Alles nur noch Baustelle oder was?

Juli 29, 2008

In der letzten Woche bin ich kaum zum Schreiben gekommen, denn ich hatte ein paar Tage Urlaub, die ich mit Radfahren (davon später mehr) und einem Besuch bei meinen Eltern verbracht habe.

Ziel: Ein Ort in Niedersachen, 620 km von München entfernt. Leider hatte ich erst am Donnerstag vergangener Woche gelesen, dass das letzte Juli-Wochenende das schlimmste Stau-Wochenende des Jahres werden würde.

Und so saß ich dann am Freitag um circa 16 Uhr unverdrossen und optimistisch im Auto. Nachdem ich für die 620-km-Strecke im Winter schon einmal 18,5 Stunden gebraucht hatte, war mir eines klar: Länger konnte man für die Strecke einfach nicht brauchen.

Um 18h stand ich auf der Autobahn im Stau. Leider immer noch im Großraum München. Um 19h lag Nürnberg noch weit vor mir. Dann ging es teilweise schleppend, teilweise zügig weiter.

Um 19.30h, 20h, 20.16h, 20.38h, 21.00h, 21.42h etc. testeten andere Verkehrsteilnehmer meine Reaktionsfähigkeit. Und ich kann nur sagen: Hey, ist doch echt kein Problem, bei schnellem Tempo mal eben auf 80 abzubremsen. Ich liebe Mittelspur-Schleicher und alle, die bei Tempo 80 bis 100 auf die linke Spur wechseln, ohne nach hinten zu gucken. Da bedanke ich mich dann auch gerne einmal mit freundlichem Aufblenden der Scheinwerfer und dem internationalen Zeichen für Frieden und Völkerverständigung…

Wenn ich mich nicht über andere Autofahrer ärgerte, stand ich im Stau. Es ist einfach unglaublich, wie viele Autobahn-Baustellen es genau zur Hauptferienzeit gibt. Einen interessanten Überblick über alle Baustelle auf deutschen Autobahnen gibt’s übrigens hier.

Besonders gut gefallen haben mir die Baustellen auf der Rückfahrt. Da wird man nämlich erst auf 80 km runtergebremst, wundert sich, wo eigentlich die Baustelle ist, sieht, dass 80 km/h aufgehoben ist, gibt Gas und wenn man dann gerade wieder einigermaßen schnell ist, wird man wieder auf 80 km runtergebremst und die nächste Mini-Baustelle kommt. So macht Autofahren Spaß! Und die Umwelt freut sich sicher auch.

Auf jeden Fall konnte ich mich relativ gut in die Gefühlslage von Michael Douglas in dem Film Falling Down versetzen, als ich nach über 8 Stunden Fahrt um 0.15h endlich am Ziel war.

Idee: Einfach noch mehr Baustellen machen, dann kann bald niemand mehr irgendwohin fahren!


Die Rentner-Rache

Juli 22, 2008

Ich habe schon eine spitzenmäßige Idee, womit ich meine Zeit als Rentner ausfüllen könnte. Das wird wahrscheinlich noch locker 40 Jahre dauern, aber falls es dann noch Geschäfte geben sollte, werde ich grundsätzlich in der Woche erst 20 Minuten vor Ladenschluss und am Samstag in der Zeit von 10.30 bis 12.30h einkaufen gehen. Also genau dann, wenn die arbeitende Bevölkerung auch einkaufen geht.

Warum?

Weil mir genau dieses Szenario mindestens 1 Mal in der Woche passiert. Nur dass ich momentan leider der arbeitende Teil der Bevölkerung bin. Da wäre es interessant zu wissen, wie man sich auf der anderen Seite fühlt.

Ich gehöre nämlich zu denjenigen, die hinter Rentnern hinterher schleichen dürfen, die mit ungefähr 1 km/h den Gang runterwackeln und dabei kaum den Einkaufswagen bändigen können (Gibt’s denn keine Zivis mehr, die das Einkaufen übernehmen können?).

Ich gehöre außerdem zu der Menschengruppe, die dann gerne gefragt wird ob sie wüssten, wo Produkt XY steht und ob sie es eventuell aus dem Regal holen könnten, weil es zu weit oben steht. Das würde ich ja gerne tun, aber bei 1,60 m Körpergröße komme ich da auch nie dran…

Und ich gehöre auch zu dem Teil der Bevölkerung, der dann ewig an der Kasse stehen darf, weil ältere Menschen natürlich gerne ihre Lesebrille vergessen und dann die einzelnen Münzen (wo haben die nur immer das viele Münzgeld her?) nicht erkennen können.

Deshalb zwei Bitten für den Fall, dass sich jemals ein Rentner auf diese Seite verirren sollte:

1) Gehen Sie doch bitte zu allen anderen Zeiten außer den oben genannten einkaufen!

2) Fragen Sie bitte GROSSE (= größer als 1,60m) Menschen, ob sie Ihnen etwas aus dem oberen Regal herunterholen können.


Kahn, der Langsam-Jogger

Juli 21, 2008

Ein Sonntag in München kann recht vielseitig werden. Auf jeden Fall dann, wenn man mit ein paar Freunden eine Radtour macht und dabei im ersten Streckenabschnitt durch Grünwald kommt.

Für alle Ortsfremden: In Grünwald leben bevorzugt die Schönen und Reichen von München beziehungsweise die, die sich dafür halten, beispielsweise Fußballer, Schauspieler etc.

Doch zurück zur Fahrradtour. Wir radelten so ganz alleine durch Grünwald – denn sonntags ist da eigentlich nie jemand auf der Straße – als ich plötzlich einen Jogger sehe, der uns in sehr gemächlichem Tempo entgegenkommt.

Erst 30 Meter später verarbeitet mein Hirn, was es da gerade gesehen hat: Oliver Kahn, ganz alleine auf einer asphaltierten Straße joggend. In einem Tempo, bei dem sogar ich mithalten könnte.

Ich bremse also ziemlich spontan, was nicht gerade für Beifallsrufe bei dem Rest der Gruppe sorgt und erzähle den anderen, wer uns da gerade entgegenkam.

Aber anscheinend hat jeder schon einmal Oliver Kahn irgendwo in München gesehen. Nur nicht beim Langsam-Joggen am Sonntag-Mittag.

Und irgendwie grantig sah er aus. Was aber auch daran liegen kann, dass wir ihn nicht erkannt haben. Als Promi ist das ja so ziemlich das schlimmste, was einem passieren kann.

Spannender war dann das Schaf, dass wir einiger Zeit später gesehen haben. Das hatte sich in einem Zaun verfangen und dann selbst wieder befreit, bevor wir helfend eingreifen konnten.

Nur das empörte Meckern war dann noch eine Zeit lang zu hören…


Star-Search mal anders

Juli 15, 2008

Jaja, ich weiß: Ich bin ein bisschen spät dran mit meiner Schelte über das Benefiz-Fußball-Spiel am Samstag in der Allianz-Arena, München, das unter dem Motto „Goal4Africa“ stand.

Aber momentan geht’s in der Arbeit hoch her und da bin ich dann irgendwann froh, wenn ich mal nicht vor dem PC hocken muss. Außerdem heißt es ja immer, man solle, bevor man Böses schreibt (gilt für Mails, Blogeinträge, Leserbriefe, Kündigungsbriefe – wenn schon 2 davon ignoriert worden sind – an E-Plus etc.) erst einmal eine Nacht darüber schlafen. Nun gut, bei mir wurden 3 Nächte daraus.

Also, ich habe jetzt 3 Nächste darüber geschlafen und finde das groß angekündigte Benefiz-Spiel eine Frechheit.

Auf der Webseite der Allianz-Arena lautete die Überschrift zu dem Spiel vollmundig:

Das Fußballfest des Jahres in der Allianz Arena!

Natürlich habe ich nicht daran geglaubt, dass alle angekündigten Top-Spieler, wie z.B.

  • Kaká
  • Ruud van Nistelrooy
  • Gianluigi Buffon
  • Ronaldo
  • Didier Drogba

auch wirklich auflaufen würden. Aber zumindest ein bis zwei bekannte Spieler wären nett gewesen. So war dann der Top-Star unter den Fußballern – neben Gattuso – auch schon Michael „Ich stolper etwas unbeholfen über den Rasen“ Ballack. na toll.

Da es viele clevere Menschen gibt, die durchschaut haben, dass die versprochenen Stars nur ein Fake waren, war das Stadion auch nur maximal halb voll, geschätzt so an die 30.000 Leute.

Richtige Stimmung wollte da nicht aufkommen.

Lustig: Niemand bekam den Anpfiff und das erste Tor mit (ich war gerade mit meinem Deluxe-Bier aus dem Plastikbecher beschäftigt. Bei 3,50 Euro für 0,4l Bier muss man wohl einfach von Deluxe-Bier sprechen).

Auch der Stadionsprecher gab das erste Tor erst Minuten später durch, was mich glauben lässt, dass er es auch nicht mitbekommen hat. Schießen lassen (verteigt wurde er nicht) haben Sie das Tor Nr. 1 übrigens von Nelson Mandels Enkel, der  kurz danach das Fußball-Feld wieder verlassen hat.

So schleppte sich das Spiel dann 2 Halbzeiten lang hin. Tor hier, Gegentor da. Highlights: Die Schokolade und das Popcorn, das mir von rechts und links angeboten wurden.

Ach ja: Einen Star gab es dann doch noch: Michael „Schumi“ Schumacher, der gar keine schlechte Figur machte und immerhin ein Tor schoss.


Gut verschnürt ist halb gestorben

Juli 10, 2008

Nach einem netten Abend mit gutem Essen, leckeren Getränken und interessanten Gesprächen bin ich gestern Abend gegen 11 Uhr auf dem Weg um Ostbahnhof. Plötzlich sehe einen Sprinter-ähnlichen Wagen mit offenen Türen, den ich aber nicht beachte.

Bis ich dahinter Männer sehe, die mit etwas Hantieren. Auf den ersten Blick erkenne ich kaum etwas, dafür aber auf den zweiten.

Das etwas ist eine Bahre und auf der Bahre scheint jemand zu liegen. Perfekt verschnürt sieht das, was einmal ein lebendiger Mensch war, nun aus wie ein Paket, das auf dem Weg zur nächsten Post-Station ist. Gelassen schieben die beiden Männer Ihr Mensch-Paket in den Wagen. Der Tod ist hier Routine.

Irgendwie bizarr, finde ich. Und dann muss ich an plötzlich an La lalalala la la lalalalala lala la denken. Wo sie wohl gerade steckt?


Schicke Brüllwürfel oder: War früher alles zu teuer?

Juli 9, 2008

Der letzte Umzug ist gerade ein halbes Jahr her und so langsam bin ich zu Hause auch wieder stolzer Besitzer eines Büros, in dem alles an seinem Platz steht. Das ist bei circa 1000 Büchern schon eine kleine Höchstleistung, finde ich.

Nur eins bereitete mir bis vor kurzem Kopfzerbrechen: Welche Musikanlage stellt man in ein 10 qm großes Zimmer, dass nur aus Bücherregalen, Schreibtisch und Sessel besteht? Meine alte Anlage mit großen Boxen habe ich auf jeden Fall erst mal im Keller gelassen.

Denn ich habe sie plötzlich gesehen, die ultimative Anlage fürs Mini-Zimmer: Das COMPANION 3 Multimedia Speaker System von Bose. Wer es selbst man in Augenschein nehmen will: hier geht’s zur Hersteller-Webseite

Es handelt sich dabei um keine Anlage im herkömmichen Sinne, sondern um ein Lautsprechersystem mit Subwoofer für den PC. Da man aber per Kabel einen MP3-Player anschließen kann, lässt sich die Anlage auch ohne den PC nutzen.

Statt also das Zimmer mit einer Riesen-Anlage vollzustellen, zieren jetzt zwei formschöne Boxen meinen Schreibtisch, den Subwoofer kann man gut unter dem Tisch verstecken. Was die kleinen Boxen an Sound hervorzaubern, verblüfft mich jeden Tag aufs Neue und reicht wahrscheinlich locker aus, um selbst ein 50 qm großes Zimmer erfolgreich zu beschallen.

Das Design und die Klangqualiät lässt sich Bose dann auch bezahlen: 300 Euro in Zeiten, wo man akzeptable Komplett-Anlagen schon für 100 bis 200 Euro bekommt, ist recht ordentlich. Auf der anderen Seite ist es superbillig im Verhältnis zu den Preisen, die man noch in den 90er Jahren für eine gute Anlage zahlen musste. Für 300 Euro hätte man da im besten Fall 2 kleine Boxen bekommen.

Ist heute also alles irgendwie zu billig oder war früher alles zu teuer?

 


Gegen mich ist Toastbrot wie Einstein

Juli 2, 2008

Gestern habe ich alles richtig gemacht! Nach der Arbeit im Biergarten gewesen, dann um irgendwas nach elf nicht sofort ins Bett gegangen (obwohl müde!), sondern die Fernbedienung in die Hand genommen und durch Zufall in Kalkofes Mattscheibe gezappt. Wusste gar nicht, dass ProSieben das sendet.

Auf jeden Fall konnte ich einen etwas sehr tumb (neudeutsch: dumm) wirkenden Möchtergern-Rapper sehen, der von einem Möchtegern-Reporter oder ähnlichem interviewt wurde. Das Interessante am heutigen Jugendsprech ist ja, dass man einfach nicht erkennen kann, ob ein Muttersprachler redet oder nicht. Was genau der Nachwuchs-Sido da so vor sich hinpamphlet hat, konnte ich deshalb nicht ganz nachvollziehen, aber als Oliver Kalkhofe dann in einer Doppelrolle als Rapper und Interviewer ins Bild rückte, bin ich vor Lachen fast vom Sofa gerutscht.

Und habe einen neuen Lieblingssatz gefunden, den Kalkofe in seiner Rolle als Rapper von sich gibt: „Gegen mich ist Toastbrot wie Einstein.“

Wenn man mich gegen dich austauscht, ist das doch mal ein Satz, den man sinnvoll weiterverwenden kann, z.B. wenn Frau/Mann/Freund/Freundin/Feind/Chef (falls man eh gerade kündigen wollte) nervt.

Ich freu mich über Vorschläge, WEM Ihr diesen Satz auch WELCHEM Grund gerne sagen würdet.