Besetzt!

Januar 29, 2009

blog_spinne4

Beim Sortieren von Fotos bin ich gerade auf dieses possierliche Tierchen gestoßen und erlaube mir folgenden gut gemeinten Rat am Abend: Wenn Ihr einmal in Mittelamerika sein solltet, guckt nicht unbedingt in jedes offene Rohr – jedenfalls nicht dann, wenn Ihr wie ich eine Spinnenphobie habt 😉


Seltsames am Morgen

Januar 29, 2009

Die Bahn streikt mal wieder. Vornehmlich in Süddeutschland. Zum Glück scheint davon die Münchener S-Bahn (gehört auch zur Deutschen Bahn) nicht betroffen. Meine fuhr auf jeden Fall gewohnt pünktlich, was in München eher eine Seltenheit ist.

Zwei Stationen lang konnte ich die weiße Winterlandschaft genießen beziehungsweise musste ich die weiße Winterlandschaft genießen. Mein Buch – wirklich wichtig bei einer 1/2-stündigen Anfahrt in die Arbeit – steckte nämlich nicht in meiner Tasche. Nach zwei Stationen war dann aber Schluss mit der Ruhe.

Neben mich zwängt sich eine etwas aufdringlich duftende Frau, die beim Hinsetzen natürlich erst mich und dann den Sitzplatz trifft. Keine Entschuldigung. 5 Sekunden lang geschieht nichts. Dann: Tasche auf, große Kramerei, Tasche zu, Tasche auf, große Kramerei,…..

Wieder 5 Sekunden Ruhe. Dann: Ein präziser Ellenbogencheck, der mich genau in die Seite trifft. Keine Entschuldigung. Leichtes Gewackel und Geschnaufe auf dem Platz neben mir. Ich riskiere einen vorsichtigen Blick zur Seite und sehe: 1 offene Puderdose und einen riesigen Puderpinsel. Ich bin überrascht. Mein Gegenüber anscheinend auch. Minuten vergehen. Das Gewackel wird stärker, das Schnaufen auch. Ich riskiere wieder einen Blick und sehe nun 3 offene Puderdosen, 2 riesige Puderpinsel, einen kleinen Puderpinsel und eine offene Tube Wimperntusche. Ich suche nach der versteckten Kamera. Keine da.

7 S-Bahnstationen = 15 Minuten später wurde ich endlich erlöst. Ich musste aussteigen. Zwischendurch wurde ich noch Zeuge von ausführlichem Haare frisieren und Anbringen von diversen Schmuckstücken. Ich bin echt froh, dass die gute Frau wenigstens zu Hause geduscht zu haben scheint. Aber wahrscheinlich liegen portable Miniduschen einfach noch nicht im Trend.

Ich bin aber stark am Überlegen, ob ich mir ab morgen ein Schild mit folgendem Text um den Hals hänge:

If you are not really right in your head, then don’t sit next to me, please!

Diesen Mix aus Deutsch-Englisch und Programmiersprache muss doch einfach jeder verstehen oder???


Nicht allein

Januar 28, 2009

Bisher dachte ich ja immer, ich wäre allein. Allein mit Kollegen, die einem kryptische Mails mit null Informationsgehalt zuschicken. Allein mit Kollegen-Mails, bei denen man nur mit Hilfe hellsehersicher Fähigkeiten dahinter kommt, was die eigentlich von einem wollen (obwohl meine Kollegen eigentlich ganz nett sind).

Aber jetzt ist es vorbei dem mit den Gefühlen der Einsamkeit. Denn ich bin ja gar nicht allein! Dulsberg-Nord bekommt von seinen Kollegen ähnliche Mails wie ich. Mit vielen Wortneuschöpfungen (für Germanisten: Neologismen), fehlenden Satzzeichen und interessanten grammatikalischen Konstruktionen.

Notorische Pessimisten könnten daraus jetzt Folgendes schließen: Dulsberg-Nord und ich haben dieselben Kollegen. Aber ich habe endlich erkannt: Ich bin NICHT ALLEIN!


Wie man den Messenger-Fluch bekämpft

Januar 28, 2009

Früher, als ich Kind war, war das Leben einfach. Da gab es nur 5 Fernsehprogramme: ARD, ZDF, NDR 3 (oder wie auch immer der hieß) und DDR 1 und DDR 2 (ja, so was gab’s, wenn man nur ca. 25 km weit von der innerdeutschen Grenze entfernt wohnte). Diese 5 Fernsehprogramme liefen auf einem Schwarzweiß-Fernseher, der natürlich keine Fernbedienung hatte. Deshalb war das Wort „zappen“ auch noch nicht erfunden. Auf diesem Fernseher liefen Serien, bei denen man nicht eine Folge verpassen wollte, wie zum Beispiel Captain Future, Die Waltons, Flipper etc. Weihnachten lief immer irgendwas mit Patrick Bach.

Zum Telefonieren nutzte man das Telefon mit Wählscheibe in den Farben ätzend-organge oder hässlich-grün der Deutschen Post Telefoniert wurde nur, wenn man auch etwas zu sagen hatte.

Irgendwann kam dann der erste Farbfernseher mit Fernbedienung. Auf dem Fuße folgte das Privat-Fernsehen. Dieses brachte dann so unsägliche Serien wie Knight Rider auf den Fernsehschirm. Ja, ich fand Knight Rider schon damals grausam!

Telefone mit Wählscheibe waren langsam out. Dafür gab es dann Tastentelefone in allen erdenklichen Farben und Formen. Ich war zum Glück endlich alt genug, um ein eigenes Telefon zu bekommen (was durch die Tatsache begünstigt wurde, dass mein Zimmer unter dem Dach war und ich meine Eltern wegen der laut aufgedrehten Musik nie hören konnte). Das Telefon war knallbunt, leicht durchsichtig und von der Uhrenfirma Swatch (Gibt es Swatch eigentlich noch??). Telefoniert wurde immer, egal, ob man etwas zu sagen hatte oder nicht.

Heute ist irgendwie alles anders. Mein Telefon ist nicht mehr von Swatch, sondern von irgendeiner Telekom-Firma. Meistens wird es von mir benutzt, wenn ich in meinem Büro sitze. Dann klingelt es an manchen Tagen pausenlos, weil es einen Haufen Jobs gibt, in denen Menschen scheinbar nichts anderes zu tun haben, als andere Menschen via Telefon zu quälen. Alternativ erfolgt die Bombardierung via Mail.

Im Fernsehen laufen viele Sendungen, die einem das Gefühl geben, dass Deutschland ein Land voller Dummköpfe ist. Leider ist das Ganze dazu noch un-unterhaltsam.

Und als wenn das alles noch nicht genug wäre, musste dann Instant Messaging erfunden werden. Das Perfide an Tools wie ICQ ist, das sie immer anzeigen, dass man vor dem PC sitzt und erreichbar ist. Kaum vergisst man, den eigenen Status auf „Abwesend“ zu setzen, also so zu tun, als wenn man nicht da wäre, beginnt das ICQ-Fenster hektisch aufzupoppen. Begleitet von einem supernervigen Geräusch, das an ein kleines Tier erinnert, das man versehentlich getreten hat.

Natürlich kann man sich aussuchen, wem man seine Instant-Messaging-Daten gibt, theoretisch. Manchmal gibt man sie aber auch Leuten, mit denen man beruflich zu tun hat oder Personen, die man nicht so richtig mag (wenn einem keine gescheite Ausrede für eine Daten-Verweigerung einfällt) oder ein Freund oder Bekannter gibt arglos die Kontaktdaten weiter, weil er/sie glaubt, dass man sich darüber freut.

Was auch immer der Grund sein mag: Irgendwann hat jeder Kontakte, die er nicht haben will. Und das sind dann seltsamerweise immer die Personen, die einen ständig anchatten. Sogar dann, wenn man offline ist.

Aber ich habe jetzt die Lösung: Einen neuen ICQ-Account bei dem ich die Kontaktdaten ganz für mich behalte.  Schade, dass ich darauf nicht schon eher gekommen bin…


Bürokratischer Montag

Januar 26, 2009

Ich habe heute Urlaub. Einen ganzen Tag lang. Draußen ist perfektes Wetter, blauer Himmel und Sonnenschein. Und was mache ich??? Sortiere Rechnungen, Versicherungskrams und andere interessante Papiere die meine Postablagen zum Überquellen bringen. Vielleicht hätte ich den ganzen Sch… besser nicht 1 ganzes Jahr nur in die Ablagen werfen sollen…!

Wenn es wenigsten ein bisschen regnen würde. Aber so werde ich das Gefühl nicht los, dass ich gerade was ganz Entscheidendes verpasse. Zum Beispiel einen Tage währenden Muskelkater, weil ich normalerweise den heutigen Tag für eine Bergtour, Skifahren oder stundenlanges Joggen genutzt hätte. Und dabei vor lauter Freude über den Urlaub das Aufhören vergessen hätte. Gut, so muss ich morgen wenigstens nicht in die Arbeit humpeln, sondern kann ganz entspannt gehen. Hat ja auch seine Vorteile.

Das Fiese ist nur, dass es mit dem Sortieren und Abheften von den Papierbergen ja nicht getan ist. Das ist quasi nur die Vorbereitung für die wirklich fiese Arbeit:

Die Lohnsteuererklärung für 2006, 2007 und 2008! Ja, auch die hätte ich vielleicht schon etwas früher machen sollen…

Trotzdem: Ernstgemeintes Mitleid nehme ich gerne entgegen 🙂


Ich bin ein Käserolli

Januar 23, 2009

Manchmal denkt man ja über sich nach. Betrachtet sich selbstkritisch. Fragt sich, ob Fremdbild und Eigenbild übereinstimmen. Stellt fest: Wohl eher nicht. Denn noch immer hat mich kein Pulitzerpreis erreicht und das Nobelpreis-Komitee rührt sich auch nicht.
Aber egal: In meinem schuhkartongroßen Büro bin ich König – mindestens.

Wo war ich? Ach ja. Also, manchmal denkt man ja über sich nach. Und über seine lieben Mitmenschen und wen man eigentlich so mag und ob die Leute, die man mag einen ebenfalls mögen. Ja, so was denkt sich manchmal ganz alleine das Hirn zusammen. Ohne großes Zutun.

Und so dachte es und dachte es, bis folgendes Denk sich plötzlich in meinem Hirn breit machte: Wer mag dich wohl von allen, die du so kennst, am meisten?

Weitere fünf Minuten machte es denkedenkedenk und dann kam die Erkenntnis: Am meisten mag mich wohl die dicke/oder eher fette Katze von guten Freunden namens Chippi.

[Dass die Katze dick ist, kann ich ruhig schreiben, da ja fast niemand weiß, dass ICH hinter diesem Blog stecke. Also liebe Freunde, falls Ihr durch Zufall auf diese Seite stoßt, glaubt bloß nicht, dass ICH hinter diesem Blog stecke – schließlich gibt es sicher noch mehr fette Katzen, die Chippi heißen!]

Aber zurück zu Chippi. Chippi mag mich wahrscheinlich nicht nur, sondern liebt mich heiß und innig. Denn Chippi bekommt von mir bei jedem Besuch kleine gepresste nach Käse stinkende gelbe Kügelchen, die an Tabletten erinnern und Käserollis heißen.

Chippi kommt sogar angerannt, wenn ich ihn rufe. So was freut natürlich. Man hält sich für den größten Katzenflüsterer der Welt, bis die Realität einen ganz fies erwischt und man endlich erkennt:
Die Katze liebt nicht mich als Person! Sie liebt mich auch nicht, weil ich sie besser kraule als andere Menschen. Sondern sie liebt mich, weil sie mich für einen Käserolli hält!
Für Chippi existiert nur ein Gedanke: Dieser Mensch = Käserolli.

Dass ich weder klein, noch gelb bin und auch nicht nach Käse stinke, vergisst die Katze natürlich sofort wieder…aber vielleicht ist es besser, als ein Käserolli geliebt zu werden, als gar nicht geliebt zu werden 😉


Ich bin abhängig, ehrlich!

Januar 22, 2009

Jeder Journalist will unabhängig sein – eigentlich. Natürlich sind wir das alle nicht in dem Maße, wie wir es gerne wären. In Zeiten der so genannten Medienkrise (ganz böses Wort!)  ist es von den meisten Verlegern eher weniger gerne gesehen, wenn Journalist den besten Anzeigenkunden kritisch darstellt. Trotzdem: Wir halten uns alle gerne  für unabhängig beziehungsweise glauben gerne, dass wir es noch sind.

Deshalb finde ich den heutigen Beitrag von Thomas Knüwer (= Indiskretion Ehrensache) erstaunlich ehrlich.  Knüwer widerspricht einer Aussage des Buches „Geist oder Geld“ von Hans-Jürgen Jacobs (Chefredakteur von sueddeutsche.de) und sagt ganz klar, dass er abhängig sei und auch nie behauptet habe, unabhängig zu sein.

Das gefällt mir! Und egal, wie abhängig oder ehrlich Herr Knüwer ist:  So viel Selbstkritik macht Spaß zu lesen.

Ja, ein bisschen reale Selbsteinschätzung kann wohl nie schaden…