Urlaub ist wie Arbeit

Oktober 30, 2009

Nach einem Tag Urlaub muss ich abends leider feststellen: Urlaub ist wie Arbeit, nur körperlich anstrengender. Weil man im Urlaub all das machen muss, was man in der Woche aufgrund der Arbeit kaum schafft. Zum Beispiel Wäsche waschen, (gefühlt) 20 Körbe Wäsche bügeln (gerade beschlossen, nur noch Klamotten mit Knitteroptik zu kaufen!), Keller aufräumen, Zeugs sortieren und weitere absolut spaßbefreite Arbeiten.

Und jetzt bin ich an einem Freitagabend zu müde für irgendwas. Sogar zu müde, um mir den doofen TV-Trash anzutun. Freue mich ja fast wieder auf die Arbeit. Bis auf die anwesenden Menschen ist dort alles prima. Man kann bewegungslos auf den Monitor starren, stundenlang sinnlose Telefongespräche führen, sich über seltsame Software wundern, die IT-Abteilung innerlich verfluchen, schlechten Kaffee trinken (und sich immer wieder dabei anhören, dass man sich doch glücklich schätzen darf, dass es überhaupt kostenlosen Kaffee gibt) und und und…

So, genug gegriesgrämt für heute. Der Rest der Abends gehört dem Buch „Bis ich dich finde“ vom „Garp“-Autoren John Irving. Wie bei Irving nicht anders gewohnt, ist auch dieses Buch voller Skurrilitäten, dabei herrlich kurzweilig und einfach nur gut zu lesen. Aber das sollte es bei über 1100 Seiten wohl auch sein. Bin mal gespannt, wie lange ich daran noch lese, aber auf jeden Fall liegen noch 400 Seiten vor mir.

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Neue Kurzgeschichte: Herr P., die Dritte

Oktober 30, 2009

Nachdem ich den 2-Tages-Workshop irgendwie überstanden habe und mich heute und am Montag mit zwei Tagen Urlaub selbst belohne ;-), wird es Zeit, die versprochene dritte Geschichte von Herrn P. online zu stellen.

Herr P. hat es ja nicht leicht: Egal, was er anstellt, am Ende gibt es nur eine Konstante in seinem Leben und die heißt: Tod. Doch vielleicht schafft er es ja wenigstens in seinen Träumen, dem ewig gleichen Schicksal zu entgehen. Wer mehr lesen will, klickt hier.


Schweinegrippe: Eine gute Alternative

Oktober 23, 2009

Seine Kollegen kann man sich ja bekanntlich nicht aussuchen. Sonst hätten viele Menschen mit Sicherheit andere Kollegen, nämlich intelligente, gutaussehende, interessante Persönlichkeiten, mit denen man auch gerne nach der Arbeit noch ein Bier trinken geht.

Ich bin auf jeden Fall meist ganz froh, wenn ich mehrstündige Meetings hinter mich gebracht habe, ohne manchen Kollegen allzu schlimme Sachen an den Hals gewunschen zu haben. Zwanghafter Redefluss scheint eine immer ernstzunehmendere Krankheit zu werden…

Und so genieße ich jetzt in aller Ruhe diesen bisher ereignislosen Freitag. Und bereite mich mental auf den Montag und Dienstag der nächsten Woche vor. Diese beiden Tage darf ich in Begleitung von meinen mehr und weniger geschätzten Kollegen auf einem Workshop in der Nähe Münchens verbringen. Ich freu mich wie Bolle…

Auf der anderen Seite habe ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass der Workshop vielleicht doch noch ganz nett werden könnte. Szenario 1: Die schlimmsten Dampfplauderer erleiden am Wochenende eine kleine Kehlkopfentzündung, die eine Woche Redeverbot mit sich bringt. Szenario 2: Mich erwischt am Wochenende die Schweinegrippe.

Oder wie heißt es so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt 🙂


Discuss your disaster

Oktober 22, 2009

Hier ein ganz superwertvoller Tipp, der aber sofort umgesetzt werden muss:

Wer in der Nähe von München wohnt und sich ganz, ganz furchtbar langweilen oder ein Gefühl dafür bekommen will, was das Wort Wirtschaftskrise in der Realität bedeutet, der sollte unbedingt noch zur Messe Riem rausfahren und auf die discuss & discover gehen.

Die Nachfolgerin der Systems, der wahrscheinlich langweiligsten IT-Messe der Welt (ja, ich weiß, dass ich mich wiederhole), ist heute den dritten und letzten Tag live zu erleben. Irgendwie passt discuss & discover als Messename gar nicht. Den Blicken der anwesenden Aussteller und wenigen Besucher nach zu urteilen, würde „discuss your disaster“ besser passen.

Zum Glück war wenigstens die Microsoft-Pressekonferenz zum Start von Windows 7 nur eine Stunde lang und die Redner rhetorisch gut geschult. Neuigkeiten gab es natürlich nicht (war ja auch die gefühlt 100. Presseveranstaltung zu dem Thema), aber besonders der Deutschlandchef von Microsoft, Achim Berg, hat einen ganz angenehmen Erzählstil.

Wenn man die Stunde brav durchgehalten hatte, durfte man eine Final-Version von Windows 7 Ultimate und eine 180-Tage-Version von Windows-Server R2 mitnehmen. Okay, dass die Server-Version zeitlich begrenzt ist, finde ich dann doch etwas geizig – aber wahrscheinlich muss auch Microsoft sparen…

Ein weiteres Messe-Highlight ist das kostenlose Essen in der oberen Etage. Wer kaltes Fischcurry mag, sollte da unbedingt noch hingehen…


Keine Party ist keine Party ist keine Party…

Oktober 21, 2009

Auch nach 1 ½ Dekaden in der Verlagswelt gibt es immer wieder Pressemitteilungen, die mich etwas verwirren.

Beispiel:  Diese hier von Microsoft, mit der „kurzen“ Bertreffzeile: „Einladung zur Markteinführung von Windows 7 und Windows Server 2008 R2 in Hamburg und München“

Aha, dachte ich mir da Anfang Oktober: Endlich gibt es mal ein paar Infos zur Launch-Party von Windows 7. War ja die letzten Male immer ganz nett gewesen.

Beim Öffnen der Mail stockte ich dann jedoch. Party? Ja, das Wort Party gab es in der Mail auch. Aber nicht im heimischen München, sondern in Hamburg. Dass ein Großteil der IT-Presse in München sitzt, scheint Microsoft wenig zu interessieren. Dafür sitzt Computerbild in Hamburg. Und vielleicht findet es Microsoft auch sexier, trendige Journalisten von Spiegel & Co. auf dem Launch-Event zu haben, als die schlechtangezogene Computerpresse aus München.

Damit die Münchner nicht alle weinen müssen, weil bei den gestrichenen Reisebudgets auch Chefredakteure nicht nach Hamburg fahren dürfen, beglückt Microsoft die Münchner Verlagswelt ebenfalls mit einem Launch-Event. Und zwar morgen, um 11 Uhr morgens in Form einer Pressekonferenz auf der Nachfolger-Messe der Systems (die mit Abstand langweiligste Messe der Welt!), der dicuss & discover.

Wie sagt man in Bayern so schön: I glaub, i werd narrisch…


Aus dem Leben eines Blackberry-Besitzers…

Oktober 21, 2009

Wenn eine Firma ihrem Mitarbeiter zeigen will, dass er einige Wertschätzung genießt, spendiert sie ihm einen schicken Firmenwagen mit einer Tankkarte. Da kann Mitarbeiter XY dann kreuz und quer durch Deutschland fahren und muss nicht einen einzigen Cent für Benzin bezahlen.

Wenn eine Firma ihrem Mitarbeiter zeigen will, dass er zwar quasi unentbehrlich ist, aber für einen Firmenwagen kein Geld da ist, weil sich sonst die Vorstände ihren Alpina-getunten 7er BMW nicht mehr leisten können, stattet sie ihn mit einem Smartphone aus, dass er natürlich auch privat nutzen kann.  In den Besitz einen Smartphone können natürlich auch die Mitarbeiter gelangen, die entbehrlich sind, denen die Firma aber zeigen will, dass sie 24/7 zur Verfügung stehen sollen.

Ich hatte bis vor kurzem nur ein Firmenhandy. Was das jetzt für mich bedeutet, will ich gar nicht überlegen…vielleicht nur, dass meine Firma meinen Handyvertrag nicht kündigen wollte, damit ich ein Smartphone bekomme?

Egal, seit letzter Woche bin ich Besitzer eines Blackberrys Bold 9000. Und die Vorteile sind ungeheuer:

1) Ich kann den ganzen Spam, den ich morgens und abends bekomme, schon in der S-Bahn löschen

2) Ich kann auf dem Weg in die S-Bahn kleine Schulkinder neidisch machen, die auf ihren schrottigen Handy-Tastaturen versuchen, eine Mail zu schreiben

3) Ich kann abends noch bequem die Mails von meinem Chef lesen und mich dann die ganze Nacht darüber ärgern

4) Ich kann bis Mitternacht mit anderen Blackberry-Nutzern mailen und so zeigen, dass ich auch einen Blackberry habe und irgendwie wichtig bin

5) Da die Prügelquote in Münchner S-Bahnen ständig zunimmt: Ich kann in der S-Bahn „angry young man“ von mir ablenken und ihnen den Blackberry geben, damit sie nicht mich verprügeln

6) Ich kann stundenlang mit dem Scrollrad spielen und iPhone-Nutzer nur mitleidig angucken

Wenn man eine Woche lang einen Blackberry genutzt hat, kann man sich gar nicht mehr vorstellen, wie das Leben ohne Blackberry war. Was habe ich früher gemacht, als ich noch nicht fünf Mal in der Minute meine Mails gecheckt habe? Okay, man wird ein bisschen zappeliger als früher, aber wer sagt denn, dass ADS nur was für Kinder ist?

Trotzdem würde ich meinen Blackberry gerne eintauschen. Gegen einen schicken Firmenwagen mit Tankkarte…


Oliver Pott: Geld verdienen im Internet – oder so…

Oktober 20, 2009

Habe ich eigentlich schon einmal erwähnt, wie wenig ich es zu schätzen weiß, wenn ich einen Text zweimal schreiben muss?

Aber nachdem ich lange darüber nachgedacht habe, ob ich Euch wirklich von meinem letzten Samstag erzählen soll, kann ich meiner geschwätzigen Seite nicht länger Einhalt gebieten. Und die will das unbedingt loswerden…

Als am Samstag um kurz nach 6h mein Wecker klingelte, war meine erste Reaktion: Draufhauen! Danach probierte ich es mit Ignoranz und redete mir selbst gut zu, dass es doch Schwachsinn sei, so früh aufzustehen. Ich hielt genau bis 6.24h durch. Dann hatte ich es geschafft, mich durch meine erfundenen Ausreden, warum ich nicht aufstehen konnte, endgültig wachzumachen.

Noch wacher wurde ich dann durch eine kalte Dusche und als ich um halb 8h die Wohnung verließ, fühlte ich mich fast wie ein Mensch. Wie ein Mensch allerdings, der bei Eiseskälte durch menschenleere Straßen schlurft. Die S-Bahn war dagegen erstaunlich voll. Ich fühlte mich an die Ikea-Werbung mit dem „Kein schönes Zuhause?“ erinnert…

Dann war da wieder dieses „WARUM??“ in meinem Kopf. Warum saß ich um diese Zeit in der S-Bahn? Weil mir ein ganz netter Mensch (der das Seminar auch besucht hat, aber nicht wie ich extra früh dafür aufgestanden ist!) von einem Seminar von Dr. Oliver Pott erzählt hat. Und in einem Anflug von 0.5-Sekunden-Wahnsinn hatte ich mir gedacht, dass ich mir das gerne mal anschauen würde. Da kannte ich auch die Agenda noch nicht und dachte, das Seminar wäre irgendwann nachmittags. Neugier kann manchmal ein Fluch sein…

Wer ist Oliver Pott? Dr. Oliver Pott hat früher eine Software-Kauf-Seite namens blitzbox.de betrieben. Diese wurde dann vom Distributor Avanquest gekauft, was Dr. Pott sicher nicht ärmer gemacht hat. Oliver Pott nutzte die Zeit danach, seine Erfolge im Web weiterzuvermarkten und startete mit founder.de ein neues Projekt. Als ich mir diese Seite das erste Mal sah, fühlte ich mich sofort an Butterfahrten und Heizdecken erinnert.

Um was es geht? Darum, wie jeder im Internet Geld verdienen kann. Und damit es auch jeder sofort sieht, empfängt einen die Starseite in folgender wenig augenschmeichelnder Formatierung:

Internet-Multimillionär zeigt in Gratis-Report (Wert: €19,95),
wie jeder €100.000 und mehr Geld im Internet verdienen kann –
und wie Sie wirklich JEDE Website zu einem finanziellen Erfolg machen

Ich verlinke hier absichtlich nicht direkt auf die Seite, damit es nicht so aussieht, als wenn ich Euch etwas aufschwatzen will. Das also hatte mich zu nachtschlafender Zeit aus dem Bett getrieben…

Immer noch reichlich müde kam ich dann um kurz nach neun im noblen Hotel Softitel direkt neben dem Münchner Hauptbahnhof an. Und war wirklich erstaunt. Denn da stand eine Riesenschlange an Menschen, die anscheinend an einem Samstagmorgen nichts anderes zu tun hatte, als ein Seminar von Oliver Pott zu besuchen. Zu Ticketpreisen von mehreren hundert Euro. Die ich mir gespart hatte, weil ich netterweise eine Freikarte geschenkt bekommen habe.

Die nächsten Minuten waren seltsam. Mit dem Vorurteil gekommen, alles seltsam und unseriös zu finden, muss ich sogar zugeben: Oliver Potts Vortrag auf der Bühne war eigentlich ganz okay. Ich fasse den 2 Stunden Vortrag mal kurz mit meinen Worten zusammen:

1) Du musst eine Webseite mit einer eindeutigen Message online stellen. Meine Meinung: Ja, hilft bestimmt

2) Du brauchst eine gute Idee für eine Dienstleistung/Produkt. Möglichst was, was jeder will/braucht oder glaubt zu brauchen. Meine Meinung: Klingt nicht unvernünftig

3) Du brauchst eine gute URL und solltest SEO nicht vergessen. Meine Meinung: Klar, denn ohne Google kein Erfolg

4) Du solltest die Google-Analyse-Tools nutzen. Meine Meinung: Sicher! Wozu hat Google das ganze Zeugs wie Analytics und Co. sonst entwickelt…

5) Du musst Adressen sammeln, damit Du später potenzielle Kunden anmailen kannst. Meine Meinung: Erscheint logisch, denn: ohne Adressen keine Kunden

6) Zum Verkaufsstart brauchst Du ein fertiges Produkt/Dienstleitung. Meine Meinung: Och nö…arbeiten muss man da auch?

Vielleicht muss man das so sehen: Da sind ein paar Menschen, die keine Ahnung von SEO & Co. haben. Oliver Pott bereitet das alles so auf, dass es sogar der Dümmste kapiert – und kassiert dafür richtig Geld.

Ach übrigens: Ich würde auch gerne Geld im Internet verdienen. Natürlich, ohne etwas dafür tun zu müssen. Wenn Ihr vielleicht ein paar Euro übrig hättet, wüsste ich da ein interessantes Bankkonto, auf das Ihr gerne Geld überweisen könnt… 😉