Marktforschung: Der Leser, das unbekannte Wesen

Nachdem mich das letzte Wochenende dann doch einige Nerven gekostet hat, habe ich ein wenig gehofft, dass die Arbeitswoche etwas weniger stressig werden würde.  Natürlich war das ein sehr naiver Wunsch. Meeting reihte sich an Meeting (Rekord: Mittwoch, wo ich von 9,5 in der Arbeit anwesenden Stunden 7 in Meetings verbracht habe).

Auch der gestrige Tag hielt wieder einige Überraschungen und grenzwertige Erfahrungen bereit. Die Ursache dafür hat einen Namen: Marktforschung.

Um 17.30h saß ich mit einigen Kollegen hinter einer großen Spiegelwand und starrte auf eine Gruppe von 10 bis 12 Menschen (alle männlich), die von einem Marktforscher zum Thema Zeitschriften befragt wurden. Positiv: Die Menschen sahen uns nicht, sondern sahen nur einen Spiegel, wussten aber, dass dahinter auch jemand saß.

Als ich um kurz nach 22h und nach insgesamt zwei befragten Gruppen den Raum endlich wieder verlassen durfte, hatte ich folgenden Erkenntnisgewinn:

1) Unsere Leser mögen das Heft

2) Nicht-Leser mögen das Heft nicht

3) Leser und Nicht-Leser sind nicht immer zu verstehen (Lustig: Die einstimmige Meinung war, dass Print-Magazine aktueller sind als online, da man bei Online-Beiträgen nie wissen würde, wie alt die sind)

4) Leser erkennen die hohe redaktionelle Qualität von Print-Magazinen an

5) Leser erwarten im Heft etwas zu finden, was sie online nie suchen würden (hä??)

6) Leser mögen Magazine, weil man die mit aufs Klo nehmen kann (Idee: vielleicht sollte man den Print-Heften dann einfach Klopapier beilegen?)

So langsam bin ich ja wirklich gespannt, wie lange es noch Print-Magazine gedruckt auf echtem Papier geben wird. Es wäre doch eigentlich viel leichter und umweltfreundlicher, wenn man alle gewünschten Infos direkt ins Gehirn gebeamt bekäme.  Oder???

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7 Responses to Marktforschung: Der Leser, das unbekannte Wesen

  1. doc feelgood sagt:

    geile idee, das mit dem klopapier als beilage zu der print-ausgabe… bei manchen magazinen würde es sich ohnehin lohnen, die print-ausgabe gleich als klopapier zu veröffentlichen, da wäre es dann auch sinnvoll, die papierhärte den dotterweichen inhalten gleich anzugleichen 🙂 keep on fighting, marktforscher!

  2. jantarblog sagt:

    Ja, nach einer Runde Marktforschung ist man immer wieder erstaunt – im positiven wie im negativen Sinne…

  3. spill sagt:

    > 1
    Meistens kauft die Eigenredaktion die Heftchen, Stichwort Arbeitsplatzsicherung.

    > 2
    Natürlich mögen COUPE-öhLeser nicht . Die wollen nur Pilder guggn ey.

    > 3
    Diese These ist unhaltbar. Man kann OnlineBeiträge auch monitormäßig durchpausen !

    > 4
    Na klar. Die inhalieren Druckerschwärze.

    > 5
    Heftklammern?

    > 6
    Aber die sollten schon eine Wahl haben, aufdruckmäßig.

    > Gute Idee. Man sollte da eher noch weitergehen. Chips, fontanellenimplantiert oder so.

  4. jantarblog sagt:

    Verlage tun sicher viele Dinge, um die Auflage zu stützen (Bordexemplare, also Exemplare die bei Lufthansa & Co. mitfliegen, Sonderverkäufe auf Messen etc.), aber bisher ist mir noch kein Fall bekannt, in dem die Redaktion Hefte am Kiosk kauft. Sonst wären auch sicher nicht so viele Magazine in den letzten Wochen und Monaten eingestellt worden (Vanity Fair, Amica,…).
    Und auch bei mir in der Redaktion wurde bisher auch noch niemand gezwungen, Hefte zu kaufen 😉
    Punkt 3: Ist nicht meine Meinung, sondern die der an der Marktforschung teilnehmenden Leser – ich war auch sehr überrascht…

  5. Doc Feelgood sagt:

    prust 😉 das hier entwickelt sich ja wirklich zu einer unterhaltsamen fortsetzungs-glosse! fontanellen-implantierte Chips… Jungejunge, lasst das nicht die CIA oder Meister Schäuble hören, dagegen ist der Bundestrojaner ja eine wahrhaft harmlose versuchung…

  6. spill sagt:

    Gerade mal den SPIEGEL NR.23 heftklammerig kontrolliert.
    3 !
    In Worten DREI, mittig !
    Das macht auflagig so 500.000 x 3 ALUMINIUMHEFTKLAMMERN !!!!
    Das bedingt ca.298 Kinderarbeiter diewo in chinesischen KinderarbeiterAluminiumbergwerken ca. pro Tag ca.2KGs AluminiumBrocken schürfen müssen !!!!
    Dazu kommen noch ca.23 Kinder von original afghanischen Freiheitskämpfern die in den illegalen AluminiumHeftklammerWalzwerken arbeiten müssen, so für 4-9 Reiskörner am Tag(wovon die eine ca.12köpfige Großfamilie ernähren müssen), das geht doch nicht !!
    PFUI PRINT !!!!! PFUI DEIBEL PRINT !!!!!!!

  7. jantarblog sagt:

    Naja, wahrscheinlich müssen dafür unschuldige südamerikanische Meerschweinchen den Strom für die Rechenzentren von Google & Co. liefern – ist doch auch irgendwie entwürdigend, als Meerschweichen den ganzen Tag im Hamsterrad rumzulaufen…

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