Is it reality? Or comedy?

November 5, 2009

Gut, es ist zwar etwas peinlich, aber ich gebe es trotzdem zu: Ich habe gestern seit langer Zeit mal wieder „Raus aus den Schulden“ geguckt. Wobei ich mir langsam die Frage stelle, warum es noch kein televisionäres Pendant zu dem Format gibt. „Rein in die Schulden“ klingt doch auch nicht so schlecht und man könnte dann quasi ein vorher – nachher Format daraus entwickeln.

Aber was ich eigentlich sagen/fragen wollte: Hat das außer mir zufällig noch jemand geguckt? Und könnte mir dann die Fage beantworten, ob das gestern eine Satire-Sendung war und nicht Reality-TV? Die verschuldete Frau (Name habe ich schon wieder vergessen) erinnerte mich stark an Anke Engelke, wenn sie eine etwas heruntergekommene Hartz-4-Empfängerin spielt. Oder war das gestern alles echt? Irgendwie unheimlich gruselig, das Format…

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Warum ich das Dschungelcamp mag

Januar 19, 2009

Ich finde das RTL-Dschungelcamp gut. Keine Ironie! Denn wenn es das Format „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“ nicht geben würde, würde es in Deutschland ungefähr 10 Hartz-4-Empfänger mehr geben. So dürfen eher unbekannte C-Promis 16 Tage Urlaub in Australien machen, RTL sich als barmherziger Samariter aufspielen, der einen Mini-Teil seiner Werbemillionen für bedürftigen Ex-Moderatoren/Knastis/Seifenoperndarsteller einsetzt und ich kann vor dem Fernseher sitzen und mich freuen, dass ich nicht ins Dschungelcamp muss.

Die Frage ist nur, wann findige Chefs endlich auf die Idee kommen, ungeliebte Mitarbeiter statt vor die Tür ins Dschungelcamp zu setzen. Für potenzielle Arbeitsverweigerer könnte gelten: „Arbeite schneller/besser oder du musst ins Dschungelcamp.“

Dschungelcamp ist nämlich alles andere als erholsam. Wer möchte freiwillig Schlafsack next to Schlafsack mit einer Hexe (= Ingrid van Bergen) liegen? Wer sich die fast aus dem Bikini fallenden Brüste von Lorenzo/Lorielle/Lotte ganz aus der Nähe ansehen? Oder Herrn Bond beim Duschen zugucken müssen?

Nein, da bin ich wirklich froh, dass ich kein Ex-Promi bin und ganz friedlich im kalten München bleiben kann. Und statt aufs Dschungelcamp zu schimpfen, gebe ich sogar offen zu, dass diese Nullinformations-Unterhaltung sogar ganz angenehm sein kann. Man muss beim Zusehen nicht das Gehirn einschalten und sich irgendetwas merken. Schon ist mir auch der Name des ersten Promis entfallen, der das Camp verlassen musste. Aber ich weiß, dass mich der Name irgendwie an eine italienische Brotspezialität erinnert hat.

Interessanterweise haben die Promis in der aktuellen 4.Staffel erstaunlich wenig Nervpotenzial – zumindest seit dem gestrigen Abgang von Peter Bond.
Giulia (ein Name, den man sich wirklich googeln muss!) Siegel wird immer zahmer, Lorenzo/Lorielle/Lotte flennt erstaunlicherweise auch nicht permanent und der Rest scheint seinen Tag auch nicht mit Lästern verbringen zu wollen.

Aber heute darf von mir aus gerne gelästert werden und zwar über Peter Bond.
Meine Meinung: Peter Bond sollte für immer vom deutschen Bildschirm verbannt werden, denn auch Trash-TV muss eine intellektuelle Grenze haben, die nicht unterschritten werden darf!


Einfach mal abschalten

November 20, 2008

Wenn ich mich abends vor den Fernseher setze, tue ich das nicht, weil ich mich geistig weiterbilden will, sondern weil ich zu müde zum Lesen, Denken, Joggen oder einer anderen sinnvollen Beschäftigung bin. Gestern Abend war ich zusätzlich auch nur mäßig gut gelaunt. Und so beschloss ich, meine schlechte Laune richtig auszuleben und „Raus aus den Schulden zu gucken“. Das ist die Serie, bei der der Schuldnerberater Peter Zwegat in akribischer Kleinarbeit die Ausgaben der Schuldnerfamilie auf einem Flipchart zusammenzählt, um dann festzustellen, was der Familie noch nie aufgefallen ist: Die Ausgaben sind deutlich höher als die Einnahmen. Womit diese Sendung doch einen Bildungsanspruch hat: Sie erklärt das Zustandekommen von Schulden…

Ich kam dann auf die glorreiche Idee, diese Serie in der Masochisten-Variante anzugucken, d.h.: die komplette Sendung sehen, ohne vorher den Fernseher auszumachen oder umzuschalten. Was ist schließlich schon eine Stunde gemessen an der gesamten Lebenszeit?

Beim ersten Blick auf die Schuldnerfamilie war klar, dass 60 Minuten sehr lang werden können. Die Schuldnerfamilie waren: Eine ständig kichernde Wuchtbrumme, ein unscheinbarer Familienvater mit rumänisch-deutschen Eltern und zwei bedauernswerte Kinder.

Während er Tag für Tag für nur 1000 Euro netto arbeiten geht, hat seine gut genährte Ehefrau einen wirklich anstrengenden Powertag vor sich: ausschlafen – rauchen – Kinder vor den Fernseher setzen – Fastfood essen gehen – rauchen – am Computer spielen – schlafen – rauchen – essen.

Da bleibt natürlich kaum Zeit für Freizeit und so angenehme Dinge wie putzen oder sich einen Überblick über die finanzielle Situation zu verschaffen.

Irgendwann zog mein Hirn dann doch die Notbremse. Ich schlief auf dem Sofa ein und bekam nicht mit, ob sich am „spannenden“ Alltag der Familie etwas änderte. Ich vermute eher nicht.

Was mich im Nachhinein aber noch mehr erschreckt als diese Familie sind die Menschen, die vor dem Fernseher hocken. Natürlich kann es bei einem Volk von ca. 85 Millionen nicht nur intelligente Menschen geben. Aber was treibt jede Woche 3 bis 4 Millionen Menschen vor den Fernseher? Ist das die Freude über die Dummheit anderer Menschen? Eine Art morbider Faszination?

Ich fand’s gestern auf jeden Fall ähnlich unterhaltsam wie eine Wurzelbehandlung beim Zahnarzt. Und bewundere aufrichtig Peter Zwegat: Wie schafft dieser Mann es nur, so höflich und leise zu bleiben?

 


Misanthropen-TV

September 17, 2008

Puh, ich habe mich gerade gezwungen, 15 Minuten Super-Nanny zu gucken. Ich dachte mir, dass mir dann vielleicht ein neues Blogthema einfällt. Aber leider hat es nur bewirkt, dass ich mich fassungslos frage, warum Menschen mit dem IQ einer Banane freiwillig ins Fernsehen streben. Ich hätte vermutet, dass überforderte Eltern im Regelfall nicht im Fernseher mit Ihrer Unfähigkeit protzen, aber anscheinend ist das Phänomen Rampensau sehr verbreitet in Deutschland.

Und wer mag wohl das Zielpublikum der Super-Nanny sein? Hobbysadisten? Die Stehpalme im Wohnzimmer? Angehende Sozialpädagogen?

Ein Glück, dass kurz danach Fußball anfing. Und Bayern mittlerweile 1:0 führt! Dann hoffe ich mal, dass sich Bayern München am Ende auch gewinnt und sich nicht ähnlich blamiert wie gestern Werder Bremen.

Frage: Wie kann man Super-Nanny gucken, ohne zum Misanthropen zu werden?


Gegen mich ist Toastbrot wie Einstein

Juli 2, 2008

Gestern habe ich alles richtig gemacht! Nach der Arbeit im Biergarten gewesen, dann um irgendwas nach elf nicht sofort ins Bett gegangen (obwohl müde!), sondern die Fernbedienung in die Hand genommen und durch Zufall in Kalkofes Mattscheibe gezappt. Wusste gar nicht, dass ProSieben das sendet.

Auf jeden Fall konnte ich einen etwas sehr tumb (neudeutsch: dumm) wirkenden Möchtergern-Rapper sehen, der von einem Möchtegern-Reporter oder ähnlichem interviewt wurde. Das Interessante am heutigen Jugendsprech ist ja, dass man einfach nicht erkennen kann, ob ein Muttersprachler redet oder nicht. Was genau der Nachwuchs-Sido da so vor sich hinpamphlet hat, konnte ich deshalb nicht ganz nachvollziehen, aber als Oliver Kalkhofe dann in einer Doppelrolle als Rapper und Interviewer ins Bild rückte, bin ich vor Lachen fast vom Sofa gerutscht.

Und habe einen neuen Lieblingssatz gefunden, den Kalkofe in seiner Rolle als Rapper von sich gibt: „Gegen mich ist Toastbrot wie Einstein.“

Wenn man mich gegen dich austauscht, ist das doch mal ein Satz, den man sinnvoll weiterverwenden kann, z.B. wenn Frau/Mann/Freund/Freundin/Feind/Chef (falls man eh gerade kündigen wollte) nervt.

Ich freu mich über Vorschläge, WEM Ihr diesen Satz auch WELCHEM Grund gerne sagen würdet.


Ihr kriegt mich nicht

Juni 29, 2008

Werbung nervt. Egal, ob ich fernsehe, Zeitung lesen oder surfe: Überall blinkt und rotiert etwas, strahlen mich gut aussehende Menschen an und wird mir suggeriert, dass ich Produkt XY ganz dringend kaufen müsse.

Das muss ich aber nicht! Denn zum Glück ich bin total immun gegen Werbung.

Deshalb gucke ich jetzt auch nicht gebannt auf den Fernseher oder klicke bunte Banner im Internet an, sondern genieße den lauen Sommerabend mit meinem Notebook auf dem Balkon. An mir verdienen die Marketing-Fuzzies keinen Cent!

Gerade habe ich mir ein schönes kühles Jever aufgemacht. Einfach klasse, wie friesisch herb das an meinem Gaumen perlt.

Da ist auch der Ärger von vorhin leicht vergessen, als ich mich mit Frucht-Alarm abplagen musste, weil das pürierte Obst unbedingt auf meine Levis und nicht in den Mund wollte. Aber mit einem Wisch war dann alles ganz schnell wieder weg. Mir machen Fleckenzwerge nicht das Geringste aus, denn mein Ariel wäscht nicht nur porentief, sondern auch rein.

Und weil mich das Bier jetzt hungrig macht, setze ich mich gleich in mein Auto und fahre zu McDoof, denn ich liebe es. Und völlig egal, was Benzin auch kostet: Mit V-Power spüre ich meinen Vorsprung durch Technik gleich doppelt so stark.

Hilfe: Ein Blick auf meine Rolex zeigt: Ich habe nur noch eine halbe Stunde Zeit, bis ich mich zum Public Viewing fertig machen muss. Wird das eigentlich auf dem ersten oder zweiten übertragen? Das ist wichtig, denn mit dem zweiten sieht man ja bekanntlich besser.

Und weniger Werbung als bei den Privaten gibt’s da zum Glück auch.


Fernsehen macht paraonid

Juni 19, 2008

Ich habe heute Morgen beschlossen, weniger oft schlechtes Fernsehen zu gucken.

Fernsehen gucke ich eigentlich nur, wenn ich zu müde für alles andere bin. Aber in letzter Zeit bin ich abends oft zu müde für alles andere und dann will ich nur etwas vor meiner Nase flimmern sehen, ohne großartig dabei denken zu müssen.

Aber damit ist jetzt Schluss!

Warum?

Weil ich heute Nacht einen mörderischen Schrecken bekommen habe!

Auslöser dafür war ein unheimliches fieses, unheimlich lautes Geräusch, das mich genau um 1:53h aus dem Schlaf gerissen hat. Es klang ungefähr so, als wenn potenzielle Einbrecher schon in der Wohnung stehen würden – was schlecht wäre, da das Schlafzimmer das Zimmer ist, dass der Eingangstür am nächsten liegt.

Hektisch sah ich mich im Zimmer nach einer Waffe um, aber alles, was mir in die Hand fiel, waren meine blau-weiß gestreiften Hausschuhe. Naja, besser als nichts, habe ich mir gedacht. Denn wenn der/die Einbrecher nur ein Minimum an Styling und Klamotten interessiert wäre/n, würde ich ihn/sie damit vielleicht in die Flucht schlagen oder alternativ eben auf den Kopf.

Und so schlich ich leise nach draußen. Und stellte kurz darauf die Übeltäter.

Sie lagen in einem unordentlichen Chaos in der Duschkabine und hießen: Shampoo, Spülung und Duschgel.

Die fabelhafte Duschablage aus Plastik hatte leider nachgegeben und alles war aus einer Höhe von circa einem Meter in die Duschtasse geknallt.

Das zeigt eindeutig: schlechtes Fernsehen macht paraonid!

Deshalb gucke ich heute lieber Fußball…