Urlaubsende

Juli 26, 2010

So richtig lange Urlaub hat man im Leben ja selten. Eigentlich meist nur dann, wenn man als glücklicher Uni-Absolvent beschließt, dass die Arbeitswelt auch noch ein paar Monate ohne einen auskommen kann (was ich leider verpasst habe) oder wenn man arbeitslos wird – aber dann ist es eigentlich kein Urlaub und wenig entspannend.

Man kann aber auch zu einem etwas längeren Urlaub kommen. Zum Beispiel dann, wenn man nach zehn Arbeitsjahren feststellt, dass eine Festanstellung zwar manche Vorteile hat (z.B. pünktlich Geld auf dem Konto), aber die Nachteile (z.B. schlimmer Chef) nicht aufwiegen kann.

Und so habe ich die letzten Wochen mit diversen Gängen, Terminen, Steuerberater-Besuchen, Bürokratismus-Wahn verbracht und mache mich ab nächster Woche selbstständig. Ich bleibe natürlich im Medien-Bereich. Und damit ich auch in Zukunft nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen muss, bleibe ich vorerst auch Jantar.

Ich kann feststellen, dass ich mich nach ungefähr 6 Wochen Urlaub fast entspannt fühle 😉 Trotzdem bin ich froh, dass ich jetzt bis zur ersten Steuer-Meldung frei von Bürokratismus bin.  Ich habe zwar noch keine Ahnung, wie das funktionieren wird, aber ich hoffe, dass mein Steuerberater sich da besser auskennt…

Und jetzt genieße ich die letzten Tage meines „Vagabundenlebens“ und ab nächster Woche geht es dann wieder richtig los 🙂

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Steuer statt Staatspleite

Mai 22, 2010

Ich werde alt. Fürchte ich. Nicht nur, das sich zu dem ersten grauen Haar, welches ich wirklich mit Interesse betrachtet habe, weitere gesellt haben. Nein, ich tue mittlerweile Dinge, die ich früher bis zum Sankt Nimmerleinstag liegengelassen habe, sofort.

So habe ich in diesem Jahr zum ersten Mal in meinem Leben die Steuererklärung pünktlich abgegeben! Nachdem ich im letzten Jahr die Erklärungen von 2006, 2007 und 2008 abgegeben habe (erstaunlicherweise hatte ich nicht eine einzige Mahnung vom Finanzamt bekommen), war das in diesem Jahr eine schnelle Angelegenheit von 25 Minuten. Sollte ich wirklich die vom Steuerprogramm errechneten 540 Euro zurückbekommen, bin ich mit dem Stundenlohn auf jeden Fall mehr als zufrieden.

Jetzt hoffe ich nur, dass in diesem Jahr nicht der Staat meine Kohle will. Nicht, dass aus meinen zu viel gezahlten Steuern plötzlich ein aktiver Beitrag für ein Anti-Staatspleiten-Programm wird. Wäre ich König von Deutschland wäre das natürlich meine erste Amtshandlung: Erst mal alle Gelder einstecken und dann ganz billig eine griechische Insel mit 300-Tagen-Sonnengarantie kaufen. Manchmal komisch, dass noch niemand auf so was Naheliegendes gekommen ist….


Maibock und nervende Kinder

Mai 20, 2010

Damit Ihr nicht denkt, ich wäre so faul, wie es den Anschein hat, hier das Versprechen, dass es mit meinen schreiberischen Aktivitäten auf Jantarblog bald wieder besser wird.

Aber momentan bin ich gefangen zwischen fiesem Bürokratismus und dem Versuch, eine Buchidee in Zeichen umzusetzen. Und das klappt sogar besser als gedacht. Wenn ich etwas weiter fortgeschritten bin, bin, werde ich hier 1-2 Probekapitel veröffentlichen.

Aber bis dahin bleibt mir nur über das zu schreiben, was mir so tagtäglich passiert und das ist mitunter erschreckend banal. Aber nichtsdestotrotz auch erschreckend nervig. Gestern hatte ich beispielsweise einen geschäftlichen Mittagstermin, der sich ganz furchtbar in die Länge zog, nämlich von 12.30h bis 16.00h. Okay, vielleicht war es nicht meine beste Idee, das Augustiner-Brauhaus in München als Treffpunkt vorzuschlagen. Aber Besuch von auswärts steht nun einmal auf typisch bayerischen Touri-Kram und da ich privat eigentlich nie dahin gehe, fühle ich mich dann auch immer ein wenig wie im Urlaub. Das Augustiner sollte sich auf jeden Fall eher als schlechte Idee erweisen, denn mein Besuch bestellte gleich zum Einstieg ein Maibock. Ich kam mir dann mit meiner Apfelschorle fast ein bisschen Weichei-mäßig vor. Nach weiteren zwei Maibock wurde dann die Kommunikation etwas anstrengend – für mich.

Irgendwie schaffte ich es dann, meinen Termin an der S-Bahn Richtung Hauptbahnhof abzusetzen. Ob er den richtigen Zug nach Stuttgart gefunden hat, habe ich allerdings noch nicht herausfinden können.

Auf der S-Bahn-Rückfahrt durfte ich dann noch live ein bockiges Kind erleben. Mal ehrlich, wenn ca. 5-jährige Kinder Worte wie „Ich bin sooo traurig“ oder „Ich bin soooo sauer auf dich“ in den Mund nehmen, haben sie entweder zu viel Super-Nanny geguckt oder sind auf dem besten Weg in Richtugn Psychotherapie.

Erstaunlich, dass die Eltern zu dem Geplärre nie was sagen. Denn warum muss ich ertragen, dass Eltern unfähig sind, ihre Sprösslinge zu erziehen?! So schwer ist es nicht, kleinen Menschen zu sagen, was erlaubt ist und was nicht. Und wenn das verbal nicht funktioniert, finde ich einen Klaps auf den Allerwertesten auch eine ganz gut Lösung. Aber anscheinend ist das heute ganz normal, dass Kinder nerven und Eltern das lustig/normal finden…


Schreibendes Nichtschreiben

April 29, 2010

Vielleicht sollte ich doch mal mit dem Twittern anfangen.  Da kann man dann einfach schreiben „I’m still alive“ und muss nicht so ein großes, weißes Feld voll mit Text füllen…

Obwohl:  Ich kann ja auch das Feld hier mit den letzten Highlights aus meinem Leben füllen:

– Habe durch intensive Beobachtung herausgefunden, dass mein Chef seine Glatze poliert (dem Geruch nach zu urteilen muss das irgendeine Möbeltinktur sein)

– Bin im April fast 50 Kilometer gejoggt, ohne dabei ein Gramm abzunehmen

– Habe lange an der Frage herumgerätselt, ob Haribo eventuell etwas damit zu tun haben könnte, dass man trotz intensivem Sport-Training nicht abnimmt…

– War am letzten Sonntag zum Grillen eingeladen und habe mir das Grillen durch eine 40-Kilometer-Radtour echt verdient (okay, den Rückweg haben wir natürlich  per S-Bahn gemacht)

– Bin am Sonntag davor auch ca. 40 Kilometer Rad gefahren, davon allerdings eine gute Stunde bei Hagel und strömendem Regen (fies: zwei der Mitfahrer haben auf dem Rückweg schlauerweise die S-Bahn genommen und sind trocken geblieben, der Rest hatte dann teilweise mit eine Körpertemperatur von 35,2 Grad zu kämpfen…)

– Habe mit Freude dabei zugesehen, wie Lyon aus der Champions League fliegt..

– Habe endlich meine Schreibtisch-Ablagen aufgeräumt

– Habe eine – finde ich jedenfalls – gute Idee für einen Roman

So – und jetzt geht es bei fast schon sommerlichen Wetter ab in ein Straßencafé 🙂


Urlaubsplagen

April 14, 2010

Manche Dinge sind schwer zu verstehen. Für mich. Etwa die Tatsache, dass ich nach der täglich Zeitungs-Online-Lektüre immer das Gefühl habe, dass die Deutschen ähnlich verschuldet wie die Griechen sind und es nur eine Frage der Zeit ist, bis Peter Zwegat so ziemlich jeden deutschen Haushalt beraten muss.

Wenn man dagegen versucht, ein paar Tage Urlaub in Südtirol zu buchen, kann das wirklich zu einem echt anstrengenden Erlebnis werden. Beispielsweise dann, wenn die Pension, den man schon oft besucht hat, E-Mails gar nicht bis eher kryptisch beantwortet.

Weshalb ich dann irgendwann beschlossen habe, dass es mit Sicherheit kundenorientiertere Pensionen als den Steinegger gibt. Und wirklich: Nach zwei Tagen und diversen Telefonaten mit südtiroler Pensionen/Hotels habe ich dann endlich eine – hoffentlich – gute Alternative gefunden.

Trotzdem erstaunlich, dass im April fast alle Zimmer in der gegen Eppan/Bozen für den September bereits ausgebucht sind.

Und warum jammern eigentlich (fast) alle Menschen immer über Ihr Einkommen oder Geld, wenn dann trotzdem jeder ständig im Urlaub ist? Für nächste Jahr weiß ich aber Bescheid: Da buche ich die Zimmer dann einfach schon ein gutes Jahr im Voraus 🙂


Jetlag für Arme

März 29, 2010

Irgendwie gemein. Da ist heute der erste Tag der Woche und ich fühle mich wie typisch Montag. Dabei hatte ich gar keinen schönen Sonntag, weil ich am Samstag etwas zu viel italienischen Rotwein erwischt habe (wichtiger Hinweis für alle U-20jährigen: ab einem gewissen Alter verträgt man Alkohol nicht mehr so gut und fühlt sich dann nach einem Glas so wie früher nach fünf Gläsern) und meinen Körper nicht davon überzeugen konnte, die Couch zu verlassen. Außerdem erlebe ich gerade so ein leichtes Revival der CeBIT-Grippe, so dass ich jetzt fast happy bin, wieder im Büro zu sitzen (naja…).

Irgendwie seltsam. Da ist es jetzt kurz vor 18h, der Feierabend rückt in greifbare Nähe und mein Körper glaubt a) nicht, das es schon so spät ist und b) will er nicht in den Feierabend, weil er dafür aufstehen müsste. Was schwierig ist, wenn man vor Müdigkeit fast vom Stuhl rutscht.  Zum ersten Mal seit ungefähr einem halben Jahr hat mich heute Morgen nämlich der Wecker geweckt. Danke, Sommerzeit! (Wer braucht die eigentlich noch?)

Sonst bin ich – senile Bettfluch sei Dank – immer schon vor dem Wecker wach. Heute leider nicht. Was richtig fies war, weil mein Wecker heute – vorsichtig geschätzt – die Lautstärke eines startenden Flugzeugs hatte. Was daran lag, dass irgendein ungemein netter Mensch (Ich!) am Samstag beim Staubwischen (ja, ich bin manchmal total altmodisch und putze) wohl gegen den Lautstärkeregler gekommen ist.

Ja, ich fürchte, heute hilft nur noch schlafen. Dabei müsste ich noch dringend eine grauenhafte PowerPoint-Präsentation fertig machen. Und das macht eindeutig weniger Spaß als Klo putzen (was auch schon zu meinen fünf unliebsten Beschäftigungen gehört).

Hoffe, Ihr hattet einen angenehmeren Wochenstart als ich…


Bin ich normal?

März 17, 2010

Ich hatte noch nie was mit Tieren und kleinen Kindern. Noch nicht mal in Gedanken. Wenn ich andere Menschen sehe, habe ich auch nicht ständig das Bedürfnis, sie wegen ihres Aussehens oder Geruchs, ihrer Volks- oder Religionszugehörigkeit ins Koma zu prügeln. Oder ihnen mit einem Elektroschocker mehrere hundert Volt Strom durch den Körper zu jagen. Selbst wenn sie etwas tumb aussehen, würde ich noch nicht mal versuchen, ihnen ein Abo des Magazins, für das ich arbeite, zu verkaufen. Obwohl: So schlecht ist die Idee jetzt auch wieder nicht…

Was ich damit sagen will: Ich bin ein absolut friedliebender Mensch. Die einzigen Person, der ich bisher Ohrfeigen gegeben habe, ist meine Schwester. Vor über zwanzig Jahren. Und das auch nur eher andeutungsweise. Unsere Eltern mochten keine sich prügelnden Kinder.

Was ich außerdem sagen will: Ich verfüge weder über perverse Neigungen noch Phantasien. Aber wenn ich jeden Tag in Nachrichten in Zeitung und Internet lese, bekomme ich langsam das Gefühl, dass ich damit zu einer Minderheit gehöre.

Seit Wochen jagt eine Horrormeldung über angebliche und bewiesene Missbrauchsfälle die andere. Als (aus-der-Kirche-ausgetretener) Evangele hatte ich bisher eigentlich nichts gegen die katholische Kirche. Auch wenn ich froh bin, dass ich evangelisch erzogen wurde. Selbst wenn es einen Gott geben würde (was ich klasse fände, aber wofür ich als rational denkender Mensch aber auch einen Beweis bräuchte), würde der sich sicher nicht über eine Institution wie die Kirche ausdrücken. Da die Kirche ja auch etwas fürs Gemeinwohl tut, mag sie von mir aus weiterexistieren. Aber bitte nicht so.

Nach Inquisition und Hitler-Duldung entpuppt sich die Kirche nun also auch noch als ein prima Ort für Pädophile. Diese dürfen auch dann noch mit Kindern arbeiten, wenn sie einschlägig vorbestraft sind. Das wäre in etwa so, als wenn ein verurteilter Pyromane eine Ausbildung als Sprengmeister finanziert bekommen würde und danach täglich tausende Tonnen von Dynamit zur Verfügung hätte.

Und anstatt klar Stellung zu beziehen und endlich dafür zu sorgen, dass alle pädophilen Täter sofort an die Justiz ausgeliefert werden, übt sich die katholische Kirche in Schweigen und würde wahrscheinlich gerne alles unter den Teppich kehren. Was in Zeiten von Internet eher schwierig werden dürfte…Was mich auch interessiert: ob Deutschland ein Einzelfall ist oder ob die katholische Kirche weltweit pädophil unterwandert ist. Und ob das auch früher schon der Fall war.

Interessant:  Seit ein paar Wochenbekomme ich plötzlich per Post einen katholischen Gemeindebrief. Erst Kinder malträtieren und dann auch noch die Umwelt!  Eintreten werde ich in den Verein sicher nicht. Da ist mir die evangelische Kirche wirklich lieber. Da werden (bisher auf jeden Fall) keine Kinder missbraucht, sondern die Leute fahren „nur“ betrunken Auto…