor, wie das wohl gewesen wäre, wenn früher Kriege mit PowerPoint geplant worden wären: Wahrscheinlich wären uns dann viele Kriege erspart geblieben, denn bis der verantwortliche Minister/König etc. endlich sein Kriegsszenario dargestellt hätte, hätte sich niemand mehr an die potenzielle Kriegsursache erinnern können.

Eigentlich schade, dass Microsoft nicht ein paar tausend Jahre eher gegründet worden ist…


Peinliche Presse oder das Marketing-Inferno

Juni 9, 2009

Zm Glück gehöre ich nicht zu den Menschen, die schon Nächte vor dem Launch eines neues Spiels nicht mehr schlafen können. Ich bin eher altmodisch: Brettspiele: JA, Spiele am PC: NEIN. Okay, manchmal lasse ich mich zu einer Partie auf der Playstation überreden: Singstar (weil ich da immer gewinne) oder Guitar Hero (wo ich nicht unbedingt gewinne…).

Auch auf die Gefahr hin, mitlesende Spieler zu beleidigen: Ich finde Hardcore-Gaming eher etwas befremdlich und kann mir schwer vorstellen, mir wegen einer weiteren Stufe in World of Warcraft die Nacht um die Ohren zu schlagen. Und das, obwohl ich zu Studizeiten selbst mal Rollenspiele gespielt habe (eine hochbegabte Druidin in Midgard).

Noch befremdlicher als Non-Stop-Zocken finde ich es allerdings, wenn ein so großer Anbieter wie Electronic Arts mit einer ausgesprochen dämlichen Marketing-Aktion auf ein neues Videospiel aufmerksam machen will. Der Videospielhersteller hat die Videospielmesse Electronic Entertainment Expo in Los Angeles dazu genutzt, eine Marketing-Agentur anzuheuern, die sich als christliche Fundamentalisten ausgegeben und gegen ein Spiel namens „Dante’s Inferno“ demonstriert haben. Mehr Infos dazu gibt es hier

Jetzt komme ich nicht aus dem Marketing-Bereich, aber irgendwie muss einem doch der gesunde Menschenverstand sagen, dass so eine Aktion immer schiefgehen muss und ziemlich schnell auffliegt. Aber vielleicht glaubt man bei Electronic Arts auch, dass peinliche Presse besser als gar keine Presse ist?

So, jetzt muss ich leider aufhören, muss noch zum Media Markt und „Dante’s Inferno“ kaufen…


Bing.de mag keine Strumpfhosen…

Juni 2, 2009

Seit heute ist Microsofts neue Suchmaschine Bing online. Einmal mehr versuchen die Redmonder, die in den letzten Jahren eher hilflos Googles Suchmaschinen-Präsenz beobachtet haben, sich auch endlich ein Stück vom großen Online-Kuchen abzuschneiden.

Nun bin ich weder Google- noch Microsoft-Fan, das heißt, ich werde in nächster Zeit ganz unvoreingenommen testen, was Microsofts Suche kann – auch wenn ich die Live Search von Microsoft immer grottenschlecht fand.

Interessant bezhiehungsweise ungewollt komisch finde ich aber einige Funktionen von bing.de: Gibt man zum Beispiel das Suchwort „strumpfhose“ an, bekommt man keine Ergebnisse, sondern folgende Meldung:

Der Suchbegriff strumpfhose führt möglicherweise zu sexuell eindeutigen Inhalten. Ändern Sie Ihre Suchbegriffe, um Ergebnisse zu erhalten.

Hä…?!?


Twitteritis nervix

März 25, 2009

Dass ich nicht Twitter nicht mag und für absolut unnütz halte, habe ich ja schon mal erwähnt. Aber seit auch die VIPs dieser Welt (Demi Moore twittert zum Beispiel hier) das Zwitschern für sich entdeckt haben, wird Twitter echt zu einer Seuche. Einer Seuche, der sich ein Großteil meiner Mitmenschen wohl leider nicht mehr entziehen kann.
Statt mit schwarzen Beulen übersät, laufen sie nun mit ihren iPhones & Co. durch die Gegend. Und während mir in todlangweiligen Meetings nichts anderes übrig bleibt, als mit dem Kugelschreiber die viereckigen Kästchen meines Notizbuches auszumalen, sitzen die anderen mit ihren twitterfähigen mobilen Endgeräten neben mir und schreiben, was das Zeug hält.

Die textlichen Ergüsse sind dann wirklich lesenswert. Das geht von: „Heute Abend gibt es bei mit echt toskanische Bolognese“ über „Sitze gerade in einem todlangweiligen Meeting“ bis hin zu „@xxxx [hier steht irgendein Name] cool ey, find ich auch“. Um zu verstehen, worum es geht, müsste man dann auf den anderen Twitter-Feed gehen.
Und damit es nicht so aussieht, als wenn sie keine Fangemeinde haben, wird dann untereinander verlinkt. Das finde ich wirklich genial. Denn so kommt jeder auf gut und gerne 20 Follower (für Nicht-Twitter: „Anhänger“, also Leute, die dem Twitter-Feed angeblich regelmäßig folgen).
Auch wenn ich Twitter nicht mag: Twitter muss nicht per se was Schlechtes sein. Wenn interessante Menschen und einflussreiche Persönlichkeiten regelmäßig etwas über Ihre aktuellen Aktivitäten schreiben, kann das sogar ganz spannend sein. Aber wenn ganz normale Menschen darüber schreiben, was sie gerade essen, essen wollen, gegessen haben etc. dann ist das im höchsten Grade langweilig.
Und wenn es während eines Meetings die ganze Zeit leise neben mir klappert (100% geräuschlos scheint’s wohl nicht zu gehen) oder der Tisch wackelt, weil Person neben mir die eigenen Texte so wahnsinnig lustig findet, dann kann ich mir nur ins Reich des Misanthropen begeben. Ach ja, schlechte Laune ist doch auch was Schönes :-)


CeBIT 2009

März 5, 2009

Der letzte Messetag ist für mich angebrochen, Zeit, die letzten Tage Revue passieren zu lassen: Seit Montag bin ich jetzt schon in Hannover und dieses Jahr ist wirklich alles anders als in den Jahren zuvor. Das Wetter war zumindest am Dienstag und Mittwoch akzeptabel, meist schien sogar die Sonne. Heute herscht wieder das typische CeBIT-Wetter vor und das heißt: Es ist trübe, kalt und mit Sicherheit kommt nachher auch irgendwann noch der Regen.

Dann geht es auf der Messe zu, wie an guten Tagen am Tag vor der CeBIT, das heißt: Die Menschenmengen sind wirklich überschaubar. Ein Taxi bekommt man zu jeder Tages-und Nachtzeit, ohne dass man Wartezeiten in Kauf nehmen muss.

Trotzdem reden alle Firmen, mit denen ich bisher gesprochen habe, davon, dass sie von der Wirtschaftskrise noch nichts spüren. Nun gut, viele große Firmen sind gar nicht erst auf der Messe erschienen, dann muss man auch nicht irgendwelchen Journalisten erzählen, dass das Business ganz toll läuft.

 In manchen Hallen ist sogar richtig was los, zum Beispiel in der Security-Halle. Warum man die Hersteller von der verkehrsgünstigen Halle 7 in Halle 11 verfrachtet hat, weiß nur die Messegesellschaft alleine, auf jeden Fall geht es hier noch einigermaßen hektisch zu. Messebesucher verweilen gerne bei Sicherheitsspezialisten wie Kaspersky oder G Data,  da fällt es kaum auf, dass so große Firmen wie Symantec fehlen, aber die waren ja auch im letzen Jahr schon nicht mehr dabei.

Auch am Microsoft-Stand hat man das Gefühl, dass es der IT-Branche geradezu prächtig geht. Das Interesse der Messebesucher an Windows 7 ist groß (klar, nach dem desaströsen Windows Vista lechzt ja geradezu jeder User nach einer neuen Windows-Version), der Menschenandrang erinnert an die richtig gut besuchten Messen Anfang 2000.

 Nur irgendwelche neuen Trends habe ich bisher vergeblich gesucht. Green-IT ist eines der Messe-Mottos, aber furchtbar viel merkt man davon auf der Messe nicht.

So, ich gehe jetzt wieder raus in die Kälte und versuche, in den nächsten 8 Stunden noch irgendetwas Spannendes zu entdecken, aber so richtig optmistisch bin ich nicht.

Apropos, es gibt noch eine weitere Neuigkeit: Ich bin bisher noch nicht erkältet und fühle mich kein bisschen krank :-)


Wie man den Messenger-Fluch bekämpft

Januar 28, 2009

Früher, als ich Kind war, war das Leben einfach. Da gab es nur 5 Fernsehprogramme: ARD, ZDF, NDR 3 (oder wie auch immer der hieß) und DDR 1 und DDR 2 (ja, so was gab’s, wenn man nur ca. 25 km weit von der innerdeutschen Grenze entfernt wohnte). Diese 5 Fernsehprogramme liefen auf einem Schwarzweiß-Fernseher, der natürlich keine Fernbedienung hatte. Deshalb war das Wort „zappen“ auch noch nicht erfunden. Auf diesem Fernseher liefen Serien, bei denen man nicht eine Folge verpassen wollte, wie zum Beispiel Captain Future, Die Waltons, Flipper etc. Weihnachten lief immer irgendwas mit Patrick Bach.

Zum Telefonieren nutzte man das Telefon mit Wählscheibe in den Farben ätzend-organge oder hässlich-grün der Deutschen Post Telefoniert wurde nur, wenn man auch etwas zu sagen hatte.

Irgendwann kam dann der erste Farbfernseher mit Fernbedienung. Auf dem Fuße folgte das Privat-Fernsehen. Dieses brachte dann so unsägliche Serien wie Knight Rider auf den Fernsehschirm. Ja, ich fand Knight Rider schon damals grausam!

Telefone mit Wählscheibe waren langsam out. Dafür gab es dann Tastentelefone in allen erdenklichen Farben und Formen. Ich war zum Glück endlich alt genug, um ein eigenes Telefon zu bekommen (was durch die Tatsache begünstigt wurde, dass mein Zimmer unter dem Dach war und ich meine Eltern wegen der laut aufgedrehten Musik nie hören konnte). Das Telefon war knallbunt, leicht durchsichtig und von der Uhrenfirma Swatch (Gibt es Swatch eigentlich noch??). Telefoniert wurde immer, egal, ob man etwas zu sagen hatte oder nicht.

Heute ist irgendwie alles anders. Mein Telefon ist nicht mehr von Swatch, sondern von irgendeiner Telekom-Firma. Meistens wird es von mir benutzt, wenn ich in meinem Büro sitze. Dann klingelt es an manchen Tagen pausenlos, weil es einen Haufen Jobs gibt, in denen Menschen scheinbar nichts anderes zu tun haben, als andere Menschen via Telefon zu quälen. Alternativ erfolgt die Bombardierung via Mail.

Im Fernsehen laufen viele Sendungen, die einem das Gefühl geben, dass Deutschland ein Land voller Dummköpfe ist. Leider ist das Ganze dazu noch un-unterhaltsam.

Und als wenn das alles noch nicht genug wäre, musste dann Instant Messaging erfunden werden. Das Perfide an Tools wie ICQ ist, das sie immer anzeigen, dass man vor dem PC sitzt und erreichbar ist. Kaum vergisst man, den eigenen Status auf „Abwesend“ zu setzen, also so zu tun, als wenn man nicht da wäre, beginnt das ICQ-Fenster hektisch aufzupoppen. Begleitet von einem supernervigen Geräusch, das an ein kleines Tier erinnert, das man versehentlich getreten hat.

Natürlich kann man sich aussuchen, wem man seine Instant-Messaging-Daten gibt, theoretisch. Manchmal gibt man sie aber auch Leuten, mit denen man beruflich zu tun hat oder Personen, die man nicht so richtig mag (wenn einem keine gescheite Ausrede für eine Daten-Verweigerung einfällt) oder ein Freund oder Bekannter gibt arglos die Kontaktdaten weiter, weil er/sie glaubt, dass man sich darüber freut.

Was auch immer der Grund sein mag: Irgendwann hat jeder Kontakte, die er nicht haben will. Und das sind dann seltsamerweise immer die Personen, die einen ständig anchatten. Sogar dann, wenn man offline ist.

Aber ich habe jetzt die Lösung: Einen neuen ICQ-Account bei dem ich die Kontaktdaten ganz für mich behalte.  Schade, dass ich darauf nicht schon eher gekommen bin…