Aus dem Leben eines vom Warnstreik Betroffenen…

Sehr geehrte Münchner Verkehrsgesellschaft,

wenn ich dafür nicht zu alt und weise wäre, würde ich mir umgehend Graffiti-Sprühdosen besorgen. Damit würde ich dann an alle mir erreichbaren Busse, Tramwagen und U-Bahnen sprühen: „Die MVG ist doof.“

Weil das meinem Wesen aber nicht angemessen ist, schreibe ich Euch einen Brief. Vielleicht entdeckt Ihr ihn ja.

Ich möchte Euch mitteilen, dass ich den heutigen Warnstreik im höchsten Grade unprofessionell und nervig finde.  Wenn Ihr in Zukunft zu spät kommt, werde ich Euch nicht mehr vor Mitmenschen, die sich über Euch aufregen, in Schutz nehmen.

Meine leeren Bäckertüten werde ich in Zukunft nicht mehr mitnehmen, sondern in den stets überfüllten Mülleimer knautschen. Das dürft Ihr dann sauber machen.

Menschen aus bildungsfernen Schichten, die mutwillig gegen Eure Türen treten, werde ich nicht mehr mit einem mahnenden Blick bedenken.

Außerdem werde ich überddenken, ob ich weiterhin 720 Euro pro Jahr in Euch investiere. Unpünktlichkeit und Unzuverläsigkeit bekomme ich auch für weniger Geld.

Wofür ich Euch ganz besonders danken möchte, ist das heutige Wetter: Habt Ihr gewusst, dass es heute fast den ganzen Tag regnen wird?

Und ich danke Euch auch dafür, dass ich nachher einen halbe Stunde durch den Regen laufen darf, um meine S-Bahn zu bekommen.  – Vielen Dank übrigens, dass die S-Bahn nicht mitstreikt (sonst würde ich locker 6-7 Stunden durch den Regen stapfen).

Einen lieben Dank auch für die Person, die mich heute Morgen mit dem Auto in die Arbeit gefahren hat (MVG, Ihr seht, ich weiß mich zu wehren!).

Ja, sehr geehrte MVG (=Münchner Verkehrsgesellschaft), das wollte ich Euch alles eimal schriftlich mitteilen. Da Ihr wahrscheinlich nicht versteht, was Ironie oder Sarkasmus ist, hier noch einmal meine Meinung ohne alle Schnörkel:  IHR NERVT! (noch mehr als Fasching)

Viele Grüße,

Jantar (auch schon einige Zeit ohne Lohnerhöhung lebend…)

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2 Responses to Aus dem Leben eines vom Warnstreik Betroffenen…

  1. smirne sagt:

    Ich finde es komisch, dass man sich über dem Streik bei der bestreikten Gesellschaft beschweren will. Die richtige Adresse wären hier die Gewerkschaften Verdi und GDL.

  2. jantarblog sagt:

    Natürlich hast Du Recht, aber ich fahre nun mal nicht mit Verdi oder der GDL in die Arbeit, sondern mit der MVG 😉

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