Doppelnamen-Desaster

März 27, 2009

Aus aktuellem Anlass (Mail-Schreiberei!) ein kleines Pamphlet zum Thema Namen:

Den eigenen Namen kann man sich ja im Regelfall nicht aussuchen. Wer Glück hat, bekommt einen halbwegs passablen Vornamen, wer Pech hat bekommt viele davon und wer richtig Pech hat, muss sein Leben lang die Vornamen sämtlicher schon lange verblichener Verwandter väterlicherseits und mütterlicherseits mit sich mitschleppen.

Dass Menschen die Namen wie Elfriede, Theodora, Kunigunde, Rosamunde oder auch Alfred, Fürchtegott, Balthasar und Leopold im Perso stehen haben, keine glückliche Kindheit gehabt haben und sicher auch keine glücklichen Menschen werden können, versteht sich eigentlich von selbst.

Aber was ich überhaupt nicht verstehe: Warum es immer mehr Menschen gibt, die Spaß daran haben, sich ein möglichst grauenhaften Nachnamen zusammenzubasteln.

Warum es immer mehr von diesen Leutheusser-Schnarrenbergers oder Wieczorek-Zeuls gibt?

Wie muss man sich das Suchen nach dem Nachnamen des Grauens denn eigentlich vorstellen? Dass jemand, der schon einen umständlichen, seltsamen, langen Nachnamen hat, so lange sucht, bis er einen Menschen findet, auf den das ebenso zutrifft? Und diesen dann heiratet? Kleine Frage am Rande: Bekommt man bei einem Namen wie Leutheusser-Schnarrenberger eigentlich eine extragroße EC-Karte, damit der Name auch wirklich drauf passt?

Unter manchen Umständen kann ein Doppelname ja auch etwas lustiges sein. Wenn nämlich ein Herr oder eine Frau Meier einen Herrn oder Frau Mayer heiratet. Herr/Frau Meier-Mayer  oder auch Mayer-Meier fände ich ganz lustig. Oder wenn Müller und Meier sich zusammentäten. Herr/Frau Meier-Müller klingt ja schon fast wie Loriot. Ich kannte übrigens wirklich eine Frau namens Meyer, die einen Mann namens Müller geheiratet hat. Aber die beiden haben dann leider auf einen Doppelnamen verzichtet.

Wie dem auch sei: Meine lieben Mitmenschen, bitte seid bei der Namenswahl in Zukunft etwas behutsamer. Denn ich muss jeden Tag viele Mails schreiben, alle mit Anrede natürlich. Wenn Ihr nun alle nur noch Doppelnamen habt, werde ich im Laufe meines Lebens locker einen ganzen Tag mit dem Tippen Eurer Namen verschwendet haben. Das wollt Ihr doch sicher nicht???

Herzlichst,

Jantar-Blog

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Ganzkörperschmerz

März 26, 2009

Manchmal sollte man auf seine innere Stimme hören. Die da sagt: „Morgen ist auch noch ein Tag für Sport, aber auf der Couch ist es doch heute auf jeden Fall viiieeeeel gemütlicher.“

Habe ich gestern leider nicht beherzigt. Und mich zum Sport geschleppt. In diesem Fall zu meinem Sportverein, der ein eigenes Fitness-Center hat und viele Trainer, die nur darauf lauern, einem einen neuen Trainingsplan aufzuschwatzen. Den neuen Trainingsplan habe ich am Samstag bekommen. Da wirkten die Übungen auch alle noch ganz putzig. Und ich dachte mir: „Ja, Trainer, pack noch ein Gewicht mehr drauf, ist doch alles ganz easy!“

Gestern Abend dachte ich das nicht mehr. Und als ich dann auf dem Pezziball lag und bei den Bauchmuskelübungen versucht habe, nicht vom Ball zu fallen, dachte ich nur noch: AUA!“

Den gleichen Gedanken hatte ich dann auch heute Morgen beim Aufstehen. Und jetzt sitze ich im Büro und versuche herauszufinden, welche Körperteile eigentlich nicht wehtun. Die Analyse ist nicht besonders leicht. Sogar beim Tippen fühle ich ein etwas unangenehmes Ziehen im Oberkörper.

Und ganz ehrlich: Ich verstehe wirklich nicht, warum manche Menschen von mir sagen, ich wäre wehleidig…Bin ich doch gar nicht. Ne, wirklich nicht….Auaaaa……………………………….


Twitteritis nervix

März 25, 2009

Dass ich nicht Twitter nicht mag und für absolut unnütz halte, habe ich ja schon mal erwähnt. Aber seit auch die VIPs dieser Welt (Demi Moore twittert zum Beispiel hier) das Zwitschern für sich entdeckt haben, wird Twitter echt zu einer Seuche. Einer Seuche, der sich ein Großteil meiner Mitmenschen wohl leider nicht mehr entziehen kann.
Statt mit schwarzen Beulen übersät, laufen sie nun mit ihren iPhones & Co. durch die Gegend. Und während mir in todlangweiligen Meetings nichts anderes übrig bleibt, als mit dem Kugelschreiber die viereckigen Kästchen meines Notizbuches auszumalen, sitzen die anderen mit ihren twitterfähigen mobilen Endgeräten neben mir und schreiben, was das Zeug hält.

Die textlichen Ergüsse sind dann wirklich lesenswert. Das geht von: „Heute Abend gibt es bei mit echt toskanische Bolognese“ über „Sitze gerade in einem todlangweiligen Meeting“ bis hin zu „@xxxx [hier steht irgendein Name] cool ey, find ich auch“. Um zu verstehen, worum es geht, müsste man dann auf den anderen Twitter-Feed gehen.
Und damit es nicht so aussieht, als wenn sie keine Fangemeinde haben, wird dann untereinander verlinkt. Das finde ich wirklich genial. Denn so kommt jeder auf gut und gerne 20 Follower (für Nicht-Twitter: „Anhänger“, also Leute, die dem Twitter-Feed angeblich regelmäßig folgen).
Auch wenn ich Twitter nicht mag: Twitter muss nicht per se was Schlechtes sein. Wenn interessante Menschen und einflussreiche Persönlichkeiten regelmäßig etwas über Ihre aktuellen Aktivitäten schreiben, kann das sogar ganz spannend sein. Aber wenn ganz normale Menschen darüber schreiben, was sie gerade essen, essen wollen, gegessen haben etc. dann ist das im höchsten Grade langweilig.
Und wenn es während eines Meetings die ganze Zeit leise neben mir klappert (100% geräuschlos scheint’s wohl nicht zu gehen) oder der Tisch wackelt, weil Person neben mir die eigenen Texte so wahnsinnig lustig findet, dann kann ich mir nur ins Reich des Misanthropen begeben. Ach ja, schlechte Laune ist doch auch was Schönes 🙂


Zu blöd für Urlaub?

März 24, 2009

Für einen großen Verlag zu arbeiten, kann ja manchmal Vorteile haben. Welche das genau sind, habe ich bisher zwar noch nicht feststellen können, aber seit ich am letzten Donnerstag endlich mal „Der Teufel trägt Prada“ gesehen habe, weiß ich eins genau: So schlimm ist es bei uns zum Glück noch nicht.

Was wohl auch daran liegen mag, dass es bei uns nur einen einzigen Menschen gibt, der wirlich etwas zu sagen hat. Und das ist der Verleger himself.

Aber zurück zum Thema großes Verlagshaus. Wer geglaubt hat, dass große Verlage die Medienkrise einfach aussitzen, hat sich geirrt. Genau wie die kleineren Verlage sitzen wir da und starren betrübt auf die Anzeigenumsätze: Einfach unglaublich, dass nach Einbuchung von so wenig Anzeigenseiten schon der Druckbeginn des Hefts erreicht ist!

Doch dann kommt wieder der Moment, wo man doch die großartigen Unterschiede zwischen Großverlag und Kleinverlag bemerkt. Und zwar in dem Moment, in dem man Urlaub beantragen möchte.

Ihr glaubt, das wäre keine große Sache? Oh doch! Denn für den Urlaubsantrag benötigt man das sogenannte Vacation-Tool. Um das Vacation-Tool auch tatsächlich benutzen zu können, empfiehlt es sich, die dazugehörige 22-Seiten-Präsentation zu lesen. Sonst bekommt man eben keinen Urlaub. Pech! Oder anders ausgedrückt: Wer zu blöd für das Vacationtool ist, hat seinen Urlaub eben nicht verdient. Basta!

Nach dem Lesen der 22 Seiten war ich dann auch klug genug dazu. Und freute mich zwei Stunden lang wie Bolle, Mitarbeiter eines Großverlags zu sein.

Ja, Ihr Klein- und Kleinstverlage, da bleibt nur der blanke Neid. Denn wer von Euch hat schon das Personal, um eine 22-Seiten-Präsentation zu solch einem wichtigen Thema zu gestalten? Schade, dass es noch keine Trip-Tool gibt, in dem man seine geschäftlichen Reisen einbuchen kann. Dazu liesse sich dann doch sicher eine schöne, bunte 30-Seiten-Präsentation machen. Muss ich gleich mal irgendwo vorschlagen…

Übrigens: Irgendwelche Ähnlichkeiten mit Ironie oder ironisch angehauchten Texten wären reiner Zufall…..


I will survive

März 10, 2009

Nach einer Woche CeBIT habe ich ständig das Lied von Gloria Gaynor im Ohr:  I will survive (für kritische Menschen: Ja, ich weiss, dass das Lied nichts mit CeBIT-Stress zu tun hat… 😉

Alternativ passt momentan auch Pearl Jam ganz gut: Oh i, oh, Im still alive

Irgendwie unfair: Da rennt man eine Woche lang wie so eine Wüstenrennmaus über die Messe, kämpft mit Regen, Kälte, gegen Halschmerzen etc., gefühlte 500 Smalltalks geführt.  Und wenn man dann wieder in der Redaktion ist, denken alle, man hat eine Woche Urlaub in Hannover verbracht. Mal ehrlich: Wer würde dafür nach Hannover fahren?

Und so sitze ich jetzt um 19.00h immer noch in der Redaktion und so wird das auch noch eine Weile weitergehen. Vielleicht sollte ich einen Film draus machen: Jantar allein in Redaktion???

Und bis Freitag „darf“ ich außer dem Kram, der in der letzten Woche liegengeblieben ist, noch 3 ganze Präsentationen machen.  Das ist toll, denn PowerPoint macht mir ungefähr genauso viel Spaß wie Regen auf der CeBIT.

Bitte Mitleid! Schnell! Viel!

DANKE!


CeBIT 2009

März 5, 2009

Der letzte Messetag ist für mich angebrochen, Zeit, die letzten Tage Revue passieren zu lassen: Seit Montag bin ich jetzt schon in Hannover und dieses Jahr ist wirklich alles anders als in den Jahren zuvor. Das Wetter war zumindest am Dienstag und Mittwoch akzeptabel, meist schien sogar die Sonne. Heute herscht wieder das typische CeBIT-Wetter vor und das heißt: Es ist trübe, kalt und mit Sicherheit kommt nachher auch irgendwann noch der Regen.

Dann geht es auf der Messe zu, wie an guten Tagen am Tag vor der CeBIT, das heißt: Die Menschenmengen sind wirklich überschaubar. Ein Taxi bekommt man zu jeder Tages-und Nachtzeit, ohne dass man Wartezeiten in Kauf nehmen muss.

Trotzdem reden alle Firmen, mit denen ich bisher gesprochen habe, davon, dass sie von der Wirtschaftskrise noch nichts spüren. Nun gut, viele große Firmen sind gar nicht erst auf der Messe erschienen, dann muss man auch nicht irgendwelchen Journalisten erzählen, dass das Business ganz toll läuft.

 In manchen Hallen ist sogar richtig was los, zum Beispiel in der Security-Halle. Warum man die Hersteller von der verkehrsgünstigen Halle 7 in Halle 11 verfrachtet hat, weiß nur die Messegesellschaft alleine, auf jeden Fall geht es hier noch einigermaßen hektisch zu. Messebesucher verweilen gerne bei Sicherheitsspezialisten wie Kaspersky oder G Data,  da fällt es kaum auf, dass so große Firmen wie Symantec fehlen, aber die waren ja auch im letzen Jahr schon nicht mehr dabei.

Auch am Microsoft-Stand hat man das Gefühl, dass es der IT-Branche geradezu prächtig geht. Das Interesse der Messebesucher an Windows 7 ist groß (klar, nach dem desaströsen Windows Vista lechzt ja geradezu jeder User nach einer neuen Windows-Version), der Menschenandrang erinnert an die richtig gut besuchten Messen Anfang 2000.

 Nur irgendwelche neuen Trends habe ich bisher vergeblich gesucht. Green-IT ist eines der Messe-Mottos, aber furchtbar viel merkt man davon auf der Messe nicht.

So, ich gehe jetzt wieder raus in die Kälte und versuche, in den nächsten 8 Stunden noch irgendetwas Spannendes zu entdecken, aber so richtig optmistisch bin ich nicht.

Apropos, es gibt noch eine weitere Neuigkeit: Ich bin bisher noch nicht erkältet und fühle mich kein bisschen krank 🙂