Meran, Part 3 oder Pannen-Desaster

Nachdem wir am Samstag noch bei schönstem Wetter einen Ausflug nach St. Ulrich (Geburtsort von Luis Trenker) gemacht haben und von dort auf Europas größte Hochalm, die Seiser Alm gefahren sind, hieß es am Sonntag morgen dann Koffer packen und wieder zurück nach München fahren.

Kleiner Tipp für alle Meran-Ausflüger: Von der Laubengasse aus, sieht man einen Sessellift, der hinauf zum Dorf Tirol fährt. Der Spaß kostet hin- und zurück max. 4 Euro, dafür sitzt man dann in einem wirklich abenteuerlichen Lift, schwebt praktisch durch die Weinberge (für Leute mit Höhenangst nur bedingt zu empfehlen) und hat dann einen tollen Blick auf Meran und das gesamte Tal.

Nach der Fahrt mit dem Lift kehren wir Meran dann endgültig den Rücken. Das Wetter ist herrlich warm, der Verkehr relativ gering und meine Laune bestens – am Abend wollen wir bei uns grillen, aber bis dahin sind wir ja längst wieder Hause. Das Navi gibt als Ankunftszeit 13.34h an.

Um kurz vor halb 12h lerne ich eine völlig neue Facette am Auto kennen: Funny-Shaking. Das lustige Rütteln ist leider nur von kurzer Dauer, danach beschließt der Wagen einfach gar nichts mehr zu tun. Okay, ein bisschen kann ich das Auto ja verstehen: Der Jaufenpass ist steil, aber der Scheitelpunkt ist quasi schon zu sehen und sogar Radler schaffen den Weg. Wie der, der kurz danach an uns vorbeifährt, als wir hektisch das Warndreieck aufbauen, weil das Auto genau hinter einer Kurve liegen geblieben ist. Auf die Frage des Radlers, ob wir Hilfe brauchen entgegne ich noch ganz optimistisch, dass gleich Hilfe kommt und ich auf gar keinen Fall mit ihm tauschen möchte.

Zwei Stunden später bin ich mir nicht mehr ganz so sicher. Als nach 3,5 Stunden endlich der Abschlepper kommt, ist mein Repertoire an bösen Gedanken nahezu aufgebraucht. Wozu ist man eigentlich im ADAC, wenn man erst die Mobilitätsgarantie von VW in Anspruch nehmen muss und die es nicht schaffen, dass der Abschlepper schneller kommt??? Und klar, man hätte sich einfach ein neues Auto kaufen sollen, denn wer versucht, mit einem zwei Jahre alten Wagen über einen Pass zu fahren, ist ja schließlich selbst Schuld.

Und so sitze ich dann vorne im Abschleppwagen, auf meinem Schoss das – leider etwas streng riechende – Enkelkind des Abschleppers und höre ganz nebenbei, was es mit dem Unfall Motorrad – Cabrio, den wir auf der Hinfahrt gesehen haben, auf sich hatte: Der Motorradfahrer bewegt sich fortan mit einem Fuß weniger durchs Leben (was mich skurrilerweise sofort an T.. Boyles „World’s End erinnert hat. Wer das Buch nicht kennt: Unbedingt lesen!) und der Baum ist zum Glück nur kaputt gewesen, weil ein LKW ihn beim Vorbeifahren beschädigt hat.

Da das Auto nichts mehr tut und am Sonntag kein Mechaniker da ist, gibt es zwei Alternativen: Mit dem Zug heimfahren oder übernachten. Mietwagen gibt es nicht, weil kein großes Mietwagenunternehmen vor Ort ist (St. Leonhard) und die am Sonntag eh nicht aufhaben – sehr sinnvoll!

Wir entscheiden uns für Zug, da morgen einer von uns seinen Flieger am Münchner Flughafen erwischen muss. Wir erfahren: Das der nächste Zug in 20 Minuten von Meran abfährt und man dann nach 2x Umsteigen in sechs Stunden München erreichen würde. Da wir in zwanzig Minuten aber niemals in Meran sein können, wollen wir gerne später fahren, dafür eine bessere Verbindung nehmen. Besser gibt es nicht, nur später und später heißt, dass die Fahrt über 10 Stunden brauchen würde. WTF???

Wir entscheiden uns für Plan C: In München einen ganz lieben Menschen anrufen (danke, Stefan!) und hoffen dass er uns abholt. Die Begeisterung am anderen Ende des Hörers ist grenzenlos – ebenso grenzenlos wie unsere Erleichterung, dass wir tatsächlich abgeholt werden. Während der nächsten drei Stunden sitzen im Sandwirt, dem Geburtshaus des südtiroler Freiheitskämpfers Andreas Hofer, bis dann endlich das lang ersehnte Auto um kurz vor 8 Uhr abends auftaucht. Und um kurz nach halb 12, also ungefähr 12 Stunden nach der Panne sind wir dann endlich wieder zuhause.

Danke an alle Leute von der VW-Mobilitätsgarantie – mit Eurer prompten Hilfe fühlt man sich bei einer Autopanne wirklich gut versorgt. Freu mich schon wie Bolle auf die nächste Fahrt über den Jaufenpass! Dass kann allerdings noch etwas dauern, denn noch steht das Auto wohl in Südtirol…

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3 Responses to Meran, Part 3 oder Pannen-Desaster

  1. cloudy sagt:

    Über den Jaufenpass bin ich in diesem Jahr auch schon gefahren. Allerdings ohne Panne 🙂

  2. jantarblog sagt:

    Glück gehabt 😉

  3. cloudy sagt:

    Nee, einfach das richtig Auto 😉 😉 😉

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