Biene Maja an der Macht

Oktober 1, 2009

Die Wahl liegt jetzt mittlerweile vier Tage zurück und nichts hat sich geändert. Männo! Dabei hatte ich doch bei einem schwarzgelben Wahlsieg auf einen rasanten Anstieg meines Aktienfonds gehofft. Ich meine, wenn Biene Maja an der Macht ist, muss doch alles wieder besser werden…? Vielleicht hätte ich meine Vermögenswirksamen Leistungen doch lieber in ein Sparbuch mit 1%-Verzinsung stecken sollen, wie die gute Tante bei der Deutschen Bank vorgeschlagen hat. Dann hätte ich statt 50% Minus immerhin einen Prozent Zinsen bekommen. Im Moment reicht der Wert des Aktienfonds auf jeden Fall gerade mal für einen Wiesnbesuch oder ähnliches…

Was mich an der Wahl irgendwie schockiert hat, ist die Unmündigkeit vieler Wähler. Mal ehrlich: Kann man einen Demagogen wie Oskar Lafontaine ernsthaft wählen? Kann man auch nur annähernd glauben, dass er die Wähler wirklich ernst nimmt? Lafontaine ist für mich einer dieser typischen populistischen Volksverhetzer, die Wasser predigen und Wein trinken.  Dabei will er doch nur eines: Macht. Dass die Linke auf fast 12% der Stimmen kommt, finde ich sehr bedenklich.

Ebenfalls grenzwertig ist für mich die Piratenpartei. Eine Partei, die bis auf ein paar Schlagwörter kein Parteiprogramm hat (damit es nicht heißt, ich würde Informationen unterschlagen würde: Hier findet Ihr die politischen Ziele der Piratenpartei). Mal ehrlich, dass Wohl der Menschheit und der Deutschen hängt mit Sicherheit nicht davon ab, ob es zum Beispiel eine Vorratsdatenspeicherung gibt oder nicht. Ich lehne die Vorratsdatenspeicherung auch ab, aber eine Partei muss mir schon ein bisschen mehr bieten, als Inhalte, die sich rund um das Thema digitale Welt drehen.

Denn eine Partei mit keinem Konzept ist ja nichts Neues. Das gab es früher auch schon. Nannte sich dann Anarchistische Pogo-Partei Deutschlands und hatte, wenn ich mich richtig erinnere, nur zwei Themen auf dem Partieprogramm: Saufen und F….. Na gut, die APPD gibt’s wohl heute irgendwie immer noch, ist aber nahezu in die Bedeutungslosigkeit abgerutscht.

Vielleicht sollte ich bis zur nächsten Bundestagswahl auch eine Partei gründen? Meinen Slogan habe ich schon: Yes, I can’t!Yes, I can’t


Chaos in Bayern

Oktober 1, 2008

Auf zwei Sachen konnte man sich in Bayern bisher verlassen: Auf die absolute Mehrheit der CSU im bayrischen Landtag und auf Siege vom FC Bayern München.

Doch seit ein paar Wochen ist in Bayern nichts mehr wie es war. Die Klinsi-Elf verliert gegen so unspektakuläre Gegner wie Hannover 96 und die CSU kommt bei der bayerischen Landtagswahl auf nur 43,4%, was einen Verlust von 17,3% der Stimmen bedeutet. Eigentlich unglaublich, dass der allseits belachte Stoiber bei der letzten Landtagswahl ein Ergebnis von über 60% geschafft hat.

Nachdem Beckstein nach der Wahl noch lauthals verkündet hat, dass es keinen Anlass für personelle Veränderungen in der CSU gebe, konnten ihn wohl mittlerweile seine Partiefreunde überzeugen, dass die Wahlschlappe durchaus auch etwas mit ihm zu tun haben könnte.

Auf jeden Fall trat erst – nicht ganz freiwillig – CSU-Chef Ernst Huber zurück und heute auch Günther Beckstein.

Damit ist der Kampf um die Beckstein-Nachfolge entbrannt. Und plötzlich grinst einen wieder das feiste Gesicht von Seehofer von jeder Online-Nachrichtenseite entgegen.

Zur Erinnerung: Seehofer war mal eine Art Allzweckwaffe der CSU, dem aber auch die Charaktereigenschaften Egomanie und Unzuverlässigkeit nachgesagt wurden. Er arbeitet relativ unauffällig als Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und machte im letzten Jahr Schlagzeilen mit einer Affäre und außerehelichem Kind.

Plötzlich scheint das alles vergessen: Seehofer wird doch noch Parteivorsitzender und vielleicht sogar Beckstein-Nachfolger. Ministerpräsident von Bayern zu sein macht bestimmt mehr Spaß als Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Ich bin wirklich gespannt, wer in der nächsten Woche das Rennen in Bayern machen wird.