Galeria Kaufhof auf Kundenfang

Manche Erlebnisse sind einfach zu schön, um wahr zu sein. Aber das Folgende ist mir eben gerade wirklich passiert:

Ich war heute in meiner Mittagspause kurz bei Galeria Kaufhof und konnte einmal mehr erleben, warum das Konzept Kaufhaus wohl bald Vergangenheit sein wird. Denn ein Blick von der Rolltreppe auf die Klamottenabteilung zeigte ganz klar, für wen Galeria Kaufhof die Waren einkauft: Für Rentner ab 75, die sich nie viel aus Kleidung gemacht haben und eine mittlere bis starke Farbseh-Schwäche habe.

Nun gut, aber das wollte ich ja eigentlich gar nicht erzählen…

Ich fuhr also weiter die Rolltreppe hoch, fand erstaunlicherweise sofort, was ich gesucht hatte und ging dann zur Kasse. Von den drei vorhandenen Schlagen stellte ich mich natürlich in die falsche. Dass es die falsche Schlange sein würde, hätte ich eigentlich ahnen können. Vor mir standen nämlich zwei Frauen, die zusammen shoppen waren. Beide – freundlich geschätzt – in den hohen Vierzigern, vom Auftreten und den eingesetzten Schminkutensilien eher an pubertierende 15jährige erinnernd.

Beide kauften nahezu identische Sachen, nämlich Unterwäsche, die auch nicht ganz zum Alter passte.

Und dann ging es los: Galeria Kaufhof scheint Kunden mit ungefähr zwanzig verschiedenen Rabattzetteln auszustatten, so viele hatte Kundin Nr. auf jeden Fall bei sich. Danach wurden diverse Gutscheine rausgekramt und als dann immer noch 9 Euro zum Bezahlen übrig blieben, wurde natürlich mit Karte gezahlt.

Derdieweil dachte es in meinem Kopf: Falsche Kasse!!!

Bei Kundin Nr. 2 verlief alles ähnlich: Erst die Rabattzettel, dann die Gutscheine. Nur mit der Endsumme war Kundin 2 nicht einverstanden. Bei den ganzen Rabattzetteln und Gutscheinen und nur zwei gekauften Teilen (beide natürlich reduziert) war eher davon auszugehen, dass Kaufhof ihr ungefähr eine Milliarde Euro schuldete!

Aber anstatt einfach nur zu sagen, dass die Endsumme nicht stimmen kann, wollte Kundin Nr. 2 wohl den Kassentresen erobern oder vielleicht auch einfach nur der Verkäuferin auf die Pelle rücken.

Wie dem auch sei: Bei der Aktion des über-den-Tresens-beugen blieb sie auf jeden Fall mit ihrem Armband, das mit irgendwelchen klirrenden Anhängern überladen war, am Magneten hängen, der für Entsicherung der Waren zuständig ist.

Ich tat jetzt das, was ich schon fünf Minuten eher hätte tun sollen: Ich wechselte die Kasse.

Und konnte noch ungefähr drei Minuten beobachten, wie die Verkäuferin verzweifelt versuchte, das Armband mit der Kundin vom Magneten zu lösen.

Interessant fand ich dann noch die Frage der Kundin Nr. 2: „Kann man den Magneten nicht abstellen?“ [Derdieweil dachte es in meinem Kopf: ?????!!?!?????] Antwort der Verkäuferin, die ähnliches zu denken schien: „Nein!“

Eines weiß ich aber gewiss: Und wenn sie nicht gestorben ist oder irgendjemand den Magneten abgestellt hat, dann steckt sie mit ihrem  Armreif wohl immer noch fest…

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9 Responses to Galeria Kaufhof auf Kundenfang

  1. ohneeinander sagt:

    Ich wette, du hast dir einen hübschen Flanell-Karo-Schlafanzug gekauft. Im Galeria Kaufhof, gibt es da nämlich ganz besonders hübsche Modelle *g

  2. jantarblog sagt:

    Mist, ertappt 😉 Das kann nur zweierlei bedeuten: Du hast entweder hellseherische Fähigkeiten oder bist gestern mit Deinem Armband an einem Magneten hängengeblieben… 😉 😉 😉

  3. Suse sagt:

    Das hätte ich auch gerne gesehen, wie jemand vom Magneten angesogen wird 😉
    Fotos hast du wahrscheinlich nicht gemacht oder?

  4. ohneeinander sagt:

    Nein, die Tussi am Magneten kann ich gar nicht gewesen sein.

    Ich war nämlich in der Abteilung Geschenkartikel unterwegs und habe ein „Galeria home Metallwindlicht mit Kerze rot 20 cm“ gekauft. So!

    Und dann habe ich noch in der Abteilung Sport- und Fitnessgeräte ein Horizont Fitness Laufband Paragon 3 HRC getestet. Das war mir dann aber doch zu teuer 😉

  5. wortfetzen sagt:

    da soll noch mal jemand sagen, es gäbe keine göttliche gerechtigkeit 🙂

  6. parkverbot sagt:

    @Susu: Fotos??? Ein Video für youtube wärs gewesen!!! Wilkommen im Web 2.0 🙂

  7. jantarblog sagt:

    @ohneeinander: Das hatte ich auch nicht wirklich geglaubt 😉
    Laufbänder finde ich wirklich genial, aber ich fürchte, dass meine Nachbarn unter mir anderer Meinung wären…

    @wortfetzen: Komisch, den gleichen Gedanken hatte ich auch…

    @Suse und parkverbot: Nein, keine Fotos, keine Videos. Abgesehen davon, dass ich leider nicht auf die Idee gekommen bin: Unauffällig hätte ich das nicht machen können und bei offenem Filmen oder Fotografieren hätte die gute Frau wahrscheinlich das ganze Kaufhaus zusammengeschrien….

  8. Stef sagt:

    Schade, dass mir nie so etwas passiert. Ich stehe zwar auch immer in der falschen Schlange, meistens hinter nervigen Leuten mit quengelnden Kindern, aber in den Genuß der Schadenfreude komme ich trotzdem nicht.

  9. jantarblog sagt:

    Ich fands auch klasse, dass mir mal so was passiert 🙂

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