4 Tage Wien

November 26, 2009

Nach überstandener Mini-Schweinegrippe (nun gut, eigentlich war es wohl mehr ein grippaler Infekt, aber Schweinegrippe klingt dramatischer 😉 geht es heute für vier Tage nach Wien.

Es ist 05:36 Uhr (Mitleid an alle, die immer so früh aufstehen müssen!) und in 2,5 Stunden will im Auto sitzen. Ich bin gespannt, wann es wirklich losgeht…

Bis Sonntag!

Jantar


Zu viel Schnee

November 18, 2009

Neulich musste ich mich wieder mit jemandem herumstreiten, der meinte: „2006? Viel Schnee? Ne, das ist doch schon viel länger her.“

Weil ich nun einfach wusste, dass ich Recht habe, grundsätzlich gerne Recht habe und dann auch von anderen hören will, dass ich Recht habe, habe ich gerade meine Festplatte durchsucht und dieses Beweisfoto gefunden:

Ja, so sah (m)ein Balkon in München im März/April 2006 aus. In dem Jahr, in dem ich wirklich keinen Schnee mehr sehen konnte….


Mail-Muffel

November 17, 2009

Ich gebe es ja zu: Ich beantworte auch nicht jede Mail sofort oder binnen 24 Stunden. Aber ich habe zumindest eine ToDo-Liste, die ich mit Namen der Leute fülle, denen ich noch zurückmailen muss.

So bekomme ich wenigstens ein schlechtes Gewissen, wenn die entsprechenden Leute vorher anrufen oder eine zweite Mail schicken, weil sie auf Antwort warten.

Aber wenn man wie ich heute diverse Mails schreibt und auf keine eine Antwort bekommt, macht man sich schon so seine Gedanken. Nämlich:

  • Existiere ich eigentlich noch?
  • Hat es mich in ein Parallel-Universum verschlagen, in dem ich nur Zuseh- aber keine Mitmach-Rechte habe?
  • Verbringen die Leute da draußen noch mehr Zeit in Meetings als ich?
  • Wurde mein Name versehentlich/absichtlich dem Spamfilter hinzugefügt?
  • Ist heute bundesweiter Feiertag und mir hat keiner was gesagt?
  • Hat keiner mehr Lust, was zu arbeiten?
  • Habe ich heute zufällig nur den Leuten eine Mail geschrieben, die ich auch schon habe warten lassen?

Fragen über Fragen…Am Mailserver liegt’s auf jeden Fall nicht, dafür sind schon zu viele Mails reingekommen.  Es wäre also schon schön, wenn ich jetzt mal so langsam die eine oder andere Antwort bekommen würde…


Pizza statt Weltuntergang

November 16, 2009

Ich weiß ja nicht, wo Ihr so wohnt, aber in München gibt es definitiv keine Wirtschaftskrise. Denn egal, was man in München in seiner Freizeit tun will: Ohne Reservierung läuft meist gar nichts. Dabei ist es egal, ob man nur schnell in einem der typischen Weggehviertel wie Glockenbachviertel, Haidhausen oder Schwabing ein Bier trinken gehen will: Hat man nicht reserviert, kann man meist draußen bleiben oder sich wie eine Ölsardine in die Ecke quetschen. Apropos: Nur schnell was trinken gehen, geht meist auch nicht, denn oft bekommt man nur einen Tisch, wenn man Umsatz bringt, d.h. etwas essen will.

Und natürlich kann man in München auch nicht mal einfach so ins Kino gehen. Auch dann nicht, wenn man schon zwei Stunden vor Vorstellungsbeginn am Kinoschalter steht. Dabei war ich am Samstag so richtig schön auf Actionkino und Weltuntergang eingestellt. Und nachdem ich in letzter Zeit fast nur nette, ruhige Filme angeschaut habe (habe jetzt endlich den absolut genialen Film „Willkommen bei den Sch’tis“ auf DVD), wollte ich am Samstag unbedingt „2012“ im Kino sehen. Einen einzigen Sitzplatz hätte es noch gegeben.

Die böses Seite in  mir wollte gerade sagen: „Nehme ich“, aber die gute Seite flüsterte mir zu, dass es nicht nett ist, alleine ins Kino zu stürmen, wenn die Begleitung genau neben einem steht und so gab es statt „2012“ Pizza Diabolo in einer Pizzeria, wo man erstaunlicherweise ohne Reservierung einen Platz bekam. 

Aber trotzdem: Nie ist die Wirtschaftskrise da, wo man sie mal brauchen könnte…


Italienisch-Kurs oder: Io sono pigra di natura

November 13, 2009

Manchmal muss ich an die Fielmann-Werbung denken, wo die beiden älteren Männer sich gegenseitig fragen, ob sie in ihrem Leben alles noch einmal genauso machen würden. Würde ich alles wieder so machen? Tja, vielleicht würde ich bei der Berufswahl besser aufpassen. Da ja Journalisten die „Bergleute des 21. Jahrhunderts sind“ (hab jetzt keine Lust zu recherchieren, wer das gesagt hat, aber der Ausdruck gefällt mir), hätte ich nach dem Studium vielleicht besser einen Job mit Zukunftsperspektiven gewählt wie Drogenbaron in Kolumbien, Bandidos-Chef in Berlin oder Maroni-Verkäufer in der Münchner Innenstadt (9 Maronen für 2,50 Euro ist pervers!).

Da ich das alles nicht getan habe, ist mein Job mittlerweile wirklich Routine geworden. Würde ich behaupten, dass ich jeden Tag große Geistesgaben vollbringen muss, wäre das glatt gelogen. Und weil mich deshalb neulich die Angst gepackt hat, dass ich bis zur Rente vielleicht vollkommen verblödet sein könnte, dachte ich mir: Train your brain.

Leichter gesagt als getan, denn nach dem üblichen 10-Stunden-Tag bin ich oft einfach nur müde. Trotzdem habe ich mir gedacht, dass das Lernen einer neuen Sprache bestimmt nicht falsch sein könnte. Und da Italien so nah ist, fiel meine Wahl auf Italienisch.

Nach 6 Unterrichtseinheiten in der Volkshochschule kann ich folgendes feststellen: Wer in einer Volkshochschule einen Sprachkurs besucht, muss nicht unbedingt Interesse daran haben, eine Sprache zu lernen. Die Leute aus meinem Kurs sind zwar alle soweit ganz nett, aber…mit der Sprache will das einfach nicht so klappen. Hier mal ein kleines Beispiel einer typischen Kurssituation:

Georg, der immer dann, wenn er drankommt, wie ein gehetztes Reh wirkt, soll folgende Frage der Lehrerin beantworten: „Come stai?“ Was soviel heißt wie: „Wie geht es dir?“

Georg: Äh…was?

Lehrerin: „Come stai?“

Nachbarin zur Linken flüstert: „Wie geht’s Dir?“

Georg: „Heute nicht so gut, wir hatten bei der Arbeit viel zu tun.“

Lehrerin: „In italiano?“

Georg: „Io sono Georg.“

Ihr seht, es ist immer sehr lustig und das ist ja auch was wert. Dass man bei dem Kurs wirklich was lernt, bezweifle ich noch ein bisschen, aber immerhin bin ich schon so weit, dass ich folgendes sagen kann: „Io sono Jantar di Monaco. Non studio vocabulario, perché io sono pigra die natura.“


Mauerfall am Zonenrand

November 10, 2009

Manchmal freu ich mich ja auf mein Leben im Jahr 2080. Dann bin ich weit über hundert Jahre und die Welt hat sich so langsam dran gewöhnt, dass Deutschland wieder ein einig Vaterland ist.

Denn seit Wochen werde ich von früh bis spät mit Informationen über die Wiedervereinigung voll gestopft. Da ich noch nicht an Alzheimer leide, kann ich mich noch ganz gut an die Zeit vor zwanzig Jahren erinnern. Da ist man dann manchmal fast versucht zu sagen: Ist ja gut jetzt..

Es ist ja auch nicht so, dass ich die deutsche Einheit nicht begrüße. Am sogenannten Zonenrand (West!) aufgewachsen, kann ich mich noch gut erinnern, wie seltsam ich es als Kind fand, dass es Deutschland zweimal gab. Einmal in Form des für mich als Kind uneingeschränkt vorbildlichen Westdeutschlands mit dem immer gleichen Kanzler (als jemand, der Mit der 70er Jahre geborne wurde, gab es  in meiner Kindheitserinnerung nur Kohl als Kanzler), einmal in Form einer tyrannischen Diktatur mit Honecker an der Spitze. Da war ich als Kind doch wahrlich froh, dass die Grenze nicht ein paar Kilometer weiter westlich verlaufen war.

Meine Carrera-Bahn, mein Lego-und Playmobil-Spielzeug hätte ich sonst wohl gegen unlackierte Holzklötze eintauschen müssen. Auch Coca-Cola wäre für mich etwas gewesen, was ich nur im Westfernsehen hätte anschauen können (na gut, als Kind durfte ich sowieso keine Cola trinken – vielleicht bin ich deshalb auch noch ADS-frei aufgewachsen).

Die DDR ist für mich also etwas, an das ich mich noch gut erinnern kann. Auch an den 9.11. Meine tiefste Empfindung damals war Verwunderung.

Alles hätte ich den verbohrten Betonköpfen mit den hässlichen Anzügen zugetraut, aber nicht, dass sie so einfach vor der menschlichen Übermacht kapitulieren würden. Insgeheim wartete man ja eher darauf, dass Panzer auffahren und die Montags-Demonstranten einfach niederschießen würden. Stattdessen war das Ende der DDR völlig unspektakulär, so als hätten die Ost-Bonzen einfach keinen Bock mehr auf ihren maroden Staat.

Und wenn ich mich an den November 1989 zurückerinnere, ist das für mich auch immer mit dem sagenhaften Gestank von 2-Takt-Motoren verbunden, die wie eine Dunstglocke über meinem Geburtstort lagen – so war das eben, wenn man in der ersten größeren Stadt hinter der Grenze wohnte. Bananen, die ich zum Glück nicht besonders mochte, waren irgendwann ausverkauft. Davor war der Preis auf sensationelle 10 Mark und mehr pro Kilo gestiegen. Auch gebrauchte Autos waren plötzlich Mangelware. Viele nicht ganz so nette Wessis nutzen die Zeit, ihre schrottreifen Karren den  manchmal doch zu gutgläubigen Ossis zu verkaufen.

Aber wie habe ich am Anfang so schön gesagt: Es ist ja auch irgendwann gut mit den verklärten Erinnerungen…Apropos: Was habt Ihr eigentlich am 9.11.1989 gemacht? 😉


Frau Anal Meier

November 6, 2009

Jeden Tag tippe ich so einiges an Text und Mails. Kein Problem für mich, denn ich bin ein echter Schnelltipper, trotz eines komischen „Irgendwie-treff-ich-schon-die-Tasten“ Nichtsystems.

Gerade bei Mails sind meine Gedanken jedoch manchmal schneller als meine Finger tippen können. Das ist auch kein Problem für mich, denn schließlich nutze ich ja immer die in Outlook integrierte Rechtschreibprüfung, bevor ich eine Mail verschicke. Was mir heute fast eine mittelschwere Katastrophe eingebrockt hätte.

Schreiben wollte ich: „Richten Sie Anja xxx (den Nachnamen behalte ich lieber für mich) bitte viele Grüße aus.“ Und weil ich manchmal hektisch tippe wurde aus Anja ein Anaj. Ein ganz harmloser Buchstabendreher. Leider am Ende der Mail. Und weil zeitgleich jemand in mein Büro stürmte, drückte ich bei der Rechtschreibprüfung auf „Ändern“ statt „Einmal Ignorieren“. Zum Glück dann aber doch nicht auf Senden.

Denn ob Frau Anal xxx sich über diese Grüße gefreut hätten, wage ich zu bezweifeln…