Zu blöd für Urlaub?

Für einen großen Verlag zu arbeiten, kann ja manchmal Vorteile haben. Welche das genau sind, habe ich bisher zwar noch nicht feststellen können, aber seit ich am letzten Donnerstag endlich mal „Der Teufel trägt Prada“ gesehen habe, weiß ich eins genau: So schlimm ist es bei uns zum Glück noch nicht.

Was wohl auch daran liegen mag, dass es bei uns nur einen einzigen Menschen gibt, der wirlich etwas zu sagen hat. Und das ist der Verleger himself.

Aber zurück zum Thema großes Verlagshaus. Wer geglaubt hat, dass große Verlage die Medienkrise einfach aussitzen, hat sich geirrt. Genau wie die kleineren Verlage sitzen wir da und starren betrübt auf die Anzeigenumsätze: Einfach unglaublich, dass nach Einbuchung von so wenig Anzeigenseiten schon der Druckbeginn des Hefts erreicht ist!

Doch dann kommt wieder der Moment, wo man doch die großartigen Unterschiede zwischen Großverlag und Kleinverlag bemerkt. Und zwar in dem Moment, in dem man Urlaub beantragen möchte.

Ihr glaubt, das wäre keine große Sache? Oh doch! Denn für den Urlaubsantrag benötigt man das sogenannte Vacation-Tool. Um das Vacation-Tool auch tatsächlich benutzen zu können, empfiehlt es sich, die dazugehörige 22-Seiten-Präsentation zu lesen. Sonst bekommt man eben keinen Urlaub. Pech! Oder anders ausgedrückt: Wer zu blöd für das Vacationtool ist, hat seinen Urlaub eben nicht verdient. Basta!

Nach dem Lesen der 22 Seiten war ich dann auch klug genug dazu. Und freute mich zwei Stunden lang wie Bolle, Mitarbeiter eines Großverlags zu sein.

Ja, Ihr Klein- und Kleinstverlage, da bleibt nur der blanke Neid. Denn wer von Euch hat schon das Personal, um eine 22-Seiten-Präsentation zu solch einem wichtigen Thema zu gestalten? Schade, dass es noch keine Trip-Tool gibt, in dem man seine geschäftlichen Reisen einbuchen kann. Dazu liesse sich dann doch sicher eine schöne, bunte 30-Seiten-Präsentation machen. Muss ich gleich mal irgendwo vorschlagen…

Übrigens: Irgendwelche Ähnlichkeiten mit Ironie oder ironisch angehauchten Texten wären reiner Zufall…..

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2 Responses to Zu blöd für Urlaub?

  1. parkverbot sagt:

    Hey, was soll ich dazu sagen? Ich arbeite in einem IT-Fachverlag und da sind die Urlaubsanträge auf Papier! Nix mit Intranet. Aber das hat auch Vorteile: Man verlernt nicht das Schreiben mit einem Stift, man kann ein bißchen durch die Gegend laufen und nette Kollegen treffen, wenn man den Zettel zum Abzeichnen bringt, man trifft mal wieder seinen Chef (den trifft man doch gerne, oder?) und freut sich das es sie noch gibt, die guten alten Dinge…

  2. jantarblog sagt:

    Wow, Du bist echt glücklich dran. PAPIER ist ja genau das, was ich auch will 🙂

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