Versemmelte Semmel

Als zwischen Harz und Heide geborener Mensch (für Bayern sind das schon echte Norddeutsche) schlage ich mich in Bayern eigentlich ganz gut durchs Leben. Ich verstehe auch Dialekt sprechend Bayern ziemlich gut und mittlerweile rutschen mir auch schon echt bayrische Redewendungen über die Lippen, wie „I moag ned“ oder „A Packerl Watschn ist glei aufgerissen“ (für alle Nicht-Bayern: Viel Spaß beim Herausfinden, was das heißt…).

Aber anscheinend ist mein Bayerisch noch nicht gut genug für einen Einkauf beim Bäcker. Denn heute morgen habe ich bei einer Bäckereikette, die ich sonst gerne meide und deren Name an den typischen Durchschnittsdeutschen erinnert, ein Brötchen, also eine Semmel gekauft. Nur hieß die nicht Semmel, sondern Knusperweckerl. Wer schon mal bei dem Bäcker eine Semmel gekauft hat, weiß: Die Semmeln sind hier meist alles andere als knusprig.

Und genau deshalb war ich erfreut, dass es neben den Standard-Knopfsemmeln auch Knusperweckerl gab. Das verhieß doch ein leckeres, knuspriges Hereinbeißen. Außerdem gefiel mir die längliche Form auch besser als die runde Form der Knopfsemmel. Und sechs Cent billiger war sie auch noch.

Fröhlich zahlte ich meine 27 Cent und startete damit also 6 Cent reicher als gedacht in den Tag. Als ich dann zwei Stunden später in meine Semmel beißen wollte, musste ich erkennen:  Der Begriff Knusperweckerl hat anscheinend gar nichts mit dem Wort „knusprig“ zu tun. Vielmehr scheint dieser Begriff in Bayern nur ein Synonym für „letschert“ zu sein, also ein weiche, nicht mehr knusprige Semmel.

Alternativ kann es aber auch einfach so sein, dass ich das Marketingsprech von dem Bäcker nicht verstehe…

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7 Responses to Versemmelte Semmel

  1. parkverbot sagt:

    Jantarblog schreibt: „Als zwischen Harz und Heide geborener Mensch (für Bayern sind das schon echte Norddeutsche)…“

    Parkverbot meint: „Für mi san des scho richtige Saupreißn!“

    Nix füa unguad 🙂

  2. Big M sagt:

    Wer bei Müller seine Semmeln kauft, ist selber schuld!!!

  3. Simon sagt:

    A Packerl Watschn ist glei aufgerissen, Herr von und zu Parkverbot…….

    😉

  4. parkverbot sagt:

    Touchee!

    @jantarblog
    @simon

    Es heißt: A Packerl Watschn is glei aufgrissen!
    Sonst outet ihr euch gleich als Saupreißn 😉

  5. jantarblog sagt:

    @parkverbot: Komisch, ich verstehe gar nicht, dass die Norddeutschen die Bayern immer für unfreundlich halten 😉

    Aber was meinen die Norddeutschen nur immer mit den Begriffen Bazi, Depperter? 😉

    @Big M: Jepp!

    @Simon: Danke 🙂

  6. parkverbot sagt:

    Bitte, Gnade, hört auf bayerisch zu sprechen, ich bin auch ganz freundlich, versprochen und spreche nur noch hochdeutsch, aber hört bitte auf, meine bayrischen Ohrwaschln zu maltretieren, bitte!!!!!! 🙂

  7. MikeM sagt:

    Eigentlich kein Wunder, dass alle zum Discountbäcker gehen. Bei uns gibt es kaum noch gute Bäcker und wenn sie halbwegs gut sind, verlangen sie horrende Preise. Neulich musste ich am Sonntag sogar einen Aufschlag zahlen und habe 40 Cent pro Semmel hingelegt. Kleiner war sie natürlich auch als in der Woche!

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