Jantarblog sagt „Tschüss 2008!“

Dezember 31, 2008

Das Jahr der Wirtschaftskrisen, Fußball-EM und der – irgendwie an mir vorbeigegangenen – Olympischen Spiele liegt fast hinter uns.

Wenn ich darüber nachdenke, welche Ereignisse und Erlebnisse mir in 2008 besonders in Erinnerung geblieben sind, fällt mir spontan Folgendes ein:

  • Umzug im Januar und die Frage, ob man wirklich 1000 Bücher (und es werden immer mehr!) besitzen muss…Als die Bücher endlich eingeräumt waren konnte ich die Frage wieder begeistert mit „Ja“ beantworten.
  • Der mich immer an einen Duracell-Hasen erinnernde französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy heirat am 2.2. Carla Bruni. Als die Beziehung Ende 2007 bekannt wurde, habe ich es zunächst nur für einen PR-Gag gehalten. Aber wahrscheinlich haben sich da wirklich zwei gesucht und gefunden. Denn egal, ob man Carla Bruni mag oder nicht: Bei ihrem Aussehen hätte ich ihr zugetraut, einen mächtigen und gut aussehenden Mann um den Finger zu wickeln. Aber vielleicht ist der französische Staatspräsident auch wichtiger, als ich mir vorstellen kann.
  • Ein Februar, der mit ungewöhnlich warmen Temperaturen schon echte Frühlings- und Sommergefühle und die erste Radtour mit Biergartenbesuch bringt. Glücklicherweise hatte ich zu der Zeit auch noch eine Geschäftsreise nach Paris, wo es sogar noch ein bisschen wärmer als in München war. Trotz der positiven Grundstimmung die mich immer bei schönem Wetter befällt, wird man an solchen Tagen den Gedanken an Klimawandel und Klimakatastrophe nie ganz los…
  • Urlaub in den USA & Kanada im Mai/Juni und hier besonders Downtown Manhattan, die Niagarafälle inklusive einer Bootsfahrt mit der Maid of the Mist und eine (tote) Maus in Toronto. Letzterem Ereignis werde ich übrigens noch einen extra Blog-Eintrag widmen.
  • Fußball-EM mit leider unbefriedigendem Ausgang. Natürlich hätte ich vorher nie daran geglaubt, dass die deutsche Elf ins Finale kommt, aber da sie dann schon so dicht am Titelgewinn dran waren, war der zweite Platz dann doch nicht das, was ich erhofft hatte.
  • Der amerikanische Wahlkampf mit Barack Obama und „Yes we can“. So richtig sicher bin ich mir immer noch nicht, was ich von Obama halten soll. Auch auf die Gefahr hin, mich unbeliebt zu machen: Ich war ja eher auf Hillarys Seite. Die ist zwar weniger sympathisch, dafür halte ich sie aber für ziemlich clever. Auf der anderen Seite wird Obama hoffentlich die richtigen Berater haben. Und besser als George W. Bush dürfte er auf jeden Fall sein.
  • Jörg Haider rast im Oktober betrunken in den Tod und wird in den Medien fast zu einem Heiligen hochstilisiert. Hätte mich wirklich interessiert, wie die Berichterstattung gelaufen wäre, wenn er den Unfall überlebt hätte…
  • Kurz vor Jahresende brodelt es mal wieder in Nahost. Ich hoffe nur, dass die Gaza-Krise ein baldiges, möglichst unblutiges Ende findet.

Natürlich gab es 2008 noch viele weitere bedeutende Ereignisse. Aber beim ersten Überlegen sind das die Ereignisse, die mir am stärksten in Erinnerung geblieben sind.

Und jetzt bereite ich mich langsam auf 2009 vor.

Gute Vorsätze? Habe ich, allerdings habe ich die nicht nur am 31.12. sondern an allen davor und dahinter liegenden Tagen auch 😉

Gute Vorsätze, die ich 2009 endlich umsetzen will:

  • Geduldiger werden, mich weniger über nervige Mitmenschen, schlechte Autofahrer etc. aufregen
  • Bürokratischen Kram schneller erledigen und die Steuererklärungen der letzten Jahre endlich abgeben
  • Einen Halbmarathon laufen (und nicht als letzter ins Ziel kommen)
  • Beim Skifahren vergessen, Angst zu haben

Mal sehen, ob ich mich daran im Januar noch erinnern will…Und jetzt muss ich mich langsam fertig machen, um rechtzeitig zu einer Sylvesterfeier bei Freunden zu kommen.

Ich wünsche allen Mitlesenden eine rauschende/nette/sensationelle/ruhige Sylvesterparty und einen guten und katerfreien Start ins neue Jahr!


Wenn’s Taschengeld nicht reicht…

Dezember 30, 2008

Ich hoffe, Ihr hattet alle ein schönes Weihnachtsfest! Alle Münchner konnten sich über die Weihnachtsfeiertage über halbwegs gutes Wetter freuen und nachdem ich Geburtstag und Weihnachtsfeiertage ohne allzu große Gewichtszunahme hinter mich gebracht habe, sitze ich seit gestern wieder im Büro – mehr oder weniger alleine.

Und so fühle ich mich unweigerlich an Ludwig XIV. Ausspruch „L’Etat c’est moi“ (der Staat bin ich) erinnert: „La rédaction c’est moi!“

Dass das Fest der Liebe bereits wieder hinter uns liegt, konnte ich heute Morgen ganz gut in der S-Bahn beobachten: Während ich versuchte, mich auf mein Buch zu konzentrieren, drang plötzlich eine in den letzten Zügen des Stimmbruchs liegende Jungenstimme an mein Ohr: „Ja Mami, Papa hat gesagt, dass wir hinten einsteigen sollen.“

Ich versuchte, weiter zu lesen, aber die Stimme, die immer lauter ins Handy rief, ließ sich schwer überhören. Und so durfte ich mir den Rest des Gesprächs auch noch anhören:

„Mami, hast du noch mein Portemonnaie in Deiner Tasche?“

Pause und angestrengtes Zuhören, wie ich durch einen Blick zur Seite erkennen konnte.

„Du hast es nicht? Aber du hast es doch gestern eingesteckt und ich hab’s doch nicht wieder raus genommen.“

Wieder Pause.

„Nein, ich habe es noch nicht gesucht, ich dachte ja, dass es bei dir wäre.“

Pause. Man kann sich lebhaft vorstellen, was die Mutter am anderen Ende der Leitung für Vorhaltungen macht.

„Hm, kannst Du mir dann Geld leihen? Ich muss ja die Speicherkarte umtauschen und ich weiß nicht, ob die neue teurer als die alte ist.“

Pause, Pause. Die Vorhaltungen scheinen noch etwas länger zu werden. Und dann zum Abschluss:

„Okay, danke Mami. Dann bis gleich!“

Während ich noch neidisch dasitze und mir überlege, warum mir vor 20 Jahren nicht so blendende Ausreden eingefallen sind, um Geld zu erbetteln, höre ich auch schon eine zweite Jungenstimme anerkennend sagen: „Nicht schlecht.“

Dass da zwei Jungen sind, hatte ich bei dem kurzen Blick gar nicht gesehen. Dieser kurze Ausspruch führt auf jeden Fall dazu, dass Junge Nr. 1 nur ein verschämtes „Pscht“ von sich gibt. Erstaunlich: Erst wird ganz dreist gelogen, aber wenn es jemand mithören könnte, ist es dann doch wieder peinlich.

Eigentlich nur schade, dass Mami oder Papa nicht in Hörweite gesessen haben…


Eine Stadt im Ausnahmezustand

Dezember 22, 2008

Gefühlte 1,5 Millionen Menschen waren heute in der Innenstadt von München unterwegs. Ich war einer davon. Und fragte mich schon auf dem Weg in die Parkgarage: „Warum?“ Warum nur wollte ich ausgerechnet heute in die Stadt und die letzten Weihnachtsgeschenke kaufen? Warum musste ich mit dem Auto statt mit der S-Bahn fahren?

Ähnliche Gedanken plagten wohl auch die gefühlten 1,2 Millionen anderen Autofahrer, die sich im stop and go durch die Innenstadt kämpften, verzweifelt auf der Suche nach einem freien Parkplatz. Für diesen Fahrspaß (Achtung! Ironie!) und 3,22 Std. Parken durfte ich den Parkhaus-Besitzer um 12 Euro reicher machen. Hätte ich noch 3 Stunden länger geparkt, hätte ich wahrscheinlich gleich mit dem Taxi fahren können.

Aber Erfahrung macht ja bekanntlich klug und deshalb bin ich mir 100%ig sicher, was ich morgen nicht tun werde: In die Innenstadt von München fahren oder irgendwo anders hin, wo es viele Läden gibt.

Übrigens: Dass Weihnachten das Fest der Liebe sein soll, halte ich wirklich für ein Gerücht! Ich habe heute geschätzte 200 Mal Autohupen gehört, verbissene Autofahrer hinter ihrem Lenkrad gesehen, die nicht im Traum daran gedacht hätten, auf andere Verkehrsteilnehmer Rücksicht zu nehmen und nach 3 Stunden Stadt fühlte ich langsam, wie mich die allgemeine Aggressivität anzustecken begann.

Da hilft dann nur eins: Durchatmen und auf jeden Fall noch vor Weihnachten den Film „Schöne Bescherung“ angucken!


König von Deutschland

Dezember 18, 2008

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen, da wird es Zeit, das Jahr 2008 noch einmal Revue passieren zu lassen. Hier als erstes ein wichtiger Tipp für alle, die hin und wieder Horoskope lesen: Glaubt bloß kein Wort, von dem, was Ihr da lest: Mein Horoskop prophezeite mir für 2008 ein echtes Wahnsinnsjahr und jetzt, wo es fast vorbei ist, ist mein Fazit für 2008: Na ja! Es war ein echtes Jahr voller „na ja, geht so.“

Denn:

  • Keine Spur von der vorhergesagten dicken Gehaltserhöhung 😉 Hätte ich meinem Horoskop vertraut, hätte ich 2008 eigentlich gar nichts mehr arbeiten müssen und hätte dafür trotzdem viel mehr Geld als im letzten Jahr bekommen. Stattdessen entpuppte sich das Jahr 2008 immer mehr als Horrorjahr eines jeden Redakteurs und Journalisten. Wer bisher noch geglaubt hatte, dass es keine Zeitschriftenkrise gebe, wurde spätestens in den letzten Wochen eines besseren belehrt. Innovation und Neuerungen? Eher Fehlanzeige.
  • Keine Spur von einem Hund oder einer Blockhütte in den Bergen! Dabei hieß es doch, 2008 würden sich alle meine Wünsche erfüllen…
  • Keine Spur von aufregenden Ereignissen, die das Leben positiv beeinflussen. – Das soll jetzt nicht heißen, dass 2008 stinklangweilig oder todtraurig war, aber so richtig verändert hat sich in meinem Leben im letzten Jahr auch nichts. Es war alles eben so na ja, das heißt: Es hätte deutlich schlimmer, aber auch deutlich besser sein können.

Nachdem ich also 2008 weder einen Nobelpreis oder eine andere wichtige Auszeichnung bekommen habe, nachdem ich zwei Wochen vor Jahresende feststellen muss, dass 2008 wohl ein eher durchschnittliches Jahr war, bleibt mir nun das ganze nächste, übernächste, überübernächste etc. Jahr, um alles nachzuholen.

Übrigens: Mein Horoskop für 2009 sieht fantastisch aus. Wenn die Hälfte der Ankündigungen eintrifft, werde ich das neue Staatsoberhaupt von Deutschland, finde einen Impfstoff gegen AIDS und eine Lösung, wie man den gesamten afrikanischen Kontinent vor Hungerkatastrophen bewahrt – mindestens…!


Twitterst Du schon oder lebst Du noch?

Dezember 16, 2008

Spätestens, wenn mir jemand ungefragt seine Twitter-Adresse aufdrängeln will, weiß ich einmal mehr, was ich nicht mag: Twitter!

Twitter ist für mich ein Pseudonym für Cool-Sein-Wollen um jeden Preis und nerviges Zuspamen des Internets. Denn mal ehrlich: Glaubt wirklich jemand, ich würde mich dafür interessieren, dass er/sie sich gerade ein Spiegelei brät oder die Frisur schlecht sitzt?

Und viel informativer sind die meisten Nachrichten/Tweets ja leider nicht. Da ich aber auch niemandem verbieten will, zu twittern, habe ich mich mal auf die Suche gemacht, wie man Twitter optimal einsetzen kann und mir gleich ein paar Vorlagen ausgedacht:

1.) Der digitale Twitter

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2.) Der Psycho-Twitter

Ich werde verfolgt, ich werde verfolgt, ich werde verfolgt,…

3.) Der iTwitter

Apple ist geil, ich kaufe mir gleich ein MacBook pro, Apple ist geil, ich will die Weltherrschaft für Apple, yeah!

4.) Der Green-Twitter

Wer hat schon wieder meinen Öko-Wollpulli in den Trockner gesteckt??? Ooohhhh, jetzt schiebt sich eine Wolke vor meine Solarzelle…

5.) Der Baby-Twitter

Rabäääähhhh, Rabääähhh, Rabääääähhh,…..

6.) Der Studenten-Twitter

Peace, man.

7.) Der Chef-Twitter

Frau Krause? Frau Krause, wo stecken Sie denn schon wieder? Schreiben Sie mir mal 140 Zeichen, ich brauche dafür mindestens 5 Minuten…

8.) Der Hartz-4-Twitter

Wird von 140 Zeichen auf 100 Zeichen gekürzt.

9.) Der Tisty-Twitter

Wollte nicht mehr länger eine Bar in einem Tarantino-Film sein.

Vielleicht mag ich auch Twitter deshalb nicht, weil der Großteil der Twitter-Nutzer nur über langweilige Sachen schreibt. Aber wie soll man auch etwas erleben, wenn man permanent vor dem Rechner hockt?


Hinter Gittern

Dezember 9, 2008

Wetten, dass dieser Strauss gerade folgendes denkt: „Ich bin ein Srauss, holt mich hier raus!“

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Im Land der Riesen

Dezember 8, 2008

Kleine Menschen sind ja oft unzufrieden mit ihrer Körpergröße und verweisen dann gerne darauf, dass viele berühmte Menschen – beispielsweise Napoleon – auch nicht groß waren.

Kleine Notiz am Rande: Wenn man im Internet nach der Körpergröße Napoleons sucht, stößt man auf sehr wechselnde Angaben: Er scheint irgendetwas zwischen 1,53 und 1,68 Metern groß gewesen zu sein. Auch wenn ich den französischen Gernegroß nicht wirklich sympathisch finde, kann ich trotzdem in jedem Smalltalk behaupten, eine wichtige Eigenschaft mit Napoleon zu teilen. Dass es sich nur um die Körpergröße dreht, verschweige ich natürlich.

Im Regelfall bin ich mit meiner Größe aber ganz zufrieden, denn ich habe viele praktische Vorteile damit:

1) Fällt mir etwas herunter, muss ich mich beim Aufheben nicht weit bücken

2) In der U-Bahn brauche ich mich nicht davor zu fürchten, von ungezogenen Jugendlichen verprügelt zu werden, da ich einfach keine Herausforderung darstelle

3) Im Kino gibt es niemanden, der mich hasst, weil ich vor ihm sitze

4) Fliegen in der Economy-Class fühlt sich fast wie Business-Class an

5) Beim Basketball spielen kann ich zwischen den Beinen meiner Mitspieler durchlaufen

Am letzten Wochenende geriet mein Größen-Weltbild jedoch etwas ins Wanken. Ich war zu einem Geburtstag eingeladen, bei dem ich mir wie ein Bewohner Lilliputs im Land der Riesen vorkam. Wenn man in einer Gruppe von Menschen steht, die alle zwischen 1,90 und 2,00 Meter sind, fühlt man sich plötzlich sehr, sehr klein. Und sehr, sehr jung. Und fühlt sich in seine Kindheit zurück versetzt, als man als kleiner Dreikäsehoch zwischen den Erwachsenen stehen durfte.

Doch dann musste ich daran denken, wie viel Spaß die anderen wohl im Klamotten- oder Schuhladen haben, wenn Sie verzweifelt auf der Suche nach einer Jeans mit 40er Länge oder Schuhen in Größe 50 sind. Oder wie gering der Spaßfaktor bei einer Hotelübernachtung in einem Standardbett sein muss. Und plötzlich fand ich meine Größe gar nicht mehr so verkehrt…