Aus dem Leben eines vom Warnstreik Betroffenen…

Februar 27, 2009

Sehr geehrte Münchner Verkehrsgesellschaft,

wenn ich dafür nicht zu alt und weise wäre, würde ich mir umgehend Graffiti-Sprühdosen besorgen. Damit würde ich dann an alle mir erreichbaren Busse, Tramwagen und U-Bahnen sprühen: „Die MVG ist doof.“

Weil das meinem Wesen aber nicht angemessen ist, schreibe ich Euch einen Brief. Vielleicht entdeckt Ihr ihn ja.

Ich möchte Euch mitteilen, dass ich den heutigen Warnstreik im höchsten Grade unprofessionell und nervig finde.  Wenn Ihr in Zukunft zu spät kommt, werde ich Euch nicht mehr vor Mitmenschen, die sich über Euch aufregen, in Schutz nehmen.

Meine leeren Bäckertüten werde ich in Zukunft nicht mehr mitnehmen, sondern in den stets überfüllten Mülleimer knautschen. Das dürft Ihr dann sauber machen.

Menschen aus bildungsfernen Schichten, die mutwillig gegen Eure Türen treten, werde ich nicht mehr mit einem mahnenden Blick bedenken.

Außerdem werde ich überddenken, ob ich weiterhin 720 Euro pro Jahr in Euch investiere. Unpünktlichkeit und Unzuverläsigkeit bekomme ich auch für weniger Geld.

Wofür ich Euch ganz besonders danken möchte, ist das heutige Wetter: Habt Ihr gewusst, dass es heute fast den ganzen Tag regnen wird?

Und ich danke Euch auch dafür, dass ich nachher einen halbe Stunde durch den Regen laufen darf, um meine S-Bahn zu bekommen.  – Vielen Dank übrigens, dass die S-Bahn nicht mitstreikt (sonst würde ich locker 6-7 Stunden durch den Regen stapfen).

Einen lieben Dank auch für die Person, die mich heute Morgen mit dem Auto in die Arbeit gefahren hat (MVG, Ihr seht, ich weiß mich zu wehren!).

Ja, sehr geehrte MVG (=Münchner Verkehrsgesellschaft), das wollte ich Euch alles eimal schriftlich mitteilen. Da Ihr wahrscheinlich nicht versteht, was Ironie oder Sarkasmus ist, hier noch einmal meine Meinung ohne alle Schnörkel:  IHR NERVT! (noch mehr als Fasching)

Viele Grüße,

Jantar (auch schon einige Zeit ohne Lohnerhöhung lebend…)

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Faschingsmuffelei

Februar 24, 2009

Fasching nervt. Selbst wer wie ich mehrere hundert Kilometer von Faschingshochburgen wie Köln, Düsseldorf und Manz entfernt wohnt, bleibt davon leider nicht verschont.

In der Münchner Innenstadt ging’s heute Mittag schon wie zur besten Oktoberfest zu, d.h.: Nichts ging mehr.
Bei starkem Schneefall lagen sich wildfremde Menschen in den Armen, glückselig im gemeinsamen Alkoholdelirium vereint. Für die nötige Lärmkulisse sorgten mehrere Bühnen, die so geschickt platziert waren, dass man fast immer nur eine Bühne auf einmal hörte.
Hungern muss wohl heute auch niemand, denn von kandierten Früchten bis hin zur Steaksemmel gibt es nichts, was es nicht gibt.

Ganz findige Leute verkaufen sogar bunte Papierschnipsel. Sie stopfen kleine Tüten in Frühtsücksbeutelgröße voll davon, schreiben Konfetti auf die Tüte und wollen dafür jeweils einen Euro. Nicht schlecht. Jetzt weiß ich endlich, wo mein Altpapier, das ich immer brav in die Altpapiertonne stopfe, bleibt.

Ich hatte auf jeden Fall ziemlich bald die Nase voll von den feiernden Menschenmasse. Als ich mich dann irgendwie und unter Zuhilfenahme aller mir verfügbaren Ellenbogen (2!) durch die Menschenmassen gekämpft hatte und glücklich am U-Bahn-Steig stand, konnte ich feststellen, dass es außer mir in München noch mehr Faschingsmuffel gibt: Nämlich mindestens den Fahrer meiner U-Bahn: In der den Bayern eigenen Freundlichkeit meinte ich Folgendes herauszuhören: „Werte Fahrgäste, wenn ihr ned olle wia de Preißn o da erstn tür eisteign würdet, könnte i aa irgendwann wieda losfahrn. Hobn des jetzt olle kapiert?“

So oder so ähnlich dröhnte es in meinen Ohren. Da fällt mir spontan nur diese Antwort ein: Helau und Alaaf!


Gaga. Gagga. Gaa gaa.

Februar 16, 2009

Manchmal finde ich Werbung richtig interessant. Und bin ein bisschen neidisch auf kreative Köpfe, die so einprägsame Werbesprüche erdacht haben wie „Vorsprung durch Technik“ (Audi) oder „Waschmaschinen leben länger mit Calgon“ (ernsthaft: ich habe da wirklich den dazugehörigen Jingle im Ohr, wenn ich den Satz nur denke).

Wie gesagt: Manchmal bin neidisch auf die geistigen Ergüsse der kreativen Köpfe von Werbeagenturen. Manchmal frage ich mich aber auch, ob die guten Leute einfach nur einen an der Waffel haben oder manche Werbekonzepte das Ergebnis einer lustig durchzechten Nacht mit den Kollegen sind.

Beispiel: Die relativ neue Ültje-Werbung, in der es um Erdnüsse in drei unterschiedlichen Geschmacksrichtungen geht. Wer in einer Großstadt wohnt, wird sicher schon eines der vielen Plakate gesehen haben, auf dem folgende Marketingschöpfung steht:

Honig.                      Honig.                      Honig.
Senfig.                     Würzig.                    Salzig.
Nag ich.                   Nag ich.                   Nag ich.

Man beachte, dass die Werbemacher für jede der drei Geschmacksrichtungen eine eigene Zeile entwickelt haben.

Der Spruch an sich wäre ja schon peinlich genug. Immerhin könnte da auch stehen: Gaga. Gagga. Gaa gaa. Würde einen ähnlichen Sinn ergeben.
Oberpeinlich wird das ganze dann dadurch, dass das Plakat von einem Mann geziert wird, der eigentlich ganz normal aussieht. Wenn da nicht die Hasenzähne wären, die ein findiger Grafiker unterhalb der Oberlippe angebracht hat.

Wer das Plakat nicht kennt, bitte hier klicken:
Nun mag das ja zu optimistisch sein, aber bisher hatte ich immer gedacht, dass Werbung eine Botschaft haben muss. Dem potenziellen Käufer zeigen, warum er Produkt XY unbedingt kaufen muss. Bei der Ültje-Werbung bin ich mir nicht sicher, was die Macher mir suggerieren wollen. Vielleicht dies: Dass ich beim Kauf von Ültje-Nüssen zum infantilen Riesennager mutiere? Dass Nüsse essen hässlich macht und den aktiven Wortschatz auf ein Mindestmaß schrumpfen lässt?

Ich glaube, ich verstehe die Werbung einfach nicht. Aber eins weiß ich genau: Wenn ich das bedauernswerte Gesicht auf dem Plakat wäre, würde ich mich bis zum Ende dieser Werbekampagne nicht mehr aus dem Haus trauen!


Herr P., die Zweite

Februar 12, 2009

Vielleicht bin ich ja nicht der einzige Mensch, der ungern  Arbeiten verrichtet, von denen man wenig später schon nichts mehr merkt und die sich außerdem auch ständig wiederholen. Zum Beispiel: Abwaschen, Putzen etc.

Herrn P., der Held der Kurzgeschichten die Ihr nur auf Jantarblog lesen könnt, geht es auf jeden Fall genauso. Deshalb hat er eine geniale Idee, wie er sich dagegen zur Wehr setzen kann. Und wie nicht anders bei Herrn P. zu erwarten, wird er auch diese Idee nicht überleben. Aber lest selbst…


Fit ist anders

Februar 11, 2009

Die nächsten fünf Minuten möchte ich mich einer meist unterschätzten Tätigkeit widmen: dem Jammern.

Seit 2003 laufe ich mehr oder weniger regelmäßig. Eine etwas längere Pause gab es nur 2006, weil ich es da so übertrieben hatte, dass ich an beiden Füßen ein Tarsaltunnel-Syndroms (wen es interessiert:  Mehr Infos hier)
bekommen habe. Nun gut, außer übertriebenem Training dürfte auch eine Fußfehlstellung mit Schuld sein. Aber da der Orthopäde vom Laufe nur weitgehend abgeraten, es aber nicht kategorisch verboten hat, laufe ich weiter. Macht einfach zu viel Spaß.

Heute Morgen plagte mich um 5 Uhr senile Bettflucht. Das ist: Man wacht auf, fühlt sich supergut und wach. Passiert mir um 5 Uhr normalerweise nicht. Als ich um 5:30h immer noch so wach war, beschloss ich, meine überschüssige Energie sinnvoll einzusetzen: Ich guckte auf das Thermometer, beschloss das PLUS 1,8 Grad kein Grund sind, nicht draußen Joggen zu gehen, packte meinen Körper dann in alles, was warm macht und lief los.

Da es mir für Wald noch zu dunkel war, bin ich auf der Straße geblieben. Unglaublich, wie viele Leute zu dieser nachtschlafenden Zeit schon unterwegs sind. Sogar am Rand von München.

Nach über einer halben Stunde (man soll es morgens ja nicht so übertreiben) war ich dann wieder zurück. Und fühlte mich immer noch fit.

Bis heute Mittag. Plötzlich fühlte ich da so einen latenten Schmerz in den Beinen, der Weg zur Kaffeeküche macht auch nicht wirklich Spaß. Und ich frage mich ernsthaft: Kann ich wirklich so unfit sein, dass ich so eine Art Mini-Muskelkater habe? Ich laufe 2-3 in der Woche, je nach Tagesform zwischen 5 bis 10 Kilometer, da kann ich doch unmöglich das bisschen Laufen von heute morgen spüren???

Und das Beste: Ich bin heute Abend zum Sport verabredet. Schon wieder! Für glaubhaft klingende Ausreden – bitte schnell – wäre ich wirklich dankbar!


Ausverkauft!

Februar 10, 2009

Seit Monaten gibt es in den Medien nur ein Thema und das heißt: Wirtschaftskrise

Eigentlich ist die Schwarzseherei langsam eher langweilig, wären dann nicht zwischendurch diese Meldungen, die einen aufhorchen lassen. Beispielsweise die drohende Pleite der Firma Märklin

Ich bin zwar kein Eisenbahn-Freak, als Kind konnte ich mir aber dennoch stundenlang die Zeit mit den bunten Loks vertreiben.

Da gegen drohende Insolvenz von deutschen Traditionsfirmen nur ausgiebiges Shoppen hilft, kann ich jetzt also guten Gewissens in die Stadt auf Shopping-Tour gehen. Wenn man mich denn ließe…

Beispiel Schuhe: Das von mir favorisierte Paar gibt es in nahezu jeder Größe – auch in eher exotischen wie 36 oder 48. Nur in meiner superdurchschnittlichen Allerweltsgröße natürlich nicht. Bei den nächsten beiden Paaren genau dasselbe Phänomen. Da ich mir nun für kein Paar Schuhe der Welt meine Zehen abschneiden werde, verlasse ich irgendwann genervt den Laden. Klar, wenn ich einen Schuhladen hätte und Schuhe verkaufen würde, würde ich auch nur die Größen vorrätig, haben, die eh niemand braucht.

Beispiel Geschirr: Als ich mir das eigentlich viel zu teure Geschirr schließlich doch andrehen ließ, hatte ich letztendlich doch ein gutes Gefühl: Die Verkäuferin garantierte mir, dass ich jederzeit jedes beliebige Teil nachkaufen könne. Ich verstand: Qualität hat eben ihren Preis…

1 Jahr später: 1 Teller und eine Tasse haben die Abwaschorgie nicht überstanden, ich stehe wieder im Laden. Das Geschirr ist natürlich nicht vorrätig da, das muss bestellt werden. Da es gerade Lieferprobleme gebe, kann das aber dauern, mindestens 8 Wochen. Ich verstehe: Gut Ding will Weile haben…

Beispiel Bücheregal: Wenn die Bücher aus jedem verfügbaren Regal quillen, hilt nur ein: Ein neues Bücherregal muss her. Das Aussuchen und Bestellen ging schnell. Dass es dann noch ein halbes Jahr bis zur Lieferung gedauert hat, ist natürlich ein bedauerliches Versehen. So etwas ist noch nie vorgekommen, garantiert!

Nun gut, vielleicht habe ich nur persönliches Pech, vielleicht sind auch einfach immer nur die Sachen, die ich kaufen möchte, ausverkauft.

Obwohl: So ganz scheint das nicht zu stimmen. Denn beim Einkaufen im Supermarkt habe ich schon oft schmerzlich meine Lieblings-Pretzel-Snacks (kleine trockene Brezelstückchen in verschiedenen Geschmacksrichtungen) vermisst. Und zwar die Sorte: Honey, Mustard & Onion. Die ekligen Sorten, die keiner will, gibt es dagegen en masse.

Jetzt habe ich gerade gesehen, dass es Parkverbot ganz genauso geht wie mir, nur dass er wohl oft noch die letzte Tüte erwischt, die mir – mangelns Größe – verwehrt bleibt.

Ich fordere deshalb: Pretzel-Snack Honey, Mustard & Onion für alle! Und ganz besonders für mich!

 


Ich bin ein Held

Februar 8, 2009

Gestern bin ich freiwillig um 6.30h aufgestanden, nach Scheffau (Skigebiet am Wilden Kaiser) gefahren und durfte dort einen ganzen Skitag bei strahlend blauem Himmel und Sonnenschein erleben. Da hat es fast gar nichts ausgemacht, dass ich von 4 Skifahrern der Schlechteste, quasi also der 5. Ski am Skiträger war 😉

Vielleicht sollte ich mal mit echten Anfängern fahren. Es wäre bestimmt ein interessantes Gefühl, mal der beste auf der Piste zu sein… Aber ich werde zum Glück jedes Mal besser: Immerhin muss ich mir nicht mehr vor steileren Pisten heimlich Mut zuflüstern…

Weil ich gestern nachmittag leider feststellen musste, dass es mit meiner Fitness dann doch nicht so weit her ist, wie ich mir selbst immer einreden will, bin ich heute sogar noch freiwillig zum Sport gegangen. Jawohl! Ich bin nicht vom Laufband gekippt, obwohl die Farbe meines Kopfes relativ schnell eine bedrohlich rote Farbe angenommen hatte. Schließlich habe ich mir ja vorgenommen, in diesem Jahr einen Halbmarathon zu schaffen und das bedeutet: Laufen, laufen, laufen.

Vielleicht liest ja jemand mit, der mir Tipps geben kann, wie man die Geschwindigkeit beim Laufen erhöht, ohne dass der Puls dabei bedrohlich nach oben schnellt?