Marktforschung: Der Leser, das unbekannte Wesen

Mai 29, 2009

Nachdem mich das letzte Wochenende dann doch einige Nerven gekostet hat, habe ich ein wenig gehofft, dass die Arbeitswoche etwas weniger stressig werden würde.  Natürlich war das ein sehr naiver Wunsch. Meeting reihte sich an Meeting (Rekord: Mittwoch, wo ich von 9,5 in der Arbeit anwesenden Stunden 7 in Meetings verbracht habe).

Auch der gestrige Tag hielt wieder einige Überraschungen und grenzwertige Erfahrungen bereit. Die Ursache dafür hat einen Namen: Marktforschung.

Um 17.30h saß ich mit einigen Kollegen hinter einer großen Spiegelwand und starrte auf eine Gruppe von 10 bis 12 Menschen (alle männlich), die von einem Marktforscher zum Thema Zeitschriften befragt wurden. Positiv: Die Menschen sahen uns nicht, sondern sahen nur einen Spiegel, wussten aber, dass dahinter auch jemand saß.

Als ich um kurz nach 22h und nach insgesamt zwei befragten Gruppen den Raum endlich wieder verlassen durfte, hatte ich folgenden Erkenntnisgewinn:

1) Unsere Leser mögen das Heft

2) Nicht-Leser mögen das Heft nicht

3) Leser und Nicht-Leser sind nicht immer zu verstehen (Lustig: Die einstimmige Meinung war, dass Print-Magazine aktueller sind als online, da man bei Online-Beiträgen nie wissen würde, wie alt die sind)

4) Leser erkennen die hohe redaktionelle Qualität von Print-Magazinen an

5) Leser erwarten im Heft etwas zu finden, was sie online nie suchen würden (hä??)

6) Leser mögen Magazine, weil man die mit aufs Klo nehmen kann (Idee: vielleicht sollte man den Print-Heften dann einfach Klopapier beilegen?)

So langsam bin ich ja wirklich gespannt, wie lange es noch Print-Magazine gedruckt auf echtem Papier geben wird. Es wäre doch eigentlich viel leichter und umweltfreundlicher, wenn man alle gewünschten Infos direkt ins Gehirn gebeamt bekäme.  Oder???

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Meran, Part 3 oder Pannen-Desaster

Mai 29, 2009

Nachdem wir am Samstag noch bei schönstem Wetter einen Ausflug nach St. Ulrich (Geburtsort von Luis Trenker) gemacht haben und von dort auf Europas größte Hochalm, die Seiser Alm gefahren sind, hieß es am Sonntag morgen dann Koffer packen und wieder zurück nach München fahren.

Kleiner Tipp für alle Meran-Ausflüger: Von der Laubengasse aus, sieht man einen Sessellift, der hinauf zum Dorf Tirol fährt. Der Spaß kostet hin- und zurück max. 4 Euro, dafür sitzt man dann in einem wirklich abenteuerlichen Lift, schwebt praktisch durch die Weinberge (für Leute mit Höhenangst nur bedingt zu empfehlen) und hat dann einen tollen Blick auf Meran und das gesamte Tal.

Nach der Fahrt mit dem Lift kehren wir Meran dann endgültig den Rücken. Das Wetter ist herrlich warm, der Verkehr relativ gering und meine Laune bestens – am Abend wollen wir bei uns grillen, aber bis dahin sind wir ja längst wieder Hause. Das Navi gibt als Ankunftszeit 13.34h an.

Um kurz vor halb 12h lerne ich eine völlig neue Facette am Auto kennen: Funny-Shaking. Das lustige Rütteln ist leider nur von kurzer Dauer, danach beschließt der Wagen einfach gar nichts mehr zu tun. Okay, ein bisschen kann ich das Auto ja verstehen: Der Jaufenpass ist steil, aber der Scheitelpunkt ist quasi schon zu sehen und sogar Radler schaffen den Weg. Wie der, der kurz danach an uns vorbeifährt, als wir hektisch das Warndreieck aufbauen, weil das Auto genau hinter einer Kurve liegen geblieben ist. Auf die Frage des Radlers, ob wir Hilfe brauchen entgegne ich noch ganz optimistisch, dass gleich Hilfe kommt und ich auf gar keinen Fall mit ihm tauschen möchte.

Zwei Stunden später bin ich mir nicht mehr ganz so sicher. Als nach 3,5 Stunden endlich der Abschlepper kommt, ist mein Repertoire an bösen Gedanken nahezu aufgebraucht. Wozu ist man eigentlich im ADAC, wenn man erst die Mobilitätsgarantie von VW in Anspruch nehmen muss und die es nicht schaffen, dass der Abschlepper schneller kommt??? Und klar, man hätte sich einfach ein neues Auto kaufen sollen, denn wer versucht, mit einem zwei Jahre alten Wagen über einen Pass zu fahren, ist ja schließlich selbst Schuld.

Und so sitze ich dann vorne im Abschleppwagen, auf meinem Schoss das – leider etwas streng riechende – Enkelkind des Abschleppers und höre ganz nebenbei, was es mit dem Unfall Motorrad – Cabrio, den wir auf der Hinfahrt gesehen haben, auf sich hatte: Der Motorradfahrer bewegt sich fortan mit einem Fuß weniger durchs Leben (was mich skurrilerweise sofort an T.. Boyles „World’s End erinnert hat. Wer das Buch nicht kennt: Unbedingt lesen!) und der Baum ist zum Glück nur kaputt gewesen, weil ein LKW ihn beim Vorbeifahren beschädigt hat.

Da das Auto nichts mehr tut und am Sonntag kein Mechaniker da ist, gibt es zwei Alternativen: Mit dem Zug heimfahren oder übernachten. Mietwagen gibt es nicht, weil kein großes Mietwagenunternehmen vor Ort ist (St. Leonhard) und die am Sonntag eh nicht aufhaben – sehr sinnvoll!

Wir entscheiden uns für Zug, da morgen einer von uns seinen Flieger am Münchner Flughafen erwischen muss. Wir erfahren: Das der nächste Zug in 20 Minuten von Meran abfährt und man dann nach 2x Umsteigen in sechs Stunden München erreichen würde. Da wir in zwanzig Minuten aber niemals in Meran sein können, wollen wir gerne später fahren, dafür eine bessere Verbindung nehmen. Besser gibt es nicht, nur später und später heißt, dass die Fahrt über 10 Stunden brauchen würde. WTF???

Wir entscheiden uns für Plan C: In München einen ganz lieben Menschen anrufen (danke, Stefan!) und hoffen dass er uns abholt. Die Begeisterung am anderen Ende des Hörers ist grenzenlos – ebenso grenzenlos wie unsere Erleichterung, dass wir tatsächlich abgeholt werden. Während der nächsten drei Stunden sitzen im Sandwirt, dem Geburtshaus des südtiroler Freiheitskämpfers Andreas Hofer, bis dann endlich das lang ersehnte Auto um kurz vor 8 Uhr abends auftaucht. Und um kurz nach halb 12, also ungefähr 12 Stunden nach der Panne sind wir dann endlich wieder zuhause.

Danke an alle Leute von der VW-Mobilitätsgarantie – mit Eurer prompten Hilfe fühlt man sich bei einer Autopanne wirklich gut versorgt. Freu mich schon wie Bolle auf die nächste Fahrt über den Jaufenpass! Dass kann allerdings noch etwas dauern, denn noch steht das Auto wohl in Südtirol…


Meran, Part 2 oder: Unfälle pflasterten ihren Weg

Mai 28, 2009

Da es sehr schwül ist, vermute ich, dass jemand umgekippt ist. Also schnell aus dem Auto gesprungen und nachfragen, ob jemand Hilfe braucht.

Am Fuße einer wirklich steilen Treppe, die zum Eingang der Pension führt (die Pension ist ein typisch Südtiroler Hof mit einer steilen Steintreppe) liegt eine Frau, die beim Frühstück direkt am Nachbartisch gesessen hat. Ihr Mann ist erstaunlich ruhig und sich sicher, dass sie sich ein Bein gebrochen hat, obwohl sie nur eine einzige Stufe heruntergefallen ist. Da der Krankenwagen schon verständigt ist, lassen wir die beiden dann auf eigenen Wunsch in Ruhe. Später erfahren wir, dass sie sich einen Trümmerbruch zugezogen hat. Ich habe von da an ordentlich Respekt vor der Treppe.

Trotz des unschönen Starts in den Tag ist der Rest des Tages perfekt. Bei gut 30 Grad ist es am Gardasee doch gleich noch mal so schön. Und so sitzen wir in Limone (ein Ort, der fest in deutscher Hand zu sein scheint) bei einem leckeren Eiscafé an der Seepromenade. Manchmal macht es wirklich Spaß, sich wie ein typischer Touri zu benehmen.

Am späten Nachmittag sind wir wieder in Meran und spazieren noch auf dem Tappeinerweg am Hausberg von Meran entlang. Vom alten Pulverturm aus hat man übrigens einen schönen Ausblick auf den Ort.

Der Tag geht friedlich und ohne weitere Unfälle bei leckerem Rotwein auf dem Balkon zu Ende. Aber man soll sich ja nie zu sicher fühlen… 😉


Meran, Part 1 oder: Chaos total

Mai 28, 2009

Am letzten Wochenende musste ich wieder einmal feststellen, dass die beste Planung nicht aureicht, um das totale Chaos zu bändigen. Und so freue ich mich heute schon unendlich auf das nächste Wochenende, für das ich mir möglichst wenig vorgenommen habe. Aber beginnen wir mal mit dem letzten Donnerstag:

Mit gut 1,5 Stunden Verspätung geht es um 9.30h endlich mit dem Auto los in Richtung Süden, Ziel: Meran, Südtirol. Es erweist sich übrigens als pratisch, wenn man zur Auobahn nur 2 Minuten braucht und Nachbarn morgens erzählen, dass auf der Salzburger Autobahn alles steht: So ersparen wir uns den ersten Stau.

Die Fahrt verläuft dann auch ganz gut bis zum Jaufenpass (Pass, der zwischen Sterzing und St. Leonhard verläuft, nur wenige Kilometer hinter dem Brenner). Hier gibt es den ersten Stau. Nach dem Jaufenpass, nur noch wenige Kilometer von Meran entfernt, heißt es erneut: Rien ne va plus. Da wir einen Rettungshubschrauber fliegen sehen, scheint der Unfall doch etwas heftiger gewesen zu sein. Als es endlich weitergeht, sehen BMW-Cabrio mit zerstörter Fahrerseite und Frontscheibe, ein Motorrad, das auch schon besser ausgesehen haben muss und einen Baum, dessen Rinde zeimlich kaputt ist. Anscheinend hat das Motorrad beim Überholen das Cabrio gerammt – nur der Baum passt nicht so ganz zu diesem Bild, denn weder das Cabrio noch das Motorrad sehen so aus, als wenn sie den Baum getroffen hätten…

Der Rest des Tages wird dann noch sehr schön, über den Sissi-Weg geht es zu den Botanischen Gärten von Schloss Trautmannsdorff (Tipp: ab 18h hingehen, da kostet der Eintrit nur 5 Euro und man ist fast alleine dort. Mit Presseausweis kommt man übrigens umsonst herein). Der Sissi-Weg heißt übrigens so, weil Kaiserin Sissi angeblich gerne diesen Weg genommen hat, um von Meran zum Schloss Trautmannsdorff zu kommen.

Das Wetter ist zwar etwas schwül, aber trotzdem perfekt. Beim Pizzaessen in der Laubengasse und einem kühlen Weißbier (Bier ist in Südtirol preislich fast schon Luxus!) sind die Strapazen von der Hinfahrt fast vergessen. Bis wir am nächsten Morgen im Auto sitzen und ich beim rückwärts fahren plötzlich aus den Augenwinkeln verdrehte Füße sehe… (Part II will follow soon…)


Arbeiten statt bloggen

Mai 26, 2009

Vielen Dank für alle, die sich schon Sorgen gemacht haben: Nein, ich bin nicht in Südafrika verschollen, sondern musste nach dem Urlaub leider feststellen, dass Wegfahen in Zeiten von Wirtschaftskrisen nicht die allerbeste Idee ist. Denn danach erwarten einen unzählige Meetings, Brainstormings, Marktforschungssitzungen,…

Der Grund für diese hektischen Aktionismus seid Ihr, liebe Leser. Ihr, die Ihr Eure Informationen lieber aus dem Internet bezieht, anstatt brav Print-Magazine zu kaufen. Und so geht das Blättersterben munter weiter (jüngstes Opfer: Bravo Screenfun) und die Verlage müssen schnellstmöglich herausfinden, wie sie die wegstrebenden Leser wieder einfangen. Nun ja, ich habe schon lustigere Tage im Büro erlebt. Und die gefühlten 40 Grad in meinem Büro helfen auch nicht wirklich dabei, neue Ideen zu entwickeln.

Nichtsdestotrotz gibt es natürlich auch lustige Momente, beispielsweise mein letztes Wochenende, für dass ich mindestens 5 Blogeinträge brauchen werde. Coming soon – versprochen!