Filling-Blog-With-Pulp-Writer

Wenn man ein wenig in der schönen neuen Community-Welt unterwegs ist, hat man ordentlich was zu lachen. Eine meiner Lieblingsplattformen ist zum Beispiel Xing.

Zum einen kann man es wirklich gut als aktuelle Kontaktdatenbank nutzen, zum anderen finde ich da immer wieder Stellenbeschreibungen, die mich nicht nur zum Schmunzeln bringen, sondern auch meine Fantasie beleben.

Hier meine Top-Favoriten:

1) Datenbank-Content-Administrator

Stellt Euch vor, Ihr wärt auf einer Party und jemand antwortet auf die obligatorische Frage nach dem Job mit diesem Wort. Was auf den ersten Blick mindestens so interessant wie Atomphysiker am Max-Planck-Institut klingt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung doch als echte Wortblase ohne Bedeutung.

Auch wenn das Wort Datenbank noch Ehrfurcht einflößend klingen mag: Das Wort „Content“ heißt nun einmal leider nichts anderes als Inhalt und ein Administrator ist jemand, der etwas verwaltet. Zu deutsch also: In diesem Job verwaltet jemand die Inhalte einer Datenbank.

Hm, das sollte doch eigentlich jede Sekretärin – oder wie es heute heißt: Assistenz – auch können.

Und sind wir dann nicht alle irgendwie Datenbank-Content-Administratoren? Wer hat zu Hause nicht eine Excel-Tabelle, in der er seine Videos oder Bücher aufgelistet hat? Na gut, Excel ist keine echte Datenbank-Anwendung, aber für alle Spitzfindigen unter Euch: Stellt Euch einfach vor, ich würde die Daten nach Access rüberkopieren.

2) Audience Manager / Community Manager

Ich gebe ja zu: das Wort Manager klingt auf jeden Fall immer wichtig. Die Frage ist nur: Was müssen denn die armen Mitarbeiter hier managen (übersetzt: lenken, führen, bewältigen, handhaben)? Wie verbringt man seinen Arbeitstag, wenn man ein Publikum, Zielgruppe (= audience) oder eine Gemeinschaft (=community) zu führen/lenken hat?

Darf man nach 1933 eine Tätigkeit wirklich so nennen, wenn man politisch korrekt sein will?

Was passiert, wenn die Gemeinschaft, das Publikum nicht geführt werden will?

Ist bei diesem Job eher eine dominante oder devote Grundhaltung von Vorteil?

Fragen, über Fragen. Ich finde Jobs, die man nicht in einem Satz erklären kann, gehören verboten!

3) Intellectual Property

Ja, das ist wirklich eine Job-Beschreibung, bei der ich nur staunen kann. Übersetzt heißt das ganze ja nur „Geistiges Eigentum“. Handelt es sich also bei dieser Spezies um die Hüter des Urheberrechtsgesetzes? Stecken hinter dieser schillernden Job-Beschreibung in Wahrheit nur gewöhnliche Juristen?

Auf jeden Fall hätte ich auch gerne einen Job, der unheimlich wichtig klingt und bei dem niemand erkennen kann, was ich eigentlich genau tue und kann. Dann kann nämlich auch kein Mensch überprüfen, ob ich auch wirklich das kann, wofür ich bezahlt werde.

Eine neue Berfsbezeichnung könnte etwa so aussehen: Filling-Blog-With-Pulp-Writer.

Klingt doch auch ganz spannend oder?

Kleine Bitte:

Falls Ihr jemanden kennt, der einen der oben genannten Berufe ausübt: Bitte mal posten, was man da zu tun hat. Besonders interessiert mich der Job Intellectual Property…

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3 Responses to Filling-Blog-With-Pulp-Writer

  1. fred4fun sagt:

    Ja, im Englischen klingt einfach alles besser. Prominentes Beispiel: Paul Newman. Aus Paul Neumann wäre nie so erfolgreich gewesen 😉 [Sorry an alle Paul Neumanns dieser Welt]

  2. Big M sagt:

    Da sich jeder zu Höherem berufen fühlt, muss die Berufsbezeichnung angepasst werden. Aus dem Müllmann wird beispielsweise eine Entsorgungsfachkraft. Der im Mülllaster, sorry, Entsorgungsspezialfahrzeug, am Steuer sitzt, würde dann Head of Disposal Management heißen. Hm, also mir sind da die normalen Müllmänner lieber, die erkenne ich an Ihren orangefarbenen Anzügen und kann ihnen zu Weihnachten einen Zehner in die Hand drücken.

    So long
    Big M

  3. TedTurner sagt:

    Du hast Recht: Heutzutage zählt die Kreativität beim Erfinden von Job-Bezeichungen mehr als die Qualifikation, die jemand mitbringt.

    Grüße,
    TedTurner,
    Head of Creative Directors of Total World 😉

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